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Vuelta-Auftakt nach Maß für Nibali - Astana distanziert Konkurrenz im Mannschaftszeitfahren
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24.08.2013

Vuelta-Auftakt nach Maß für Nibali - Astana distanziert Konkurrenz im Mannschaftszeitfahren

Info: VUELTA A ESPAÑA 2013
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Sanxenxo, 24.08.2013 – Seit Marco Pantanis legendärem Giro-Tour-Double im Jahr 1998 ist es nur noch ein einziges Mal einem Fahrer gelungen, zwei dreiwöchige Rundfahrten innerhalb einer Saison zu gewinnen. Alberto Contador schaffte dies 2008 bei Giro d’Italia und Vuelta a España. Mit Vincenzo Nibali gibt es fünf Jahre später nach seinem Triumph im Mai bei der Italien-Rundfahrt einen ernsthaften Anwärter auf den nächsten Erfolg dieser Art. Die Vuelta begann für ihn und das Team Astana gleich mit einem überlegenen Sieg im Mannschaftszeitfahren, wo den Konkurrenten teils erhebliche Verluste aufgebrummt wurden. Das erste Rote Trikot trägt aber nicht der Kapitän, sondern einer seiner wichtigsten Helfer, der Slowene Janez Brajkovic.

NetApp eröffnet Mannschaftszeitfahren mit Start auf dem Meer
Zum vierten Mal in Folge eröffnete ein Mannschaftszeitfahren die Vuelta a España. Gestartet wurde es nicht am, sondern auf dem Atlantik. Vor Vilanova de Arousa wurde ein im Hafen befestigtes, mit dem Festland verbundenes und auf Hochglanz poliertes „batea“ als Startbahn genutzt. Dabei handelt es sich um eine Art großes Floß, das gewöhnlich zur Zucht von Austern, Muscheln, anderen Weichtieren, aber auch Fischen und Algen genutzt wird. Die Ehre, als erstes darüber hinweg zu fahren, wurde dem deutschen Team NetApp-Endura zuteil, das wie Cofidis und Caja Rural eine Wildcard-Einladung erhalten hatte. Kapitän Leopold König führte seine Mannschaft auf der 27,4 Kilometer langen Strecke zu einer guten Zeit, die sogar den kurz darauf gestarteten Orica-GreenEdge und BMC Racing Team standhielt und am Ende für den achtbaren siebten Platz genügte. Verloren ging die Führung erst, als Tony Martin das an Position acht von 22 gestartete Omega Pharma-Quick Step deutliche 19 Sekunden schneller ins Ziel trieb. Die gute Leistung des Zeitfahrweltmeisters – ein Titel, den sowohl OPQS, als auch Martin tragen – ließ den Deutschen hoffen, erstmals das Leadertrikot einer Grand Tour tragen zu dürfen.

Nicht Martin oder Cancellara, sondern Brajkovic im Roten Trikot
Lange Zeit blieb die Omega-Marke unangetastet, erst Sky Procycling ließ als 14. Mannschaft wieder Spannung aufkommen. Das Team um Kapitän Sergio Henao fuhr im Mittelteil der Strecke eine aufsehenerregende Zeit, verkürzte von der ersten zur zweiten Zwischenzeit, im Bereich zwischen Kilometer 9,2 und 20, seinen anfangs großen Rückstand von 20 auf nur fünf Sekunden. In diesem Tempo konnte die Aufholjagd jedoch nicht fortgesetzt werden und bei Zielankunft standen sechs Sekunden Verlust zu Buche. Anders lief es bei der viertletzten Mannschaft, RadioShack-Leopard, die unter dem Kommando von Fabian Cancellara an den Zwischenzeiten erst 14, dann zwei Sekunden Rückstand aufwies und schließlich sechs Sekunden schneller als Martin und Co. finishte, wonach dann der Schweizer mit Rot liebäugelte. Doch auch dazu kam es nicht. Das Siegerteam sollte jenes sein, dass als Letztes das „batea“ verließ – Astana mit Vincenzo Nibali, dem Gewinner von Vuelta a España 2010 und Giro d’Italia 2013. Im Vergleich zu RadioShack war dessen Truppe an allen Messpunkten zehn Sekunden schneller. Nibali überquerte die Ziellinie bewusst nur als Zweiter und überließ es Janez Brajkovic, Rang eins in der Gesamtwertung einzunehmen. Im Jahr 2006 fuhr der Slowene schon einmal für zwei Tage als Führender durch Spanien – damals noch in Gold.

Nibalis Gegner bereits mit großen Rückständen
Mit dem Sieg im Mannschaftszeitfahren richtete Astana gleich am ersten Abend der Spanien-Rundfahrt eine unmissverständliche Botschaft an seine Gegner: Nibali und seine Teamkollegen sind in hervorragender Form und wollen das Rennen von Anfang an in der Hand haben. Alejandro Valverde (Movistar) und Joaquin Rodriguez (Katusha), die vor einem Jahr neben Sieger Alberto Contador auf dem Podium standen und allgemein als Nibalis größte Herausforderer gelten, haben bereits nicht unerheblichen Rückstand erlitten. Valverde kam mit 29 Sekunden noch halbwegs gut davon, für Rodriguez wurden es nämlich 59. Gar über einer Minute lagen die Verluste von einigen anderen Mitfavoriten wie Samuel Sanchez (Euskaltel/+1:14) und Ivan Basso (Cannondale/+1:26). Selbst auf das Team Sky mit Henao und Rigoberto Uran, das hinter RadioShack, und Omega Pharma-Quick Step Vierter wurde, betrug der Vorsprung Astanas schon 22 Sekunden.

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Die Möglichkeit, verlorene Zeit gutzumachen, könnte sich schon in den nächsten Tagen bieten, denn die kommenden drei Etappen, die weiterhin in Galicien entlang der Atlantikküste führen, enden alle mit Steigungen. Davon ist jene am Ende der 2. Etappe zum Monte da Groba (11,0 km à 5,6%) die schwerste.





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Foto: Sabine Jacob

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