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Ausreißer erobern Oropa - Pozzovivo und Quintana geben dennoch Kostprobe ihres Könnens
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24.05.2014

Ausreißer erobern Oropa - Pozzovivo und Quintana geben dennoch Kostprobe ihres Könnens

Info: GIRO D´ITALIA 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Oropa, 24.05.2014 – Die 14. Etappe gab einen Vorgeschmack darauf, was das berglastige letzte Drittel des Giro d’Italia noch bereithalten könnte. Bei der Bergankunft in Oropa zeigten Domenico Pozzovivo (Ag2R La Mondiale) und Nairo Quintana (Movistar) den Willen und die Fähigkeiten für Attacken und nahmen Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step) sowie einigen anderen Konkurrenten bis zu 25 Sekunden ab. Auch wenn es unter den Top8 der Gesamtwertung zu keinen Platzverschiebungen kam, rückte sie doch etwas enger zusammen. Der Kampf der Favoriten spielte sich aber nicht an der Spitze des Rennens ab, denn eine große Ausreißergruppe hatte viel Vorsprung erhalten, so dass andere Fahrer den Sieg unter sich ausmachten. Sie lieferten sich auf den letzten Kilometern ein packendes Finish, aus dem Enrico Battaglin (Bardiani-CSF) als strahlender Sieger hervorging.

21 ungefährliche Ausreißer
Nach 30 Kilometern wurde auf der 14. Etappe der Italien-Rundfahrt die erste Bergwertung erreicht. Kurz vor dem Anstieg der 3. Kategorie hatte das Feld eine große Ausreißergruppe ziehen lassen (komplette Besetzung siehe LiVE-Ticker, Eintrag von 13:09 Uhr), welche auf dem ersten (kleinen) Gipfel bereits einen Vorsprung von vier Minuten aufwies, den sie in der Folge auf mehr als zehn Minuten vergrößerte. Dies war möglich, weil 18 von 22 Mannschaften in der Flucht vertreten waren und kein Einziger von ihnen weniger als eine halbe Stunde Rückstand zu Giro-Leader Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step) aufwies, weshalb dessen Mannschaft die Situation gelassen nahm. Aber auch nicht zu locker, wie der Abstand in Alpe Noveis belegte, wo das Feld bis auf 7:25 Minuten herangekommen war. Diese Wertung der 1. Kategorie lag auf dem schwersten Berg des Tages, dessen Steigung zu großen Teilen im zweistelligen Prozentbereich lag. Doch die Fahrer machten sich rund 70 Kilometer vor dem Ziel das Rennen nicht unnötig schwer. Danilo Hondo (Trek Factory Racing) verlor im steilsten Teil als Einziger den Anschluss an die anderen 20 Ausreißer, kam aber noch vor dem Kulminationspunkt wieder heran, und auch im Feld fuhr man ein gleichmäßiges, nicht zu hohes Tempo. Erst im nicht ganz so steilen, dafür doppelt so langen nächsten Anstieg nach Bielmonte wurde das Geschehen durch zahlreiche Angriffe belebt.

Battaglins zweiter Giro-Etappensieg
Während aus dem Feld mehrere Konter gefahren wurden, die ob der noch immer großen Zeitdifferenz zwischen Ausreißern und Feld jedoch weder kurz- noch langfristig zu einer Bedrohung für die Führenden wurden, setzte sich vorne Nicolas Roche (Tinkoff-Saxo) ab, erreichte den mit 1482 Metern höchsten Punkt der Etappe aber nur circa 15 Sekunden vor der nach wie vor fast vollzähligen Gruppe. Im Verlauf der 30 Kilometer langen Abfahrt nach Biella wurde der Ire eingeholt, woraufhin sich Manuel Quinziato (BMC Racing Team) und Albert Timmer (Giant-Shimano) aus dem Staub machten. Das Duo startete mit kleinem Vorsprung in den 11,8 Kilometer langen Schlussanstieg nach Oropa und baute ihn auf eine halbe Minute aus. Die gute Zusammenarbeit endete abrupt, als Quinziato mit einem Defekt stehenblieb und Timmer zum Solisten wurde. Alleine konnte der Niederländer nicht verhindern, dass einige Verfolger wieder näher kamen. Dario Cataldo (Team Sky) und Jarlinson Pantano (Colombia) stellten sich als stärkste Kletterer unter den vielen Ausreißern heraus und stießen gut zwei Kilometer vor dem Ziel zu Timmer. Cataldo fackelte nicht lange und attackierte, doch Patano war nicht kleinzukriegen. Als sich die beiden kurz sammelten, drohten weitere Fahrer Anschluss zu finden, was letztlich aber nur Enrico Battaglin (Bardiani-CSF) gelang. Pantano war für den Sprint des Trios auf der Zielgeraden zu platt, so dass es auf Kopfsteinpflaster zu einem sehenswerten italienischen Zweikampf kam, den Battaglin, ein Giro-Etappensieger von 2013, gegen Cataldo gewann.

Rolland und Hesjedal auf aussichtsloser Jagd
Hinter Battaglin, Cataldo und Pantano folgten mit unterschiedlichen Rückständen neun weitere der Ausreißer, ehe nach knapp zweieinhalb Minuten Pierre Rolland (Europcar) und Ryder Hesjedal ins Ziel kamen. Der Franzose, der schon vor genau einer Woche auf der Etappe nach Monceopiolo angegriffen hatte und erst 250 Meter vor Schluss eingeholt wurde, war mit seinem deutschen Teamkollegen Björn Thurau im Anstieg nach Bielmonte in die Offensive gegangen. Zu dem Duo gesellten sich der Österreicher Riccardo Zoidl (Trek Factory Racing), Gorka Izagirre (Movistar) und Hesjedal. Auch der Giro-Sieger des Jahres 2012 hatte sich von einem Teamkollegen, Nathan Haas, Starthilfe bei seinem Angriff geben lassen. Ihr Vorsprung auf das Hauptfeld stieg rasch auf über eine Minute an. Dazwischen hatte sich um Haas eine weitere Gruppe gebildet, in der Matteo Rabottini (Neri Sottoli) sowie Edoardo Zardini und Stefano Pirazzi (Bardiani-CSF) fuhren. Perrig Quéméneur ließ sich in der Abfahrt aus der Ausreißergruppe zu den ersten Verfolgern zurückfallen, wo Europcar zeitweise also sogar zu dritt Tempo machen konnte. Nur war der Rückstand einfach viel zu groß, als dass man die ersten Fahrer auf der Strecke noch hätte einfangen können. Immerhin rentierte sich der Aufwand für Rolland und Hesjedal, die einzigen Verbliebenen dieser Angriffe, durch Verbesserungen in der Gesamtwertung: von Platz zwölf auf neun bzw. von sechzehn auf zwölf.

Leader Uran Schwächster aus den Top8 der Gesamtwertung
Die übrigen Klassementfahrer sparten ihre Kräfte bis zum Schlussanstieg auf, wo es zunächst einen misslungenen Angriff von Julian Arredondo (Trek Factory Racing) zu sehen gab, für den Etappensieg und Bergwertungspunkte zu diesem Zeitpunkt ohnehin vollkommen außer Reichweite waren. Der Kolumbianer behält dennoch das Blaue Trikot, wobei ihm mit Tim Wellens (Lotto Belisol) einer der Ausreißer auf die Pelle rückte und sich Arredondo bis auf 18 Punkte näherte. Nairo Quintana (Movistar) fuhr sehr auffällig, aber es war Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale), der vier Kilometer vor dem Ziel in die Vollen ging und die Gruppe der Favoriten gehörig aufmischte. Gemeinsam mit Quintana setzte er sich ab und vor allem Uran machte keine gute Figur. Während Quintana mit 2:39 Minuten Rückstand zu Battaglin als Etappen-15. finishte und Fabio Aru (Astana), Pozzovivo, Wilco Kelderman (Belkin) und Rafal Majka (Tinkoff-Saxo) mit nur wenigen Sekunden Rückstand folgten, verlor Uran trotz Unterstützung durch Wout Poels 25 Sekunden auf den Tour-de-France-Zweiten des Vorjahres. Auch gegenüber Cadel Evans (BMC Racing Team) büßte Uran etwas ein. Von den Top8 der Gesamtwertung war Uran in der Tat der Schlechteste und bleibt trotzdem Spitzenreiter des Rundfahrt. Zum Zweiten Evans bleiben ihm 32 Sekunden Vorsprung. Der weiterhin Viertplatzierte Pozzovivo verkleinerte sein Defizit von 2:32 Minuten auf 2:11 und der Sechste Quintana von 3:29 auf 3:04. Kein großer Schaden für Uran, aber ein gutes Zeichen für einen noch lange spannenden Giro d‘Italia.

-> Zum Resultat

Nach der Bergankunft in Oropa folgt morgen auf der 15. Etappe bereits die nächste in Montecampione (19,4 km à 7,6%). Der gut 200 Kilometer lange Weg zu diesem Anstieg ist allerdings komplett flach.





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