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Contador kommt mit Erfolg auf Königsetappe dem 3. Vuelta-Gewinn einen großen Schritt näher
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08.09.2014

Contador kommt mit Erfolg auf Königsetappe dem 3. Vuelta-Gewinn einen großen Schritt näher

Info: VUELTA A ESPAÑA 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



La Farrapona, 08.09.2014 – Die Chancen stehen immer besser, dass auch die dritte Teilnahme Alberto Contadors (Tinkoff-Saxo) an der Vuelta a España mit dem Gesamtsieg endet. Auf der schwersten Etappe der gesamten Rundfahrt verteidigte der Spanier nicht nur seine Führung, sondern baute sie noch deutlich weiter aus. Aus 31 Sekunden wurde 1:36 Minute. Alejandro Valverde (Movistar) verteidigte seinen zweiten Platz nur mühevoll gegen Chris Froome (Sky), der seine beste Leistung dieser Vuelta bot. Auffälligste Ausreißer waren Alessandro De Marchi (Cannondale), der Etappendritter wurde, Luis Leon Sanchez (Caja Rural-Seguros RGA), der das Bergtrikot zurückeroberte, und Gianluca Brambilla (Omega Pharma-Quick Step) sowie Ivan Rovny (Tinkoff-Saxo), die wegen einer Disziplinlosigkeit vorzeitig aus dem Rennen genommen wurden.

Fünf Berge und über 4400 Höhenmeter
Es hatte schon eine Handvoll Bergankünfte gegeben bei dieser Spanien-Rundfahrt, aber noch keine „richtige Bergetappe“. Gemeint ist eine Strecke, welche die Fahrer von Anfang an enorm fordert, auf der sich ein Berg an den anderen reiht. Genau eine solche bot die 16. Etappe, bei der schon nach 17,6 von 160,5 Kilometern eine erste Bergwertung der 1. Kategorie auf dem Alto de la Colladona erreicht wurde. Es folgten der Kategorie-2-Anstieg Alto del Cordal (km 69,4) und danach noch drei weitere 1. Kategorien: Alto de la Cobertoria (km 86,2), Puerto de San Lorenzo (km 127,1) und die Zielankunt in La Farrapona, wo im Jahr 2011 Juan José Cobo etwas Zeit auf Bradley Wiggins gutmachen konnte, ehe er ihm einen Tag später am Angliru das Rote Trikot entriss. Der Beginn des Rennens war dank der Streckenführung dann auch von einiger Hektik geprägt, selbst die Favoriten fuhren am ersten Anstieg nicht immer in derselben Gruppe. Joaquin Rodriguez (Katusha) hatte an der Bergwertung sogar etwas Rückstand auf die größten Konkurrenten, was er aber schnell wieder aufholte. Seine Katusha-Mannschaft übernahm fortan die Verfolgung einer 13-köpfigen Ausreißergruppe, in welcher Tinkoff-Saxo, Movistar und Sky vertreten waren. Die Helfer von Alberto Contador, Alejandro Valverde und Chris Froome konnten sich daher noch schonen.

Sanchez erobert das Bergtrikot zurück
Bei den geflüchteten Teamkollegen der Klassementfahrer handelte es sich um Ivan Rovny (Tinkoff-Saxo), Adriano Malori (Movistar) und Peter Kennaugh (Sky). Zu ihren Begleitern gehörten Damiano Cunego (Lampre-Merida), Laurens ten Dam (Belkin), Rohan Dennis (BMC Racing), Romain Sicard (Europcar), Johan Le Bon (FDJ.fr) und Alessandro de Marchi (Cannondale), der schon einen Sieg auf der 7. Etappe im Gepäck hatte. Hinzu kamen zwei Pärchen aus Teamkollegen, die entscheidende Rollen spielen sollten. Gianluca Brambilla und Wout Poels (Omega Pharma-Quick Step) erst im Finale, Luis Leon Sanchez und Pello Bilbao (Caja Rural-Seguros RGA) dagegen schon an den frühen Bergwertungen. Ihre Mission war es nämlich, das tags zuvor an Valverde verlorene Bergtrikot zurückzuholen. Das war, mangels Gegenwehr, keine besonders schwierige Sache für Sanchez, der die ersten drei Bergwertungen gewann und damit das Soll bereits erfüllt hatte. An der vierten Bergwertung wurde er nur noch Vierter, denn auf dem Weg zum Puerto de San Lorenzo hatte sich die Gruppe in ihre Bestandteile aufgelöst. De Marchi und Brambilla hatten sich an der Spitze behauptet und Poels kam 25 Kilometer vor dem Ziel am Ende der Abfahrt wieder heran. Sie erreichten den Start zum Schlussanstieg mit einem Vorsprung von zweieinhalb Minuten – sechs weniger als sie einmal hatten.

Brambilla und Rovny disqualifiziert
Sky hatte schon seit einer Weile das Kommando im Feld von Katusha übernommen und diktierte weiterhin das Tempo. Derweil spielte sich bei den Spitzenreitern etwas Eigenartiges ab: Ein Begleitwagen fuhr zu Brambilla hin und ein Kommissär überbrachte ihm eine Nachricht, die den Italiener fassungslos machte: Disqualifikation. Am vorletzten Berg hatte es eine Auseinandersetzung, ein Handgemenge zwischen Brambilla und Rovny gegeben. Die Jury hatte daraufhin entschieden, beide Fahrer aus dem Rennen zu nehmen, was zu diesem späten Zeitpunkt natürlich ein starker Eingriff in das Renngeschehen war. Das OPQS-Duo war gesprengt, zudem hatte Brambilla gegenüber Poels den stärkeren Eindruck gemacht. Den Niederländer hatte De Marchi dann auch bald abgeschüttelt, bestritt das Fernduell gegen Sky nun auf eigene Faust. Lange blieb es bei einem Abstand von rund eineinhalb Minuten zwischen dem Solisten und den Favoriten – bis Froome vier Kilometer vor dem Gipfel antrat. Die erste Aktion eines Klassementfahrers sorgte sofort für klare Verhältnisse. Nur Alberto Contador konnte dem Briten folgen und De Marchi sich nicht mehr lange wehren. Contador hielt sich so lange an Froomes Hinterrad auf, bis er auf dem letzten Kilometer einen siegbringenden Endspurt einlegte und noch 15 Sekunden Vorsprung herausfuhr. Valverde und Rodriguez folgten nach knapp einer Minute und blieben ohne Bonifikationen, weil De Marchi immerhin den dritten Platz gerettet hatte.

Valverde und Froome fast gleichauf
Das Spannendste an dieser sonst leider recht eintönigen Etappe war der Vergleich zwischen Froome und Valverde, bei dem es um den zweiten Platz in der Gesamtwertung ging. Valverde bleibt noch drei Sekunden vorne, hat jetzt aber 1:36 Minute Rückstand auf Contador, dessen dritter Vuelta-Sieg nach 2008 und 2012 fast schon sicher zu sein scheint. Rodriguez, der auffällig passiv fuhr und auf der Verfolgung von Froome und Contador die Arbeit fast komplett Valverde überließ, liegt nun 50 Sekunden von einem Podiumsplatz entfernt. Noch gut eine Minute mehr Rückstand hat Fabio Aru (Astana), der Valverde und Rodriguez fast ebenbürtig war und seinen fünften Rang behält. Der bisherige Sechstplatzierte Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step) rutschte dagegen um zehn Positionen ab. Der Kolumbianer hatte schon am zweiten Anstieg Schwächen offenbart, deren Ursache eine Bronchitis sein soll. Zweiter ist Valverde nicht nur in der Gesamt-, sondern auch in Berg- und Punktewertung. Auf Sanchez hat er einen verhältnismäßig großen Rückstand von 23 Punkten, auf John Degenkolb (Giant-Shimano) nur noch zehn. Anstelle des Bergtrikots wird der Spanier auf der nächsten Etappe wieder das weiße Trikot tragen, denn in der Kombinationswertung ist er weiterhin der Beste. Stärkste Mannschaft des Tages war Katusha, was den Gesamtvorsprung zu Movistar auf mehr als 14 Minuten anhob.

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Drei Bergankünfte in Folge haben nicht nur für klarere Verhältnisse in der Gesamtwertung gesorgt, sondern auch das Teilnehmerfeld um 13 Fahrer von 186 auf 173 reduziert. Zu den bekanntesten ausgeschiedenen Fahrern der letzten Tage zählen Peter Sagan (Cannondale), Nacer Bouhanni (FDJ.fr) und Tony Martin (Omega Pharma-Quick Step). Die im Rennen verbleibenden Fahrer freuen sich auf einen Ruhetag, müssen erst am Mittwoch wieder antreten. Die 17. Etappe ist das letzte flache Teilstück der Vuelta.





Contador kommt mit Erfolg auf Königsetappe dem 3. Vuelta-Gewinn einen großen Schritt näher
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Foto: Sabine Jacob

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