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Wertungs-Überblick am 2. Ruhetag des Giro: Viele knappe Stände, mit Ausnahme der Punktewertung
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15.05.2017

Wertungs-Überblick am 2. Ruhetag des Giro: Viele knappe Stände, mit Ausnahme der Punktewertung

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



15.05.2017 – Sechs Etappen sind seit unserer ersten Ruhetags-Analyse ausgetragen worden und haben das Bild in vielen Klassementen des Giro d'Italia völlig verändert. Nairo Quintana, Fernando Gaviria, Jan Polanc und Davide Formolo tragen nun die Wertungstrikots, aber noch immer sind wir weit davon entfernt, von Vorentscheidungen reden zu können. Auch am 2. Ruhetag wollen wir euch nun wieder einen Überblick über alle Stände des 100. Giro bieten.


Alle Wertungen und Punktelisten:
Reglement Giro d’Italia 2017


Führungsverläufe





Die Trikot-Wertungen

  Der als Topfavorit auf den Giro-Gesamtsieg gehandelte Nairo Quintana hat gestern am Blockhaus eine erste Demonstration seiner Klasse abgeliefert und mit dem Gewinn der Bergankunft auch das Rosa Trikot übernommen. Doch es dürfte niemanden verwundern, wenn er es schon morgen im 39,8 km langen Einzelzeitfahren wieder verlieren sollte, denn sein Vorsprung auf Tom Dumoulin, den definitiv größten Zeitfahrspezialisten unter den besten Fahrern der Gesamtwertung, beträgt gerade einmal eine halbe Minute. Auch Thibaut Pinot, der mittlerweile zu den besseren Zeitfahrern unter den Top-Kletterern gezählt werden darf, könnte seinen Verlust vom Blockhaus im Kampf gegen die Uhr mindestens wieder wettmachen.
  Orica-Scott-Fahrer Adam Yates (16. +0:04:49) und die beiden Sky-Teamkollegen Geraint Thomas (17. +0:05:14) sowie Mikel Landa (44. +0:27:06) erlebten herbe Rückschläge durch den unverschuldeten Sturz am Fuße des Blockhaus, wobei Yates und Thomas zumindest noch in Reichweite der Top10 liegen. Alle anderen Fahrer, die wir in unserer Favoriten-Vorschau mit Sternen versehen hatten, befinden sich aktuell unter den ersten 13 des Gesamtklassements.
  Bestplatzierte „Nicht-Sternefavoriten“ sind als Sechster und Achter Domenico Pozzovivo und Davide Formolo. Neben dem Fünftplatzierten Vincenzo Nibali und Dario Cataldo (Astana) auf Rang 14 sind sie die einzigen Italiener in den Top20 ihrer Landesrundfahrt. Weitaus schlimmer ist freilich, dass es noch immer keinen einzigen italienischen Etappensieg gab. Es ist nicht mehr weit bis zum Negativ-Rekord vom Giro 2010, als bis zur 12. Etappe auf einen Heimerfolg gewartet werden musste.

Gesamtwertung
1 Nairo Alexander Quintana Rojas (Col) Movistar Team 42:06:09
2 Thibaut Pinot (Fra) FDJ 0:00:28
3 Tom Dumoulin (Ned) Team Sunweb 0:00:30
4 Bauke Mollema (Ned) Trek - Segafredo 0:00:51
5 Vincenzo Nibali (Ita) Bahrain - Merida 0:01:10
6 Domenico Pozzovivo (Ita) Ag2r La Mondiale 0:01:28
7 Ilnur Zakarin (Rus) Team Katusha - Alpecin 0:02:28
8 Davide Formolo (Ita) Cannondale - Drapac Pro Cycling Team 0:02:45
9 Andrey Amador Bikkazakova (CRc) Movistar Team 0:02:53
10 Steven Kruijswijk (Ned) Team LottoNL - Jumbo 0:03:06
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  Nach nunmehr zwei Siegen, einem zweiten und einem vierten Platz steht Fernando Gaviria an der Spitze der Punktewertung und recht weit vor jenen Fahrern, welche die anderen Massensprint-Etappen gewannen: André Greipel hat 62, Caleb Ewan sogar 91 Punkte Rückstand. Wenn er auf den letzten beiden Flachetappen in dieser Woche (Etappen 12 und 13) weitere Top-Ergebnisse einfährt, dürfte Gaviria wohl kaum noch einzuholen sein. Zwar folgen danach noch etliche Bergetappen, doch gibt es auf diesen deutlich weniger Punkte, so dass die Kletterer ihn kaum noch einholen dürften.
  Doch was, wenn Gaviria den Giro nicht beenden sollte? Für diesen Fall dürfte man Jasper Stuyven vielleicht sogar als heißesten Anwärter auf die Maglia Ciclamino einstufen. Neben guten Platzierungen in den Massensprints (4x zwischen Platz 2 und 9) zeigte der Belgier auf der 6. Etappe, dass er auch auf anderem Wege zu Punkten kommen kann. Als Ausreißer gewann er an diesem Tag beide Zwischensprints und wurde Etappenzweiter, holte so 75 Punkte, was beinahe der Hälfte seiner gesamten bisherigen Ausbeute entspricht.

Punktewertung
1 Fernando Gaviria Rendon (Col) Quick Step Floors 191 Punkte
2 Jasper Stuyven (Bel) Trek - Segafredo 160
3 André Greipel (GER) Lotto - Soudal 129
4 Caleb Ewan (Aus) Orica - Scott 100
5 Lukas Pöstlberger (AUT) Bora - Hansgrohe 98
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  Seit seinem Sieg auf der 4. Etappe trägt Jan Polanc das blaue Bergtrikot. Dass er dieses noch eine Weile verteidigen kann, ist dem Slowenen durchaus zuzutrauen, der nicht nur als Ausreißer am Etna beeindruckte. Sein 14. Platz am Blockhaus zeigt, dass Polanc auch an noch steileren Anstiegen einiges zuzutrauen ist. Die Klasse für einige Punkte-trächtige Fluchten auf den noch kommenden Hochgebirgsetappen scheint er definitiv zu haben.
  Mit Nairo Quintana und Thibaut Pinot sind die ersten Verfolger von Polanc nun die beiden Fahrer, welche bei der Blockhaus-Bergankunft den stärksten Eindruck hinterließen. Sollten beide diese Form über den gesamten Giro hinweg halten können, ist die Möglichkeit nicht gerade gering, dass die Entscheidung um das Bergtrikot zum Nebenprodukt des Kampfes um Rosa verkommt.

Bergwertung
1 Jan Polanc (Slo) UAE Team Emirates 44 Punkte
2 Nairo Alexander Quintana Rojas (Col) Movistar Team 35
3 Thibaut Pinot (Fra) FDJ 27
4 Daniel Teklehaimanot (Eri) Team Dimension Data 23
5 Ilnur Zakarin (Rus) Team Katusha - Alpecin 19
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  Am Blockhaus ist der Kreis der Anwärter auf den Titel des besten Nachwuchsfahrer zu einem Quartett geschrumpft. Durchaus ein wenig überraschend ist Davide Formolo der neue Träger des Weißen Trikots, wobei der 24-Jährige bei der Vuelta 2016 als Gesamtneunter schon sein Potenzial gezeigt hatte und ihm durchaus zuzutrauen ist, sich gegen die hochkarätige Konkurrenz zu behaupten.
  Nach fünf Tagen in Rosa verlor Bob Jungels nicht nur die Führung in der Gesamtwertung, sondern auch im Nachwuchsklassement, liegt aber nur 45 Sekunden hinter Formolo und hat weiter gute Chancen, nach 2016 das Weiße Trikot erneut zu gewinnen. Adam Yates, der beste Nachwuchsfahrer der Tour de France 2016, ist trotz Sturzpechs auf der Blockhaus-Etappe ebenfalls noch im Rennen um den Nachwuchstitel, zwei Minuten Rückstand sind für ihn kein unaufholbarer Rückstand. Jan Polanc, dessen bisher beste Grand-Tour-Platzierung Platz 42 beim Giro 2014 ist, ist die große Unbekannte im Kreise dieser Fahrer.

Nachwuchswertung
1 Davide Formolo (Ita) Cannondale - Drapac Pro Cycling Team 42:08:54
2 Bob Jungels (Lux) Quick Step Floors 0:00:45
3 Jan Polanc (Slo) UAE Team Emirates 0:02:01
4 Adam Yates (GBr) Orica - Scott 0:02:04
5 Simone Petilli (Ita) UAE Team Emirates 0:05:39
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Vorschau auf die nächsten Etappen:
Zweite Woche mit Zeitfahren und Oropa


Die Spezial-Wertungen

  In zwei der drei Spezialwertungen, für die es keine eigenen Trikots gibt, hat der an den ersten beiden Giro-Tagen als Ausreißer aktive Daniel Teklehaimanot seine Führung behalten, ohne noch ein weiteres Mal an einer Flucht teilnehmen zu müssen. Doch sowohl in der Sprintwertung als auch in der nach Ausreißer-Kilometern berechneten Classifica Fuga gibt es mittlerweile mehrere Fahrer, die ihm dicht auf den Fersen sind und auf einer der nächsten Etappen für Führungswechsel sorgen könnten.
  In der Classifica Combattività wurde Teklehaimanot bereits auf der 5. Etappe von Rang eins verdrängt, als Fernando Gaviria hinter einem Ausreißerduo an beiden Zwischensprints Dritter wurde und im Ziel seinen zweiten Etappensieg feierte. Zwischensprints, Zielankünfte sowie Bergwertungen zählen für diese Art Vielseitigkeits-Wertung, in der sich der Kolumbianer aber wohl kaum an der Spitze behaupten dürfte, wenn bald fast nur noch Bergetappen auf dem Programm stehen.

Sprintwertung
1 Daniel Teklehaimanot (Eri) Team Dimension Data 37 Punkte
2 Eugert Zhupa (Alb) Wilier Triestina - Selle Italia 29
3 Pavel Brutt (Rus) Gazprom - RusVelo 28
4 Jasper Stuyven (Bel) Trek - Segafredo 28
5 Maciej Paterski (Pol) CCC Sprandi - Polkowice 20
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Ausreißerwertung („Classifica Fuga“)
1 Daniel Teklehaimanot (Eri) Team Dimension Data 361 Kilometer
2 Pavel Brutt (Rus) Gazprom - RusVelo 350
3 Simone Andreetta (Ita) Bardiani - CSF 342
4 Eugert Zhupa (Alb) Wilier Triestina - Selle Italia 319
5 Evgeny Shalunov (Rus) Gazprom - RusVelo 304
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Wertung Kämpferischster Fahrer („Classifica Combattività“)
1 Fernando Gaviria Rendon (Col) Quick Step Floors 34 Punkte
2 Jasper Stuyven (Bel) Trek - Segafredo 29
3 Daniel Teklehaimanot (Eri) Team Dimension Data 23
4 Lukas Pöstlberger (AUT) Bora - Hansgrohe 20
5 Jan Polanc (Slo) UAE Team Emirates 19
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Die Team-Wertungen

  Bis zur 8. Etappe war die Mannschaftswertung nach Zeit noch ziemlich offen, doch dann bot Movistar am Blockhaus eine überragende Vorstellung. Seine Helfer Andrey Amador und Winner Anacona wurden bei Nairo Quintanas Sieg Elfter und Zwanzigster. Gemeinsam nahmen sie dem zweitbesten Team des Tages, Astana, insgesamt über 3 Minuten ab. Mit einem Gesamt-Vorsprung von mehr als 6 Minuten hat sich Movistar definitiv in die Favoritenrolle für den Teamsieg gebracht.
  In der Mannschafts-Punktewertung, für die Zielankünfte und Zwischensprints gewertet werden, ist Quick-Step Floors noch einsame Spitze. Noch, weil dem bisher wertvollsten Punktelieferanten Fernando Gaviria nicht mehr viele Etappen bleiben, auf denen er groß absahnen kann. Movistar hat allein mit seinen Siegen auf den letzten beiden Etappen durch Gorka Izagirre und Nairo Quintana insgesamt 117 Punkte gesammelt und sich in diesem Klassement schon von Rang 21 auf 8 vorgearbeitet.
  Im Fair-Play-Ranking stehen noch zehn Mannschaften gänzliche ohne Strafpunkte da. Einsames Schlusslicht ist Bahrain Merida, das 1000 Punkte für die Deklassierung Javier Morenos erhielt, der auf der 4. Etappe Diego Rosa mit einem Schlag zu Fall gebracht hatte.

Mannschaftswertung
1 Movistar Team 126:26:41
2 Astana Pro Team 0:06:15
3 UAE Team Emirates 0:07:57
4 Cannondale - Drapac Pro Cycling Team 0:10:44
5 FDJ 0:15:13
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Mannschaftswertung nach Punkten („Super Team“)
1 Quick Step Floors 233 Punkte
2 Trek - Segafredo 197
3 Bora - Hansgrohe 197
4 Team Dimension Data 155
5 UAE Team Emirates 150
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Fair-Play-Wertung („Classifica Fair Play“)
1 FDJ 0 Punkte
2 Trek - Segafredo 0
3 Ag2r La Mondiale 0
4 Cannondale - Drapac Pro Cycling Team 0
5 Astana Pro Team 0
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