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Gavirias dritter Sprintsieg besiegelt einen (unrühmlichen) italienischen Giro-Rekord
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18.05.2017

Gavirias dritter Sprintsieg besiegelt einen (unrühmlichen) italienischen Giro-Rekord

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Reggio Emilia, 18.05.2017 – Anno 2010 war es Filippo Pozzato, der auf der 12. Etappe der Italien-Rundfahrt endlich für den ersten Sieg eines Italieners gesorgt hatte. Sieben Jahre später wurde dieser „Rekord“ gebrochen, denn auf der 12. Etappe des 100. Giro gab es wieder keinen Heimerfolg. Jakub Mareczko erbrachte im Massensprint zwar eine Topleistung und hätte zum Volkshelden werden können, aber an Fernando Gaviria kam auch er einfach nicht vorbei. Ein guter Tag war es nicht nur für den kolumbianischen Überflieger, der jetzt schon drei Etappensiege auf seinem Konto hat, sondern auch für Omar Fraile, der Jan Polanc das Bergtrikot abluchste.


Das Profil der 12. Etappe des Giro d‘Italia

Lange Flucht ohne Erfolgsaussichten
Es gibt Tage wie gestern, an denen fast jeder mit einem Ausreißersieg rechnet, und Tage, an denen wohl kaum jemand einen Pfifferling auf einen solchen wetten würde. So war es heute auf der 12. Etappe, die mit 229 Kilometern die längste der 100. Italien-Rundfahrt war. Mit einem insgesamt recht einfachen und am Ende sogar komplett flachen Profil war sie für einen Massensprint prädestiniert. Dennoch fanden sich drei Wagemutige: Gleich nach dem Start nahmen Sergey Firsanov (Gazprom-RusVelo) und Marco Marcato (UAE Team Emirates) Reißaus, ein paar Kilometer später stieß Verfolger Mirco Maestri (Bardiani CSF) hinzu. Sie bauten schnell einen Vorsprung von sieben Minuten auf, bevor Quick-Step Floors, Orica-Scott und Lotto Soudal einschritten. Sie reduzierten den Rückstand des Feldes auf vier Minuten, ehe er 100 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf über 6 Minuten stiegen, nur um danach wieder kontinuierlich abzunehmen. Bei noch 15 Kilometern und nur mehr 22 Sekunden Vorsprung griff Maestri im Alleingang an, doch acht Kilometer später wurde auch er eingeholt und dem Massensprint stand niemand mehr im Wege.

Gaviria mit seinem dritten Sprinterfolg
Auf dem vorletzten Kilometer gab es zwar noch eine Attacke von Eugert Zhupa (Wilier Triestina-Selle Italia), aber der Sprintzug von Bora-Hansgrohe holte den albanischen Meister noch vor der Flamme Rouge zurück ins Feld. Das deutsche Team kam mit Rüdiger Selig und Sam Bennett auf den ersten Positionen durch die letzte Kurve, doch auf der 350 Meter langen Zielgeraden konnten sie sich nicht gegen Quick-Step Floors behaupten. Ariel Maximiliano Richeze, der 16 Kilometer vor dem Ziel noch einen Defekt erlitten hatte, brachte Fernando Gaviria nach vorne und der Kolumbianer feierte wie in Cagliari und Messina auch in Reggio Emilia einen souveränen Sieg; Richeze kam sogar noch zu einem guten fünften Platz. Jakub Mareczko (Wilier Triestina-Selle Italia) wurde Zweiter, konnte gegen einen schier übermächtigen Gegner nicht für den ersten italienischen Etappensieg sorgen. Bennett wurde Dritter, gefolgt vom deutschen Phil Bauhaus (Sunweb), der seinen Landsmann André Greipel (Lotto Soudal) vier Plätze hinter sich ließ. Orica-Scott erlebte einen totalen Reinfall, denn Caleb Ewan wurde lediglich 82. und Luka Mezgec war als 16. Bester des Teams.

Fraile nimmt Polanc das Bergtrikot ab
Neben den 50 Punkten im Ziel strich Gaviria jeweils 6 weitere Punkte an den beiden Zwischensprints des Tages ein, wo ihm niemand Platz vier hinter den Ausreißern streitig machen wollte. Den Vorsprung in der Punktewertung gegenüber dem Etappenachten Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) vergrößerte er somit von 31 auf 86 Punkte. Sollte er den Giro zu Ende fahren, dürfte Gaviria das Ciclamino-Trikot normalerweise nicht mehr zu nehmen sein. 18. der Etappe wurde Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale), hinter dem sich eine kleine Lücke aufgetan hatte, die ihm den Gewinn von sechs Sekunden auf alle anderen Fahrer aus den Top10 der Gesamtwertung einbrachte – und eine Platzverbesserung, weil er Tanel Kangert (Astana) von Rang acht verdrängen konnte. Im Bergklassement kam es sogar zu einem Führungswechsel: Omar Fraile (Dimension Data), nach seinem gestrigen Etappensieg noch punktgleicher Zweitplatzierter hinter Jan Polanc (UAE Team Emirates), gewann gut 60 Kilometer nach dem Start an einer Bergwertung der 2. Kategorie das Duell dieser beiden um vier bzw. zwei Punkte, die hinter den Ausreißern verbleiben waren. An einer späteren Bergwertung der 3. Kategorie konnte Fraile dann noch einen weiteren Punkt einheimsen und hat nun drei Zähler Vorsprung.

-> Zum Resultat

Nicht eine einzige Bergwertung oder überhaupt halbwegs erwähnenswerte Erhebung gibt es auf der morgigen 13. Etappe, die mit 167 Kilometern deutlich kürzer ist und ebenfalls in einem Massensprint enden dürfte – dem dann definitiv letzten bei dieser Italien-Rundfahrt, denn alle weiteren Etappen sind für die Sprinter ungeeignet.

Video der Zielankunft





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