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Jungels gewinnt Lombardei-Etappe des 100. Giro im Sprint der Favoriten vor Quintana und Pinot
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21.05.2017

Jungels gewinnt Lombardei-Etappe des 100. Giro im Sprint der Favoriten vor Quintana und Pinot

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Bergamo, 21.05.2017 – Für den vierfachen Sprintgewinner Fernando Gaviria ist die Zeit der Siege beim 100. Giro d’Italia vorbei, für seine Mannschaft Quick-Step Floors aber noch lange nicht. Nach einem schweren Finale, das jenem des Klassikers Il Lombardia nachempfunden war, konnte Bob Jungels im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers die 15. Etappe im Sprint einer Favoritengruppe für sich entscheiden. Nairo Quintana und Thibaut Pinot machten als Etappenzweiter und -dritter durch Zeitgutschriften ein paar Sekunden auf Tom Dumoulin gut, der das Rosa Trikot aber einmal mehr souverän verteidigte.


Das Profil der 15. Etappe des Giro d‘Italia

Ein Höllentempo vom Start bis ins Ziel
Mit den Anstiegen Miragolo San Salvatore (8,7 km à 7,0%) und Selvino (6,9 km à 5,4%) und dem kniffligen Finale in der Oberstadt Bergamos kopierte der 100. Giro d’Italia heute die letzten 50 Kilometer der 110. Austragung des Klassikers Il Lombardia vom letzten Oktober. Das Ende der der insgesamt 199 Kilometer langen 15. Etappe war also äußerst anspruchsvoll, wohingegen die ersten drei Viertel der Strecke keinerlei Schwierigkeiten aufwiesen. Weniger anstrengend waren sie deshalb aber kaum, denn die Etappe wurde vom Start weg in einem Höllentempo angegangen. Zwar bildete sich relativ schnell eine Spitzengruppe mit Jan Barta (Bora-Hansgrohe), Jérémy Roy (FDJ), Moreno Hofland (Lotto Soudal), Dries Devenyns (Quick-Step Floors) und Eugert Zhupa (Wilier Triestina-Selle Italia), doch während ihrer knapp zwei Stunden langen Flucht konnten sie nie mehr als 40 Sekunden Vorsprung verbuchen, weil diverse anderen Mannschaften auf dieser für Ausreißer vermeintlich günstigen Etappe keine Gruppe ohne eigene Beteiligung ziehen lassen wollten. So wurden die ersten beiden Rennstunden mit einem Schnitt von mehr als 50 km/h absolviert und die Etappe wurde schlussendlich mit 46,856 km/h zur elftschnellsten in der Giro-Geschichte!

Orica-Scott hält Ausreißer an kurzer Leine
Nicht lange nach dem Ende der ersten Fluchtgruppe bildete sich eine neue mit diesmal zehn Fahrern, nach deren Entstehung im Peloton zumindest einmal kurz durchgeatmet wurde. Dadurch konnten die Ausreißer einen Vorsprung von zweieinhalb Minuten herausfahren, bis Orica-Scott reagierte, das Feld erneut auf Touren brachte und den Rückstand bis zum Beginn des ersten Anstiegs bereits wieder auf eine Minute reduzierte. Im Anstieg nach Miragolo San Salvatore teilte sich die Spitzengruppe und die ersten fünf Fahrer wurden rasch eingeholt: Evgeny Shalunov (Gazprom-RusVelo), Enrico Battaglin (LottoNL-Jumbo), der Schweizer Silvan Dillier (BMC Racing), der 19. der Gesamtwertung Simone Petilli (UAE Team Emirates) und Fernando Gaviria (Quick-Step Floors), der mit einem gewonnen Zwischensprint seinen riesigen Vorsprung im Kampf um die Maglia Cilamino weiter ausbaute. Als kurz vor der Bergwertung der 2. Kategorie auch Enrico Barbin (Bardiani CSF) und Julen Amezqueta (Wilier Triestina-Selle Italia) den Anschluss verloren, verblieb nur noch ein Trio aus Rudy Molard (FDJ), Jacques Janse Van Rensburg (Dimension Data) und Philip Deignan (Sky) an der Spitze, das immer noch eine Minute vor dem Hauptfeld lag.


Das Profil der letzten 5 Kilometer

Rolland und Sanchez weiter ohne Fortune
Aus dem Feld hatte hinauf nach Miragolo San Salvatore Pierre Rolland (Cannondale-Drapac) angegriffen, und Luis Leon Sanchez (Astana) machte es ihm nach. Der Franzose und der Spanier, die bei diesem Giro schon mehrfach vergeblich auf die Jagd nach einem Etappensieg gegangen waren, holten in der Abfahrt Barbin und Amezqueta ein, die sie im nächsten Anstieg nach Selvino sogleich abhängten. Dort konnten die beiden Angreifer wenig später auch zu den letzten drei Ausreißern aufschließen. Das somit neu entstandene Quintett erreichte die Bergwertung der 3. Kategorie 42 Sekunden vor dem Hauptfeld, das durch die ununterbrochene Tempoarbeit Orica-Scotts auf etwa 40 Mann geschrumpft war. Der Rückstand wurde in der Abfahrt und einem kurzen Flachstück Richtung Bergamo immer kleiner und die Option „Ausreißersieg“ war vor der letzten Schwierigkeit der Strecke praktisch vom Tisch. Fünf Sekunden Vorsprung blieb der Gruppe noch, als es in die Steigung nach Bergamo Alta (1,16 km à 7,9%) ging. Rolland wollte dort nicht aufgeben, doch durch eine massive Tempoverschärfung von Giovanni Visconti und Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) und einen Angriff von Bob Jungels (Quick-Step Floors) konnte er sich nicht mehr vorne halten.

Giro-Aus für bisherigen Siebtplatzierten Kangert
Jungels hatte bei seinem Angriff einige Meter Vorsprung herausgeholt, kam aber nicht alleine auf der Kuppe der Steigung an, weil Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale) und Nibali konterten. Es entstand eine zunächst achtköpfige Gruppe, die sich in der drei Kilometer langen Abfahrt noch auf zwölf Mann vergrößerte, zwischen denen der Tagessieg im Sprint entschieden wurde. Der eindeutig Schnellste dieses Dutzends war der 24-jährige Jungels, der im Weißen Trikot seinen ersten Grand-Tour-Etappensieg feierte. Adam Yates (Orica-Scott), dessen Teamkollege Johan Esteban Chaves 2016 auf derselben Zielgeraden Il Lombardia gewonnen hatte wurde nur Vierter, musste auch Nairo Quintana (Movistar) und Thibaut Pinot (FDJ) den Vortritt lassen. Diese beiden verringerten durch die Zeitgutschriften den Rückstand auf Leader Tom Dumoulin (Sunweb) leicht auf 2:41 bzw. 3:21 Minuten. Der Niederländer wurde Achter und verteidigte sein Rosa Trikot ohne Probleme. Für den bisherigen Siebtplatzierten Tanel Kangert (Astana) endete der Giro durch einen Sturz mit einem Ellenbogenbruch. Auch Rüdiger Selig (Bora-Hansgrohe), Ivan Savitskiy (Gazprom-RusVelo), Bart De Clercq (Lotto Soudal) und Caleb Ewan (Orica-Scott), der bis zu den Bergen viel Führungsarbeit im Feld geleistet hatte, sind auf dieser Etappe ausgestiegen.

-> Zum Resultat

Nach dieser rasanten Etappe wird vielen Fahrern der dritte Ruhetag ganz gelegen kommen. Danach wartet am Dienstag auf der 16. Etappe eine der schwersten Strecken des 100. Giro d’Italia: auf 222 Kilometern geht es über Passo del Mortirolo, Passo dello Stelvio und Umbrailpass nach Bormio.

Video der Zielankunft





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