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Bennett schlägt Viviani beim Finale des 101. Giro d’Italia in Rom
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27.05.2018

Bennett schlägt Viviani beim Finale des 101. Giro d’Italia in Rom

Info: GIRO D’ITALIA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Rom, 27.05.2018 – Im letzten großen Showdown der beiden Topsprinter des 101. Giro d’Italia hat der zuvor bei dieser Rundfahrt zweimal erfolgreiche Sam Bennett den vierfachen Etappensieger Elia Viviani noch einmal schlagen können. Ein kleiner Rückschlag, der aber nichts daran änderte, dass Viviani zum ersten Mal die Punktewertung einer Grand Tour gewann. Chris Froome konnte die Italien-Rundfahrt ganz gemütlich ausklingen lassen, weil sämtliche Topfahrer gemeinsam bei der Rennleitung eine Neutralisierung der Etappe erwirkt hatten, so dass Zeitabstände bei der Zielankunft nicht in die Wertung kamen.


Das Profil der 21. Etappe des Giro d‘Italia

Fahrer haben Angst um ihre Sicherheit
23 Tage nach ihrem Auftakt in Jerusalem endete die 101. Austragung der Italien-Rundfahrt in ihrer heimatlichen capitale: erst zum vierten Mal überhaupt war Rom Gastgeber des Giro-Finales. An die Jahre 1911 und 1950 mögen sich wohl nur noch Historiker erinnern, doch die Geschehnisse des Jahres 2009 waren vielen Beteiligten noch gut im Gedächtnis. Gesamtsieger Denis Menchov war im abschließenden Zeitfahren kurz vor dem Ziel gestürzt, konnte sich aber zum Glück wieder aufrappeln und das Rosa Trikot ins Ziel bringen. Ein dramatisches Finale mit vielen Stürzen befürchteten die verbliebenen Teilnehemer des Giro 2018, nachdem sie den 11,5 Kilometer langen Rundkurs in der „ewigen Stadt“ zum ersten Mal hinter sich gebracht hatten. Wegen diverser Abschnitte mit Kopfsteinpflaster und anderen Straßen mit teils sehr unebenem Belag kamen große Diskussionen auf, bis Elia Viviani, Chris Froome und Tom Dumoulin als Meinungsführer des Pelotons bei den Veranstaltern eine Neutralisierung des Rennens erwirkten. Soll heißen: Die Zeitabstände für Tages- und Gesamtwertung wurden bereits am Ende der dritten der zehn Runden festgehalten – alle Fahrer bekamen die gleiche Zeit.

Froome und Co. lassen es ruhig angehen
Als diese offizielle Neutralisierung beschlossen und vollzogen war, endete die „inoffizielle Neutralisierung“ des Rennens. Solidarisch hatten die Fahrer während der ersten drei Runden nämlich auf jegliche Angriffe verzichtet. Doch mit Beginn der vierten Runde gab es sofort den ersten Angriff durch Alexey Lutsenko (Astana) und Mads Würtz Schmidt (Katusha Alpecin). Nachdem 16 weitere Fahrer zu ihnen aufgeschlossen hatten, baute die Gruppe ihren Vorsprung auf knapp eine Minute aus. Quick-Step Floors übernahm die Verantwortung im Peloton und kümmerte sich um die Kontrolle der Ausreißer. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis sich ein großer Teil vom Ende des Feldes abspaltete und rasch mehrere Minuten zurückfiel. Der Träger des Rosa Trikots und alle anderen in der Gesamtwertung weit vorne platzierten Fahrer wollten mit der wilden Hatz rein gar nichts zu tun haben und lieber in einem gemütlichen Tempo die restliche Strecke zurücklegen, um die Sturzgefahr auf ein Minimum zu reduzieren. Sie mussten ja lediglich die vollen 115 Kilometer absolvieren, der Rückstand bei der Zielankunft war nicht von Belang.

Gruppe um Martin auf der letzten Runde
Der Vorsprung der 18-köpfigen Ausreißergruppe war schnell wieder auf weniger als eine halbe Minute geschmolzen, was für einige Unruhe sorgte und weitere Angriffe an der Spitze des Rennens verursachte. Krists Neilands (Israel Cycling Academy) setzte sich einmal für kurze Zeit alleine ab, aber erst durch den zweiten Versuch von Christopher Juul-Jensen (Mitchelton-Scott) ergab sich in Runde sieben eine nachhaltige Veränderung der Rennsituation. Der Däne bildete für die nächsten 30 Kilometer ein Duo mit dem Russen Viacheslav Kuznetsov (Katusha Alpecin). Eingeholt wurden sie unmittelbar vor dem Ende der vorletzten Runde. Kurz nach dem Start der letzten 11,5 Kilometer schoss Ryan Mullen (Trek-Segafredo) aus dem Hauptfeld hervor. Florian Sénéchal, Teamkollege des Sprintfavoriten Elia Viviani (Quick-Step Floors), klemmte sich ans Hinterrad des irischen Meisters. Der sprintstarke Danny van Poppel (LottoNL-Jumbo) sprang ebenfalls hinterher und auch Tony Martin (Katusha Alpecin) stieß noch mit zu dieser neuen Spitzengruppe hinzu. Das Maximum ihres Vorsprungs erreichte jedoch nur rund zehn Sekunden und Bora-Hangrohe sorgte dafür, dass das Quartett 3,5 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt wurde.

Bennett besiegt Viviani zum zweiten Mal
1500 Meter vor dem Ziel drängte sich der Quick-Step-Floors-Zug an die Spitze des kleinen Feldes – drei Helfer hatte Viviani noch zu seiner Verfügung. Diese brachten den Träger des Maglia Ciclamino in perfekter Position auf die Zielgerade, doch an seinem Hinterrad lauerte Sam Bennett (Bora-Hansgrohe). Und dem Iren gelang die Wiederholung seines Coups von der 7. Etappe, als er den Italiener schon einmal auf Platz zwei verwiesen hatte. Zusammen mit dem Sieg auf der 12. Etappe, als Viviani nicht im Hauptfeld war, ist Bennett nun also dreifacher Giro-Etappengewinner. In der Punktewertung bleibt er mit 282 zu 341 Zählern trotzdem klarer Zweiter hinter Viviani. Und Chris Froome? Der rollte siebzehneinhalb Minuten später Seite an Seite mit seinen Teamkollegen den Gesamtsieg bejubelnd über die Ziellinie. Für die bestmöglichen Erinnerungsfotos hatten sie sich extra noch ein wenig hinter alle Andere zurückfallen lassen. Weit nach den Sky-Fahrern kam nur noch Esteban Chaves (Mitchelton-Scott) ins Ziel, der vom Hauptfeld mit den Sprintern sogar überrundet worden war. Der einstige Gesamtzweite dieses Giro war der letzte von 149 Finishern – mit dem wegen einer Lungenentzüdung nicht gestarteten Thibaut Pinot (Groupama-FDJ) und seinem Teamkollegen Matthieu Ladagnous gab es noch einmal zwei Ausfälle.

-> Zum Resultat und allen Endständen

Video der Zielankunft






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