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Niewiadoma triumphiert im dramatischen Finale des Amstel Gold Ladies Race
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21.04.2019

Niewiadoma triumphiert im dramatischen Finale des Amstel Gold Ladies Race

Info: Frauen: AMSTEL GOLD RACE LADIES EDITION 2019 (1.WWT)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Berg en Terblijt, 21.04.2019 - Ein hochspannendes, wendungsreiches Amstel Gold Race Ladies Edition WorldTour-Rennen ist mit dem Sieg von Katarzyna Niewiadoma (Canyon-SRAM Racing) zu Ende gegangen. Die 24-jährige Polin bewies bei ihrer Attacke am Cauberg-Schlussanstieg hervorragendes Timing und erreichte das Ziel knapp vor Zeitfahr-Weltmeisterin Annemiek van Vleuten (Mitchelton-Scott). Auf Platz drei kam Marianne Vos (CCC-Liv), die durch ihre unermüdliche Arbeit in der Verfolgergruppe den Verlauf wesentlich mitgeprägt hatte. Marta Bastianelli (Team Virtu) verteidigte erneut die WWT-Gesamtführung.

Schweres Rennen bei Frühsommerwetter
Die dritte Auflage der Amstel Gold Race Ladies Edition fand bei fast schon frühsommerlichem Osterwetter und einem eher lauen Lüftchen statt. Auf den 127 Kilometern zwischen Maastricht und dem Ziel in Valkenburg (Berg en Terblijt), welche sich aus einer großen Schleife (73 km) und drei Runden à 18 Kilometern zusammensetzten, mussten insgesamt 19 Anstiege bewältigt werden. Am Ende ging es dreimal über den Geulhemmerberg, dreimal über den Bemelerberg und gleich viermal über den Cauberg – einer der LiVE-Radsport Berge der Woche -, womit das Finale in etwa so aussah, wie es bis 2016 auch bei den Männern der Fall gewesen war. Es entstand relativ schnell eine siebenköpfige Fluchtgruppe, in der sich mit Kathrin Hammes (WNT Rotor) auch eine Deutsche befand. Allerdings war Hammes schon längst zurückgefallen, als ihre ehemaligen Gefährtinnen erstmals den Cauberg in Angriff nahmen. Von 4 Minuten Maximalvorsprung waren da gerade mal noch 40 Sekunden übrig und wenig später riss eine Favoritengruppe mit u. a. dem Cape-Epic-Traumduo Anna van der Breggen und Annika Langvad (Boels-Dolmans), Annemiek van Vleuten und Amanda Spratt (Mitchelton-Scott), WorldTour-Leaderin Marta Bastianelli (Virtu Cycling) sowie Marianne Vos und Ashleigh Moolman-Pasio (CCC-Liv) das Kommando an sich.

Deignan will bei Comeback nicht nur mitrollen
Durch eine Solo-Attacke von Elizabeth Deignan (Trek-Segafredo) wurde die heiße Phase eingeläutet. Die frühere Weltmeisterin und WWT-Gesamtsiegerin bestritt ihr erstes Rennen nach der Babypause, 7 Monate nachdem sie die kleine Orla zur Welt gebracht hatte. Bei der zweiten Cauberg-Passage wurde Deignan wieder eingeholt und das Hauptfeld, das inzwischen auf über 50 Fahrerinnen angeschwollen war, explodierte erneut. Nach dem Geulhemmerberg lagen drei Frauen vorne – Amanda Spratt, Elisa Longo Borghini (Trek) sowie Katie Hall (Boels) -, dahinter circa 15 Verfolgerinnen, die gegen eine Differenz von 20 Sekunden anzukämpfen hatten. Namentlich Marianne Vos legte sich ins Zeug und schaffte es beinahe die zwischenzeitlich noch größer gewordene Lücke zu schließen. Doch anstatt dass sie oder ihre Teamkollegin Moolman daraus hätten Profit schlagen können, fuhr Katarzyna Niewiadoma (Canyon-SRAM) am Cauberg zu der Dreiergruppe vor. Bei der letzten Zielpassage betrug der Vorsprung der nunmehr vier Spitzenreiterinnen 16 Sekunden. Vos arbeitete unermüdlich weiter und diesmal klappte es: 15 Kilometer vor dem Ziel war der Zusammenschluss hergestellt.


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Showdown am Cauberg
Longo Borghini aber gab sich nicht geschlagen und griff erneut an, was ihr 20 Sekunden Vorsprung bei nur noch 10 ausstehenden Kilometern einbrachte. Van Vleuten und Van der Breggen – wie alle Boels-Dolmans-Fahrerinnen zugunsten der Pink-Ribbon-Brustkrebskampagne heute in einem pinken Trikot unterwegs, aber natürlich mit Weltmeisterstreifen – führten die Gruppe nach, obwohl es Vizeweltmeisterin Spratt und Ashleigh Moolman waren, die dann die Lücke zu Longo Borghini als Erste schließen konnten. In der rasanten Abfahrt nach Valkenburg lief dennoch noch einmal alles zusammen und so fiel die endgültige Entscheidung tatsächlich erst am Cauberg. Alison Jackson (Tibco) ging den Scharfrichter als Erste an, dann übernahm Niewiadoma. Auch Vos zeigte sich noch einmal vorne, sie konnte jedoch das Hinterrad der Polin nicht halten. Van Vleuten zog an ihrer Landsfrau vorbei und nahm Niewiadoma ins Visier. Die Zeitfahr-Weltmeisterin und Siegerin der Strade Bianche saugte sich förmlich an die U23-Europameisterin von 2015 heran – die aber blickte sich kein einziges Mal um und wehrte sich wacker.

Diesmal kein Gleichstand zwischen Niewiadoma und Van Vleuten
Drei Meter waren von Niewiadomas Vorsprung am Ende vielleicht noch übrig, aber das reichte ihr, um den ersten Sieg in diesem Jahr und ihren insgesamt vierten auf WorldTour-Ebene einzufahren. In den Armen ihrer Teamkollegin Alexis Ryan (die heute nicht an den Start ging) ließ Niewiadoma ihren Freudentränen freien Lauf. Die unglaubliche Marianne Vos hatte noch genug Körner übrig, um den Sprint um Platz drei zu gewinnen. Annika Langvad, welche auf der Vorschlussrunde zu Fall gekommen war, holte sich Platz vier – Marta Bastianelli, längst nicht mehr „nur“ eine Sprinterin – wurde Achte und verteidigte damit ebenso die WorldTour-Gesamtführung wie ihre Teamkollegin Sofia Bertizzolo (DNF) das Trikot der Nachwuchsbesten. Moolman-Pasio musste nach einem Sturz auf der Zielgerade mit Platz 16 vorliebnehmen; Van der Breggen – die Ardennen-Triple-Gewinnerin von 2017 – wurde Dreizehnte. In jenem Jahr war Kasia Niewiadoma übrigens schon einmal auf dem Amstel-Podium gestanden, als Dritte ex-aequo mit, ausgerechnet, Annemiek van Vleuten.

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Video der Zielankunft






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