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Caleb Ewan sprintet auf den Champs-Élysées zu seinem 5. Grand-Tour-Etappensieg des Jahres
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28.07.2019

Caleb Ewan sprintet auf den Champs-Élysées zu seinem 5. Grand-Tour-Etappensieg des Jahres

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Paris, 28.07.2019 – Was für eine Premieren-Tour von Caleb Ewan! Am letzten Tag der 106. Frankreich-Rundfahrt feierte der 25-jährige Australier, der im Mai bereits zweimal beim Giro d’Italia erfolgreich gewesen war, seinen dritten Sieg innerhalb von knapp zwei Wochen. Auf den Champs-Élysées zeigte der Soudal-Lotto-Fahrer, der zuvor die Etappen 11 und 16 gewonnen hatte, noch einmal eindrucksvoll, dass er wohl der stärkste Sprinter des Grand-Tour-Jahres 2019 ist.


Das Profil der 21. Etappe der Tour de France

Erstaunlich viele Fahrer erreichen Paris
155 Fahrer starteten in Rambouillet etwas südwestlich von Paris zur 21. und letzten Etappe der Frankreich-Rundfahrt und erreichten 128 Kilometer später allesamt das Ziel in der Landeshauptstadt. Damit können sie sich alle als Rekordhalter fühlen, denn eine solch hohe Finisher-Quote hatte es noch nie in der Tour-Geschichte gegeben: 88% – nur 21 von 176 Startern gaben im Verlauf der drei Woche auf. Am Schlusstag des Rennens rollte das Feld wie gewohnt lange Zeit sehr gemütlich dahin, genoss die traditionelle „tour d’honneur“. Die letzten beiden Bergwertungen des Rennens auf zwei kleinen Hügeln der 4. Etappe Kategorie holten sich Tim Wellens (Soudal Lotto), der das Bergtrikot viele Tage lang getragen hatte, bevor er es an Romain Bardet (AG2R la Mondiale) verlor, und Yoann Offredo (Wanty-Gobert), der den vorletzten Platz der Gesamtwertung innehat und sich im Kampf um die „Rote Laterne“ nur dem Niederländer Sebastian Langeveld (Education First) geschlagen geben musste.

Politt, Politt und immer wieder Politt
Zu einem wirklichen Rennen wurde die 21. Etappe erst auf den letzten 54,5 Kilometern, just mit Beginn der ersten von acht Runden im Herzen von Paris. Omar Fraile (Astana) und Tom Scully (Eduation First) waren die ersten Angreifer, zu denen ganz schnell Nils Politt (Katusha Alpecin) und Jan Tratnik (Bahrain Merida) hinzustießen. Für Politt ist es praktisch schon Tradition, auf den Champs-Élysées noch einmal etwas zu versuchen – er gehörte nämlich auch 2017 und 2018 schon zu den Angreifern auf dem finalen Teilstück. Mit seinen drei Begleitern hielt er diesmal lange Zeit einen Vorsprung von zwanzig bis dreißig Sekunden; auf die nach rasch wieder eingeholten Verfolger Joey Rosskopf (CCC), Kevin Van Melsen (Wanty-Gobert) und Benoît Cosnefroy (AG2R La Mondiale) wollten sie nicht warten. Die Sprinterteams kontrollierten das Geschehen und erhöhten schon in der drittletzten Runde deutlich das Tempo, so dass die vier Ausreißer zwischen 15 und 12 Kilometer vor dem Etappenende gestellt wurde; der Slowene Tratnik musste sich als Letzter geschlagen geben.


Rückblick auf die 106. Tour de France
Freut euch (nach einem kleinen „Ruhetag“ am Montag) ab Dienstag auf
unsere Rückblick-Serie zur Tour de France, in der wir noch einmal auf alle
Entscheidungen zurückblicken und die Protagonisten des Rennens würdigen.


Starkes Finish von Ewan und Groenewegen
Der einzige Fahrer, der es noch einmal wagte, sich gegen das enorme Tempo der Sprintermannschaften aufzulehnen, war Greg Van Avermaet (CCC), der sechs Kilometer vor Schluss attackierte, aber nur einen Kilometer später von einem starken Soudal-Lotto-Zug schon wieder eingefangen wurde. Nach den Kurven auf dem letzten Kilometer, die Gift für eine organisierte Sprintvorbereitung sind, ging Caleb Ewan aber wie alle seine Konkurrenten ohne Anfahrer auf die 400 Meter lang Zielgerade – und das gerade mal aus achter Position. Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) eröffnete den Endspurt, in seinem Sog zogen Maximiliano Richeze (Deceuninck-Quick Step) und Niccolò Bonifazio (Total Direct Energie) mit. Auf den letzten hundert Metern zogen Ewan und Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) gleichzeitig an diesem Trio vorbei, der eine rechts, der andere links. Und Ewan kam klar als Erster über die Ziellinie, auch wenn er eine deutlich weitere Seitwärtsbewegung hatte ausführen müssen als Groenewegen, um an den anderen Sprintern vorbeizukommen. Bonifazio holte sich vor Richeze und Boasson Hagen den dritten Platz.

Auch Alaphilippe darf zur Siegerehrung
Während Richeze vorne mitmischte, spielte dessen Teamkollege, der eigentliche Deceuninck-Topsprinter Elia Viviani, keine Rolle bei dieser letzten Etappenankunft und landete nur auf dem 18. Platz. Vorjahressieger Alexander Kristoff (UAE Emirates) kam sogar außerhalb der Top100 an. Weitaus erfreulicher war der Tour-Abschluss für André Greipel (Arkéa-Samsic), der es zwar nicht mehr abwenden konnte, dass Deutschland erstmals seit neun Jahren wieder ohne Tour-Etappensieg blieb, aber als Sechster zumindest sein erstes Top10-Resultat einfuhr. Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) konnte mit einem unspektakulären zehnten Platz gut leben, denn das siebte Grüne Trikot – ein neuer Tour-Rekord! – war ihm bereits vor dieser Etappe sicher. In der Gesamtwertung blieben böse Überraschungen aus, alle Fahrer erreichten sicher das Ziel. Egan Bernal ist somit jetzt offiziell der erste kolumbianische Tour-Champion, Geraint Thomas macht den Ineos-Doppelsieg perfekt und Steven Kruijswjik (Jumbo-Visma) und Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe) bleiben Dritter und Vierter. Der Gesamtfünfte Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step) wurde für seine starken Leistungen als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet.

-> Zum Resultat und allen Endständen

2 Videos der Zielankunft








Caleb Ewan sprintet auf den Champs-Élysées zu seinem 5. Grand-Tour-Etappensieg des Jahres
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