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Baskischer Sieg in Luz-Ardiden - Voeckler behält das Gelbe Trikot
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14.07.2011

Baskischer Sieg in Luz-Ardiden - Voeckler behält das Gelbe Trikot

Info: TOUR DE FRANCE 2011
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Luz-Ardiden, 14.07.2011 - Zehn Jahre, nachdem Robert Laiseka in Luz-Ardiden den ersten Tour-de-France-Etappensieg für Euskaltel-Euskadi holte, machte es ihm Samuel Sanchez an gleicher Stelle nach. Der Baske gewann die erste Bergankunft der Frankreich-Rundfahrt, bei der Angriffe der Schleck-Brüder (Leopard Trek) Fränk fast noch den Sieg ermöglichten. Alberto Contador (Saxo Bank) offenbarte dagegen, nicht in optimaler Form zu sein. Am französischen Nationalfeiertag zeigte Thomas Voeckler (Europcar) eine beachtliche Leistung und verteidigte doch überraschend das Gelbe Trikot. Die deutsche Hoffnungen in der Gesamtwertung erhielten einen herben Dämpfer.

Frühe Ausreißergruppe startet mit großem Vorsprung in ersten Berg
211 Kilometer lang war die 12. Etappe von Cugnaux nach Luz-Ardiden, doch erst auf den letzten 80 Kilometern lauerten die drei ersten großen Berge der diesjährigen Tour de France. Während der gut dreistündigen Anfahrt zum Fuße des ersten Anstiegs setzte sich eine sechsköpfige Gruppe ab, deren Vorsprung bis auf neun Minuten anwuchs, womit Geraint Thomas (Sky) virtuell im Gelben Trikot fuhr. Neben dem Briten gehörten die Spanier José Ivan Gutierrez (Movistar) und Ruben Perez (Euskaltel) sowie die Franzosen Laurent Mangel (Saur-Sojasun), Blel Kadri (Ag2r) und Jérémy Roy (FDJ) dazu, die an ihrem Nationalfeiertag beste Motivation mitbrachten. Mangel nahm kurz bevor es erstmals bergauf ging den Sieg am Zwischensprint mit, wo Mark Cavendish (HTC-Highroad) wieder einmal der Schnellste aus dem Feld war. So machte der Träger des Grünen Trikots weitere zwei Punkte auf José Joaquin Rojas (Movistar) und sechs auf Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto) gut. Voecklers Europcar-Mannschaft kümmerte sich um den Rückstand, der zum Beginn der ersten Steigung nur noch sechs Minuten betrug.


La Hourquette d'Ancizan
Hoogerland, Chavanel und Kreuziger gehen auf die Verfolgung
Der erste Berg des Tages hieß La Hourquette d'Ancizan und wurde erstmals von der Tour befahren. Johnny Hoogerland (Vacansoleil-DCM), der angekündigt hatte, das Bergtrikot verteidigen zu wollen, griff dort gleich gemeinsam mit dem französischen Meister Sylvain Chavanel (Quick Step) an. Roman Kreuziger (Astana) fuhr den beiden nach und sie bildeten für eine Weile ein Verfolgertrio. An der Spitze fiel Gutierrez zurück, die anderen fünf fuhren die Bergwertung der 1. Kategorie aus, die sich auch Mangel unter den Nagel riss. Thomas hatte gleich zu Beginn der Abfahrt zwei brenzlige Situationen zu überstehen, in denen er von der Fahrbahn abkam. So verlor auch er, der zu Beginn der Tour im Nachwuchstrikot fuhr, den Anschluss an die führende Gruppe. Kreuziger und Chavanel erreichten die Bergwertung rund drei Minuten später, allerdings ohne Hoogerland, dem seine Sturzverletzungen doch zu schaffen machten. Das Hauptfeld lag knapp sechs Minuten zurück, als es an selber Stelle wie zuvor bei Thomas einen Sturz gab. Voeckler kam, obwohl er gegen ein Auto rutschte, mit dem Schrecken davon, aber Andreas Klöden (RadioShack) und Peter Velits (HTC-Highroad), der später von Defekten geplagt wurde, würden die Folgen noch spüren. Das Feld verlangsamte das Tempo und hatte im Tal wieder mehr als sieben Minuten Rückstand. Sogar die abgehängten Sprinter kamen zurück.


Col du Tourmalet
Roy schlägt Thomas auf dem Tourmalet, Sanchez stiehlt sich in der Abfahrt davon
Nächste Schwierigkeit war der Col du Tourmalet, wo Thomas und Gutierrez zunächst wieder zu den anderen Ausreißern aufschlossen. Im Feld übernahm bald Leopard Trek das Zepter, Jens Voigt verrichtete fast den ganzen Anstieg über die Führungsarbeit. Nachdem die eine deutsche Hoffnung durch einen Sturz geschwächt war, geriet nun die zweite, Tony Martin (HTC-Highroad), in Schwierigkeiten. An der Spitze des Rennens fuhr Thomas aus der Gruppe davon, wurde aber kurz vor dem Gipfel wieder von Roy eingeholt, der sich den Sieg an der HC-Bergwertung und das Souvenir Jacques Goddet sicherte. Chavanel war schon wieder ins Feld zurückgefallen und auch Kreuziger, der dritte der ehemaligen Verfolger, schaffte es nicht, die letzte kleine Lücke nach vorne zu überbrücken, wo Gutierrez und Mangel endgültig zurückgefallen waren. Voeckler zeigte sich im kleiner gewordenen Feld noch sehr stark und absolut in der Lage dazu, Gelb verteidigen zu können. Der Rückstand zum führenden Duo war auf drei Minuten gesunken und die dazwischen liegenden Fahrer sollten bald keine Rolle mehr spielen. In der Abfahrt setzten sich noch einige Fahrer vom Feld ab, darunter Samuel Sanchez (Euskaltel) und Gilbert. Sie sammelten im Schlussanstieg schnell Kreuziger und andere der Ausreißer ein.


Luz-Ardiden
Sanchez siegt, die Schlecks attackieren in der kleinen Favoritengruppe
Im 13,3 Kilometer langen Schlussanstieg nach Luz-Ardiden setzte der letztjährige Gesamt-Vierte Sanchez gemeinsam mit Gilberts Teamkollegen Jelle Vanendert zur Aufholjagd an. Sie wurden zu den ersten Verfolgern des Duos Roy/Thomas, das noch mit gut einer Minute Vorsprung in den letzten Berg gefahren war. Doch nach etwa der Hälfte des Anstiegs war dieses Polster aufgebraucht und die beiden vorherigen Leader wurden durchgereicht. Damit war der Traum vom französischen Sieg am 14. Juli ausgeträumt, ein Baske und ein Belgier machten ihn unter sich aus. Von zahlreichen Fans aus einer Heimat beflügelt war es im Ziel eine klare Angelegenheit für Olympiasieger Sanchez. Alle anderen Ausreißer wurden von der Favoritengruppe geschluckt, in der erst wieder Voigt und dann Sylvester Szmyd (Liquigas) Tempo machten. Schließlich war die Gruppe um Voeckler, der mit Pierre Rolland noch einen Helfer zur Seite hatte, auf acht Fahrer geschrumpft. Neben den beiden bravourösen Franzosen waren es mit Cadel Evans (BMC Racing Team), Fränk und Andy Schleck (Leopard Trek), Alberto Contador (Saxo Bank), Ivan Basso (Liquigas) und Damiano Cunego (Lampre) nur Fahrer, die schon Topergebnisse bei Grands Tours vorzuweisen haben. Auf den letzten vier Kilometern attackierten die Schlecks zaghaft und Fränk konnte sich tatsächlich absetzen. Titelverteidiger Contador hingegen verlor auf der Zielgeraden auch auf Evans und Co. noch Zeit.


BMC Racing Team: Starkes Finale von Cadel Evans

Veckler bleibt in Gelb, neue Führende in Nachwuchs- und Bergwertung
Fränk Schleck erreichte das Ziel nur zehn Sekunden nach Sanchez als Dritter. Als der Luxemburger fast herangekommen war, hatte der Baske zum Schlussspurt angetreten. Basso, Evans und Andy Schleck folgten nach 30, Cunego nach 35 Sekunden. Contador, der mit 43 Sekunden Rückstand Achter wurde, musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Voeckler und Rolland erreichten dagegen 50 Sekunden nach dem Sieger hochzufrieden das Ziel. Das Gelbe Trikot sitzt weiterhin auf den Schultern Voecklers, der jetzt 1:49 Minute vor Fränk Schleck liegt. Evans (+2:06) und Andy Schleck (+2:17) belegen die nächsten Plätze. Contador (+4:00) ist mit einigem Rückstand auf seine Konkurrenten nur Siebter. Sanchez ist Achter und führt die Bergwertung an, weil es im Ziel alleine 40 Punkte für ihn gab. Auf den Plätzen 44 und 48 kamen Klöden (+8:26) und Martin (+9:03) in Luz-Ardiden an, die sich beide viel mehr versprochen hatten. Noch weiter zurück lag Robert Gesink (Rabobank), der das Weiße Trikot an den gesamt auf Platz 13 liegenden Arnold Jeannesson (FDJ) verlor. Beste Mannschaft ist nun Leopard Trek. Das 80 Fahrer große Gruppetto brauchte mehr als eine halbe Stunde länger als die Besten, blieb aber locker in der Karenzzeit. Diese verpasste einzig der russische Sprinter Denis Galimzyanov (Katusha), der neben Nichtstarter Romain Feillu (Vacansoleil-DCM) der einzige Ausfall nach dieser schweren Etappe war.

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Das zweite Pyreänen-Teilstück ist um einiges leichter. Auf der 152,5 Kilometer kurzen 13. Etappe gibt es nur den Col d'Aubisque zu überfahren. Da dieser gut 40 Kilometer vor dem Ziel liegt, haben Ausreißer gute Chancen.





Samuel Sanchez jubelt in Luz-Ardiden über seinen Etappensieg bei der Tour de France (Foto: www.letour.fr)
Samuel Sanchez jubelt in Luz-Ardiden über seinen Etappensieg bei der Tour de France (Foto: www.letour.fr)

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