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Ciao, Lombardia! Cofitine beim “Rennen der fallenden Blätter” 2011
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22.10.2011

Ciao, Lombardia! Cofitine beim “Rennen der fallenden Blätter” 2011

Info: Bildergalerie
Info: Bildergalerien und Berichte von Christine Kroth | GIRO DI LOMBARDIA
Autor: Christine Kroth (Cofitine)
Bericht: Oliver Zaugg gewinnt die Lombardei-Rundfahrt - mit 30 Jahren der erste Profi-Sieg



Es ist das letzte Rennen der Saison. Tradition pur. Bis jetzt!
Und es ist ebenso Tradition, dass ich für dieses Rennen einiges auf mich nehme! Wer sparen will, muss früh aufstehen! Und da ich eine Übernachtung sparen wollte, klingelt der Wecker am Samstagmorgen um kurz vor drei. 50 Minuten später mache ich mich auf den Weg nach Mailand.



LiVE-Radsport Autorin Christine Kroth (Cofitine) besucht in jeder Saison einige Rennen und bringt uns ihre Eindrücke und Fotos mit. Seid auch Ihr an einem Rennen dabei und wollt davon berichten oder habt Fotos gemacht? Dann meldet Euch doch über unser Kontakt-Formular!


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Sieger Oliver Zaugg
Knapp fünf Stunden später bin ich am Ziel. Vielmehr am Start, der im Schatten des Regierungsgebäudes der Region Lombardei liegt.
Ich entscheide mich für die Einschreibung. Für einen Fußmarsch durchs Fahrerlager bin ich um kurz nach neun schon wieder zu müde.
Ich bekomme einen guten Platz, vor mir steht nur ein Kind. Neben mir der DJ der örtlichen Radiostation.

Um 9.15 Uhr sollte die Einschreibung beginnen. Von Fahrern keine Spur! Die beiden Sprecher auf der Bühne und der äußerst gesprächige Radiomoderator, der sich unters Publikum gemischt hat, wissen die Situation nur am Anfang zu überbrücken. Die Zeit vergeht und die drei Herren werden zusehends ratloser. In seiner Not verteilt der Radiomoderator wort- und gestenreich Werbegeschenke seines Arbeitgebers unter den wartenden Fans.

Um 10.15 Uhr - knapp eine Stunde nach Beginn der Einschreibung und gut eine halbe Stunde vor dem Start - erscheinen die ersten Fahrer. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag und ich versuche den Überblick zu behalten, was natürlich unmöglich ist! Fotos mache ich reichlich. Aber Autogramme schaffe ich nicht so viele. Lediglich Remi Pauriol und Daniel Martin erwische ich. Aber immerhin!
Die Fahrer sind fast genauso schnell weg wie sie gekommen sind und ich mache mich auf dem Weg zum Auto. Ab zum ersten Punkt an der Strecke!


Die Ausreißergruppe
Die Fahrt durch Mailand ist beschwerlich. Ich orientiere mich an meinem Navi und dem Wagen einer Freundin, die vor mir fährt.
Es wird knapp. Und kurz vor Erreichen der Strecke geht gar nix mehr. Ich überlege und handele dann aber schnell. Kamera und Jacke schnappen, Auto einfach stehen lassen. Und in einem atemraubenden Sprint durch die Reihen der Autos rasen! Keine Sekunde zu spät, schon schießen die ersten Begleitfahrzeuge um die Kurve. Schnell die Kamera in Position gebracht und los geht’s!
Das Feld ist bereits jetzt, nach 45,9 km zerrissen. Ups, was ist denn da passiert?

Ich hetzte zurück zum Auto und weiter geht’s! Zum nächsten Punkt an der Strecke an dem das Feld aber erst in zwei Stunden vorbei kommen soll. Ich entscheide mich deshalb ins Ziel zu fahren.
Mein Hotel liegt direkt gegenüber des Ziels. Das Fahrerlager ganze 3 km entfernt. Dort halten sich Freunde von mir auf und ich mache mich auf den Weg.
Die Organisation ist in dieser Hinsicht nicht sehr glücklich. Vom Rennen sehe ich jetzt nix mehr. Nur noch ausgestiegene Fahrer, die aber schnell in ihren Teambussen verschwinden.

Die Strecke ist weit weg. Dafür kann man sich hier als Souvenirjäger austoben. Und da eine kleine, 2-jährige junge Dame (die Tochter von Freunden von mir) zu unserer Clique gehört, werden wir mit Flaschen quasi überschüttet. Die Kleine bekommt von einem Betreuer einen Movistar-Verpflegungsbeutel geschenkt und trägt ihn mit unglaublichem Stolz durchs Fahrerlager.
Bei Astana läuft ein Fernseher, wo ich den Anstieg zu Madonna del Ghisallo verfolge.


Astana-Fans
Die Atmosphäre ist aber nicht so wie in den letzten Jahren. Man ist weit weg vom Rennen und die Fahrer sind nicht so zugänglich wie sonst. Zumal nicht mal alle Teambusse hier stehen. Garmin fehlt und auch Lampre. Fahrer des italienischen Teams suchen verzweifelt ihren Bus.
Das Flair des Rennens, das wir alle so liebten, ist abhanden gekommen.

Zum Abschied ergattere ich einen Verpflegungsbeutel vom Team Leopard Trek. Eine schöne Erinnerung. Die mich vor allem auch an Wouter Weylandt erinnert. Für einen Moment tritt da die Siegesfreude im Team in den Hintergrund.

Am Abend bin ich müde und enttäuscht. Das war nicht der Giro di Lombardia, der jetzt ja Il Lombardia heißt, wie ich ihn kenne! Das Flair und die Atmosphäre hat das Rennen zusammen mit seinem alten Namen wohl in Como gelassen! Schade!
Ein wenig versöhnlich ist der Besuch am nächsten Tag bei der Madonna del Ghisallo, wo ich zur Ruhe komme und die Saison noch einmal in Gedanken Revue passieren lasse.
Ciao, bella!





Il Lombardia - noch weiß er nichts von seinem Glück - der spätere Sieger des Rennens, Oliver Zaugg, vor dem Start in Mailand
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Il Lombardia - Team Androni Giocattoli und Teamchef Gianni Savio vor dem Start in Mailand
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Il Lombardia - Abschied im HTC-Highroad-Trikot - Michael Albasini gibt vor dem Start in Mailand ein Interview
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Il Lombardia - Sandy Casar bei der Einschreibung in Mailand
Il Lombardia - Sandy Casar bei der Einschreibung in Mailand


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