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Feld verkalkuliert sich, Pineau gewinnt 5. Etappe des Giro, Voß verteidigt Bergtrikot
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13.05.2010

Feld verkalkuliert sich, Pineau gewinnt 5. Etappe des Giro, Voß verteidigt Bergtrikot

Info: GIRO D´ITALIA 2010
Autor: Felix Griep (Werfel)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Vorschau: Gedenken an Fausto Coppi und erwartete Sprintankunft auf der 5. Etappe



Novi Ligure, 13.05.2010 - Um nur vier Sekunden hat das Feld auf der 5. Etappe des Giro d'Italia das Einholen von drei Ausreißern verpasst. Jérôme Pineau (Quick Step) sorgte so vor Julien Fouchard (Cofidis) für einen französischen Doppelsieg, der Japaner Yukiya Arashiro (Bouygues Telecom) wurde Dritter. Bis 26 Kilometer vor dem Ziel war auch Paul Voß (Team Milram) noch Mitglied der Flucht, baute seine Führung in der Bergwertung aus. Das Rosa Trikot von Vincenzo Nibali (Liquigas) geriet nicht in Gefahr.

Flachetappe bei wechselhaftem Wetter ohne erwarteten Massensprint
In Novara, am Start der mit 162 Kilometern zweitkürzesten Etappe der diesjährigen Italien-Rundfahrt, freuten sich die Sprinter schon auf eine Massenankunft, es bot sich die vorerst letzte Chance dazu, da an den kommenden drei Tagen schwere Berge anstehen. Das Wetter zeigte sich zunächst noch gnädig, sprich trocken, im Laufe der Etappe gab es dann doch mal etwas Regen, der zum Finale aber wieder davongezogen war. Die Voraussetzungen waren also eigentlich ideal, deren Nutzung aber letztlich nicht gut genug.

Bekannte Gesichter bei Ausreißern, Milram immer dabei
Von Beginn an gab es Versuche vieler Fahrer, sich als Ausreißer abzusetzen. Die ersten Bergwertungen seit Sonntag und die Führung in dieser Wertung lockten heute. In einer ersten Fünfergruppe befanden sich Milrams Dominik Roels und Rick Flens (Rabobank), der schon auf der 2. Etappe zu den Ausreißern gehörte. Den nächsten Angriff startete Thomas Voeckler (Bouygues Telecom), mit Fabian Wegmann ging der nächste Milram-Mann hinterher und mit Jérôme Pineau (Quick Step) kam ein weiterer bekannter Ausreißer hinzu. Der Franzose war auf der 3. Etappe am Montag dabei. Doch erst nach 18 Kilometern gelang es dem Japaner Yukiya Arashiro (Bouygues Telecom), sich dauerhaft aus dem Feld zu verabschieden. Wieder war das Team Milram aufmerksam und schickte der entscheidenden Attacke sogar Paul Voß, den Träger des grünen Bergtrikots hinterher. Hinzu gesellte sich wiederum Pineau und als vierter Fahrer noch dessen französischer Landsmann Julien Fouchard (Cofidis).

Pineau und Voß nutzen Flucht für die Sonderwertungen
Bis sich im Feld jemand, vornehmlich zunächst Liquigas und Lampre, für die Verfolgung zuständig fühlte, hatte die Vierergruppe mehr als fünf Minuten Vorsprung herausgefahren und sah den drei speziellen Punkten dieser Etappe entgegen. Der Zwischensprint wurde zur Beute Pineaus, der damit die Spitze der Sprintwertung übernahm und den Grundstein für mehr legte. Die zwei Bergwertungen hingegen sicherte sich erwartungsgemäß Voß, der damit das Grüne Trikot nicht nur verteidigte, sondern seine Führung auch ausbaute. Nachdem er den Passo Coppi - den kleinen, nach der vor 50 Jahren verstorbenen Legende Fausto Coppi benannten Anstieg - als Erster meisterte, kommt er auf zehn Punkte, der weiterhin zweitplatzierte Stefano Pirazzi (Colnago-CSF) nur auf vier. Doch da es morgen allein bis zu 13 Punkte zu holen gibt, könnte Voß‘ vierter auch sein letzter Tag in diesem Spezialleibchen werden. Zudem übernahm der junge Deutsche heute die Führung in der Ausreißerwertung nach Fluchtkilometern, von denen er am Ende 288 haben sollte, Pineau 266.


Weiterer Bericht: Paul Voß verteidigt Bergtrikot

Ausreißertrio schlägt Feld um wenige Sekunden
Voß, dem man in den letzten Tagen schon anmerkte, dass er sich nicht hundertprozentig fit fühlt, fiel 26 Kilometer vor dem Ziel aus der Spitzengruppe zurück und verlor als Tagesletzter noch über acht Minuten. Kurz davor hatten die Ausreißer die Ziellinie in Novi Ligure ein erstes Mal überquert, mit knapp drei Minuten Vorsprung auf das Feld. An der Zehn-Kilometer-Marke wurden noch 58 Sekunden Abstand gemessen, die anderen Sprintermannschaften ließen ab da HTC-Columbia in der Verfolgung aber relativ allein. Eine halbe Minute fünf Kilometer vor Schluss, 20 Sekunden bei noch 3000 Metern - es bahnte sich eine ganz enge Entscheidung an. An der Flamme Rouge setzte Arashiro die letzten Kräfte frei und brachte noch mal neues Feuer in das Spitzentrio, das sich auf der Zielgerade tatsächlich behaupten und vier Sekunden Vorsprung retten konnte. Arashiro hatte nichts mehr zuzulegen und so gewann Pineau die Etappe, Fouchard konnte von dessen Hinterrad nicht mehr vorbeiziehen. Es war der erste französische Giro-Etappensieg seit Christophe Le Mevel 2005 und dazu gleich ein doppelter. Für den 30-jährigen Jérôme Pineau war es der wichtigste Erfolg in seiner Karriere überhaupt und der erste Sieg seit dem Jahr 2004.

Nibali behält Rosa, Pineau bekommt Rot
Tyler Farrar (Garmin-Transitions) gewann den Sprint des Feldes um den vierten Platz vor Gregory Henderson (Team Sky) und Alessandro Petacchi (Lampre). André Greipel (HTC-Columbia) kam nur auf den achten Platz, nachdem sein Team lange Zeit als einziges, viel aber dann doch vergebens gearbeitet hatte. Mit seinem Sieg am Zwischensprint und dem Gewinn der Etappe kommt Pineau in der Punktewertung nun auf 39 Zähler und führt dort vor dem punktgleichen Farrar. Der Tagessieger darf morgen also auch noch das Rote Trikot tragen und sich heute über einen perfekten Tag freuen, während die Laune der Sprinter ob dieser verpassten Gelegenheit deutlich schlechter sein wird. Das Rosa Trikot wechselte hingegen zum ersten Mal bei diesem Giro nicht seinen Träger, dieses bleibt Vincenzo Nibali (Liquigas), der wie der Rest der Top20 mit dem Hauptfeld ankam.

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