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Kristoff schlägt Sagan im letzten Sprint vor den Alpen - Deutsche abgehängt, gestürzt, geblockt
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17.07.2014

Kristoff schlägt Sagan im letzten Sprint vor den Alpen - Deutsche abgehängt, gestürzt, geblockt

Info: TOUR DE FRANCE 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Saint-Étienne, 17.07.2014 – Bevor sich an den nächsten beiden Tagen die Kletterer in den Alpen austoben dürfen, kam es auf der 12. Etappe der Tour de France zum Sprint aus einem 60 Fahrer großen Hauptfeld. Mailand-Sanremo-Gewinner Alexander Kristoff (Katusha) setzte sich durch und verbuchte bereits seinen zehnten Saisonerfolg. Bei dieser Frankreich-Rundfahrt weiterhin sieglos bleibt Peter Sagan (Cannondale), der zum vierten Mal den zweiten Etappenplatz belegte. Von den deutschen Sprintern landete keiner auf den vorderen Positionen, was verschiedene Gründe hatte: einer überstand die schnelle Fahrt über die Hügel nicht, ein anderer stürzte wenige Kilometer vor dem Ziel und der dritte im Bunde wurde im Endspurt von einem Gegner abgedrängt.

Giant-Shimano legt sich für Degenkolb ins Zeug
Die 12. Etappe der Tour de France begann mit nur noch 178 Fahrern. Andrew Talansky (Garmin-Sharp) fehle, nachdem er sich gestern mit mehr als einer halben Stunde Rückstand ins Ziel gequält hatte. Bei mehreren Stürzen hatte sich der US-Amerikaner im Verlauf dieser Tour vor allem im Beckenbereich schmerzende Verletzungen zugezogen. Er ersparte sich heute einen rasanten Auftakt zu den 185,5 Kilometern von Bourg-en-Bresse nach Saint-Étienne, einer klassischen Überführungsetappe, die das Rennen näher in Richtung des ersten Hochgebirges, der Alpen, führte. Der niederländische Meister Sebastian Langeveld versuchte wieder erfreulichere Schlagzeilen für Garmin-Sharp zu produzieren und zeichnete verantwortlich für die Bildung einer fünfköpfigen Gruppe, zu welcher des Weiteren der Schweizer Grégory Rast (Trek Factory Racing), Simon Clarke (Orica-GreenEdge), David De La Cruz (NetApp-Endura) und Florian Vachon (Bretagne-Séché Environnement) gehörten. Die Verfolgungsarbeit im Feld erledigte ab einem Rückstand von fünf Minuten Giant-Shimano, wie es auf den Flachetappen der ersten Woche gang und gäbe war. John Degenkolb hatte sich am Vortag das Vertrauen seines Teams mit seinem zweiten Platz verdient. Für Marcel Kittel erwiesen sich die nicht wirklich steilen, dafür ziemlich langen Steigungen in der zweiten Streckenhälfte als zu schwer.

Europcar-Duo attackiert, während die Spitzengruppe zerfällt
Schon nach dem Zwischensprint bei Kilometer 39,5, den bei den Ausreißern Vachon und aus dem Feld Kittel gewann, wurde es leicht hügelig. De La Cruz gewann die ersten beiden kleinen Bergwertungen. Kurz vor Halbzeit der Strecke unterlief dem Spanier dann ein folgenschwerer Fehler, er kam in einer Kurve zu Fall und schied mit Schlüsselbeinbruch aus. Langeveld wurde von De La Cruz mit abgeräumt, konnte aber weiterfahren und umgehend wieder zu den anderen Ausreißern aufschließen. 60 Kilometer vor dem Ziel begann die 15 Kilometer lange Steigung zum Col des Brosses (Kat. 3), in der erst Vachon und dann Rast zurückfielen. Langeveld und Clarke verteidigten an dem durchschnittlich nur 3,3% „steilen“ Berg einen Vorsprung von gut zwei Minuten auf das Feld. Die nächste Steigung zur Côte de Grammond (Kat. 4) war fünf Kilometer kürzer und hatte eine noch niedrigere Prozentzahl, gab aber Langeveld den Rest. Clarke erreichte die 21,5 Kilometer vor dem Ziel gelegene Bergwertung mit wenigen Sekunden Vorsprung auf Perrig Quéméneur und Cyril Gautier (beide Europcar), die den Australier unmittelbar danach einholten. Das stark dezimierte Hauptfeld folgte nur rund eine Minute dahinter. Bis auf Kittel und Mark Renshaw (Omega Pharma-Quick Step) waren noch alle Topsprinter dabei.

Greipel stürzt und Degenkolb wird von Trentin geblockt
Das Europcar-Duo mühte sich auf der Abfahrt redlich, das Feld daran zu hindern, den Abstand wieder zu verkleinern. Clarke war ihnen keine Hilfe, der Australier versteckte sich stets nur im Windschatten seiner neuen Begleiter, was denen gar nicht schmeckte. Als Quéméneur an der Zehn-Kilometer-Marke ausgepowert die Beine hochnahm, versuchte Gautier vergeblich, Clarke zur Mitarbeit zu animieren, aber die Flucht war schon längst zum Scheitern verurteilt. Fünf Kilometer vor Schluss wurden sie eingeholt. Während sich Katusha und Cannondale in der Sprintvorbereitung um die Vorherrschaft stritten, wurde André Greipel (Lotto Belisol) in einen Sturz verwickelt, der zwar glimpflich ausging, ihn aber natürlich die Chance auf einen zweiten Etappensieg kostete, wofür er dem ebenfalls gestürzten Sylvain Chavanel (IAM Cycling) die Schuld gab. Während die beiden langsam weiterrollten und diese Angelegenheit ausdiskutierten, kam das Hauptfeld auf den letzten Kilometer, wo Tony Martin dafür sorgte, dass Omega Pharma-Quick Step die Kontrolle übernahm. Bis 500 Meter vor dem Ziel machte der Zeitfahr-Weltmeister Tempo für Michal Kwiatkowski und Matteo Trentin. Degenkolb orientierte sich zum Hinterrad des Italieners und wollte links vorbeigehen. Doch da scherte Trentin so weit aus, dass er dem Deutschen das Loch zumachte – eine Aktion, für welche die Jury ihn nachträglich von Platz sechs auf sechzig ans Ende des Feldes zurücksetzte.

Sagan scheitert diesmal an Kristoff, Gallopin verliert viel Zeit
Wenn überhaupt schwacher, doch wahrscheinlich überhaupt kein Trost für Degenkolb, der sich mit Platz 13 abfinden musste. Auf den letzten 200 Metern dominierte aber ohnehin Alexander Kristoff (Katusha), der heute wohl auch von Degenkolb nicht hätte geschlagen werden können. Er brachte der Tour ihren ersten norwegischen Sieg seit jenem für das skandinavische Land denkwürdigen Jahr 2011, als Edvald Boasson Hagen und Thor Hushovd jeweils zweimal erfolgreich waren. Kristoff gab dem trotz des Grünen Trikots unglücklichen Peter Sagan (Cannondale) das Nachsehen. Der Slowake wartet ebenso auf einen Sieg wie der Franzose Arnaud Démare, der vor dem Schweizer Michael Albasini (Orica-GreenEdge) sein bisher bestes Resultat von der 4. Etappe in Lille egalisierte. Eine Randnotiz und trotzdem wichtig zu erwähnen, war das Abschneiden von Tony Gallopin (Lotto Belisol), der heute für seinen Einsatz von gestern zahlen musste. Fast sechs Minuten verlor der Gewinner der 11. Etappe am Tag nach seinem größten Karriereerfolg und wurde in der Gesamtwertung von Rang fünf auf zwanzig durchgereicht. Es blieb die einzige Änderung im oberen Bereich des Klassements, das unverändert mit mehr als zwei Minuten Vorsprung von Vincenzo Nibali (Astana) angeführt wird.

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Als Nächstes geht es für zwei Tage und zwei Bergankünfte in die Alpen. Die morgige 13. Etappe endet mit einem HC-Schlussanstieg nach Chamrousse (18,2 km à 7,3%). 45,5 Kilometer vor dem Ziel gibt es zudem eine Bergwertung der 1. Kategorie auf dem Col de Palaquit (14,1 km à 6,1%).





Alexander Kristoff jubelt über den Tour-Etappensieg, Peter Sagan lässt enttäuscht den Kopf hängen (Foto: Veranstalter/letour.fr)
Alexander Kristoff jubelt über den Tour-Etappensieg, Peter Sagan lässt enttäuscht den Kopf hängen (Foto: Veranstalter/letour.fr)

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