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Doublette zum Ende der Final-Jagd sichert Kalz/Keisse den Sieg beim 53. Sechstagerennen von Bremen
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17.01.2017

Doublette zum Ende der Final-Jagd sichert Kalz/Keisse den Sieg beim 53. Sechstagerennen von Bremen

Info: Sixdays: Sixdays Bremen 2017
Autor: Felix Griep (Werfel)



Bremen, 17.01.2017 – Eine Viertelstunde vor dem Ende der letzten Jagd lagen vier Mannschaften gemeinsam in der Nullrunde – viel spannender hätte das Finale der Sixdays Bremen kaum sein können. Am Ende triumphierten Marcel Kalz zum dritten und Iljo Keisse zum zweiten Mal in der ÖVB-Arena, weil sie auf den letzten Runden einen starken Angriff von Leif Lampater/Wim Stroetinga auf beeindruckende Weise mit einer Doublette konterten. Kein bisschen weniger dramatisch verlief die Entscheidung bei den Sprintern, bei denen sich das Duell zwischen René Enders und Tomas Babek erst im letzten Duell Mann gegen Mann zu Gunsten des Deutschen entschied.


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Starke Premiere des Paares Kalz/Keisse

Recht eindeutig stellte sich die Situation vor dem letzten Abend der Bremer Sixdays dar. Nicht nur die meisten Punkte, sondern auch eine Runde Vorsprung auf ihre ersten Verfolger stand zu Buche für Marcel Kalz, der 2013 mit Franco Marvulli sowie 2015 mit Alex Rasmussen schon in Bremen gesiegt hatte, und Iljo Keisse, der 2008 mit Robert Bartko auch bereits einmal hier erfolgreich war und dieses Jahr eigentlich gar nicht hätte dabei sein sollen. Wäre die Tour of Qatar nicht abgesagt worden, hätte sich der Belgier derzeit mit seinem Team Quick Step-Floors auf diese WorldTour-Rundfahrt vorbereiten müssen. Kurzfristig fand Keisse noch Unterschlupf im Bremer Starterfeld, wo er in seinem 81. Sechstagerennen erstmals überhaupt mit dem Berliner Kalz zusammenfuhr.
 Stand nach der 5. Nacht      
1 Kalz/Keisse          0 356
2 Mørkøv/Havik        -1 222
3 Lampater/Stroetinga -2 283
4 Reinhardt/Graf      -2 141
5 Grasmann/De Ketele  -4 168

Nach Grasmann muss auch Reinhardt aufgeben

Im Gegensatz zu den anderen Sechstagerennen standen in Bremen auch in der Final-Nacht zwei Jagden auf dem Programm. Zuerst natürlich die Kleine mit einer Fahrzeit von einer halben Stunde, die Theo Reinhardt/Andreas Graf gewannen – sogar mit Rundenvorsprung! Doch die Freude über diesen Erfolg währte nicht allzu lange, denn Reinhardt plagten Gesäßbeschwerden, die ihn dann sogar zum Ausstieg aus dem Rennen zwangen. Da Christian Grasmann, der schon in der 5. Nacht pausiert hatte, sich immer noch nicht erholt hatte und weiter neutralisiert war, spannte Graf nun mit dessen ursprünglichem Partner Kenny De Ketele zusammen. Gleich in seinem ersten gemeinsamen Rennen, dem Derny-Finale, feierte das „neue“ Pärchen einen Sieg. Dennoch ging es mit zwei Runden Rückstand als Außenseiter in die Final-Jagd, wohingegen Leif Lampater/Wim Stroetinga noch einen Bonus einstrichen und wie Jesper Mørkøv/Yoeri Havik mit nur einer Runde Handicap antraten.
 Stand vor Final-Jagd         
1 Kalz/Keisse          0 386
2 Lampater/Stroetinga -1 311
3 Mørkøv/Havik        -1 238
4 Graf/De Ketele      -2 167

Packende Kämpfe um Platz eins und um Platz fünf

Die ungewöhnliche Kürze der Bremer 166,6-Meter-Bahn, die schnellere Rundengewinn ermöglicht als auf anderen Sixdays-Ovalen, begünstigte eine äußerst unterhaltsame letzte Madison-Stunde, in welcher der schon fast sicher geglaubte Sieg von Kalz/Keisse doch noch einmal ernsthaft gefährdet wurde. Dies lag vor allem an den starken Lampater/Stroetinga, die sich in die Nullrunde vorarbeiteten und zur Halbzeit der Final-Jagd mit einem weiteren Rundengewinn sogar kurzzeitig die Führung übernahmen. Kalz/Keisse hatten diesen gefährlichen Angriff aber längst gekontert und schlugen nur Momente später mit einem eigenen Rundengewinn zurück. Damit beruhigte sich die Lage aber noch keineswegs, beide Teams gingen sofort wieder in die Attacke und auch Mørkøv/Havik traten auf den Plan. Diese heiße Phase endete schließlich mit gleich drei Doubletten und drei Teams in der Nullrunde! Graf/De Ketele hinkten wegen ihre schlechteren Ausgangslage lange etwas hinterher, doch eine Viertelstunde vor dem Ende, kurz vor Beginn der letzten 50 Runden, konnten auch sie in die Nullrunde vorstoßen.

Als Erste versuchten Mørkøv/Havik, in der Schlussphase die Entscheidung zu erzwingen, doch der Däne und der Belgier verzweifelten an Kalz/Keisse, die mit energischer Gegenwehr das Feld wieder heranführten. Diesen Kräfteverschleiß der Punktbesten wollten dann Lampater/Stroetinga ausnutzen und lancierten einen Angriff, der sie 26 Runden vor dem Ende zu einem Rundengewinn führte. Kalz/Keisse hatten aber noch nicht alles Pulver verschossen, sich bereits auf die Jagd begeben und machten nur zwei Runden später ebenfalls einen Rundengewinn perfekt. Damit nicht genug: Abermals zogen sie ungebremmst weiter durch und erzwangen durch eine Doublette die endgültige Entscheidung. Lampater/Stroetinga unternahmen auf den letzten zehn Runden noch einen letzten verzweifelten Angriffsversuch, doch Kalz/Keisse konterten auch diesen, so dass Kalz letztlich als Erster die Ziellinie überqueren und den zwar einerseits klaren, aber auch wahrhaft hart erkämpften Sieg bejubeln konnte.

Sehr unterhaltsam und abwechslungsreich verlief auch der Kampf dreier Mannschaften um die Plätze fünf bis sieben der Gesamtwertung. Maximilian Beyer/Nick Stöpler waren mit einer Runde Vorsprung gegenüber Achim Burkart/Nico Heßlich und Sebastian Wotschke/Jan-André Freuler in die Final-Jagd gegangen, konnten diese aber nur gegen Burkart/Heßlich verteidigen. Wotschke/Freuler verbuchten einen Rundengewinn mehr als ihre beiden Gegner – nur zwei weniger als Kalz/Keisse! – und schnappten sich so noch Rang fünf.
 Endstand                     
1 Kalz/Keisse          0 418
2 Lampater/Stroetinga -1 339
3 Mørkøv/Havik        -2 260
4 Graf/De Ketele      -2 171
-> Zum vollständigen Endstand und allen Resultaten der Profis



Sprinter: Enders triumphiert über den punktgleichen Babek

In Sachen Spannung standen die Sprinter in der Final-Nacht den Sixdays-Profis in nichts nach. Der vor zwei Jahren schon einmal in Bremen erfolgreich Tscheche Tomas Babek lieferte sich ein nervenzerfetzendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Deutschen René Enders – nicht nur bildlich, oft genug auch wortwörtlich! Am Montag hatten beide schon punktgleich dagestanden, bevor der Teamsprint-Wettbewerb Babek doch noch mit einem Punkt Vorsprung in Führung brachte. Weil er nun zum Beginn des Dienstags-Programms im Rundenrekordfahren nur Zweiter hinter Enders wurde, war der Gleichstand wieder erreicht. Ein Fotofinish-Entscheid im Keirin-Rennen sah dann Babek knapp vorne, so dass er erneut einen Punkt besser war, was an der Ausgangssituation für das allerletzte Rennen aber gar nichts änderte: Wer im finalen Duell der beiden besten Sprinter als Erster finishen würde, dem sollte der Gesamtsieg gebühren. Es wurde erneut ein Sprint-Zweikampf mit ungemein knappem Ausgang – doch Enders schlug Babek, zog nach Punkten abermals gleich und durfte sich feiern lassen, weil dieses letzte Rennen als Tie-Breaker wirkte.

-> Zum Endstand und allen Resultaten der Sprinter



Anders als in den letzten Jahren gibt es nach Bremen keine einwöchige Sixdays-Pause mehr. Bereits diesen Donnerstag beginnt das Berliner Sechstagerennen (19. bis 24. Januar). In der Hauptstadt treten unter anderem Leif Lampater/Marcel Kalz und Yoeri Havik/Wim Stroetinga gegen die Vorjahressieger Kenny De Ketele/Moreno De Pauw an (-> zur vollständigen Startliste).





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