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In ihrer Deutlichkeit trügerische Führung für Meyer/Scotson vor der Final-Nacht des Six Day London
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29.10.2017

In ihrer Deutlichkeit trügerische Führung für Meyer/Scotson vor der Final-Nacht des Six Day London

Info: Sixdays: Six Day London 2017
Autor: Felix Griep (Werfel)



London, 28.10.2017 – Mit einem starken Auftritt in der großen Jagd haben sich Cameron Meyer/Callum Scotson in der 5. Nacht des Sechstagerennens von London die Führung zurückerobert. Die Australier weisen sogar zwei(!) Runden Vorsprung auf ihre ersten Verfolger auf, doch ist ihnen der Gesamtsieg deshalb noch lange nicht sicher. Denn Mark Cavendish/Peter Kennaugh und Kenny De Ketele/Moreno De Pauw winkt noch einmal eine Bonusrunde, welche die Briten und Belgier wieder in Schlagdistanz bringen würde. Bei den Sprintern hat sich im neuseeländischen Zweikampf das Blatt zu Gunsten von Edward Dawkins gewendet, wohingegen bei den Frauen Katie Archibald das Maß aller Dinge bleibt.


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Meyer/Scotson mit einem ungewöhnlich großem Vorsprung
Das längere der beiden Madison-Rennen der 5. Nacht war die Jagd mit den mit Abstand meisten Rundengewinnen beim diesjährigen Londoner Sechstagerennen. In den ersten 15 von 45 Minuten konnten nacheinander vier Gruppen und insgesamt 13 Mannschaften Rundengewinne herausfahren – einzig Morgan Kneisky/Benjamin Thomas, Vojtech Hacecky/Alois Kankovsky und Nick Stöpler/Melvin van Zijl verschliefen die lockere Anfangsphase komplett. Mit der ersten Sprintwertung nahm das Tempo merklich zu und das Rennen begann nach einer Viertelstunde erst richtig, doch Cameron Meyer/Callum Scotson schafften es trotzdem, schnell noch einmal auszureißen. Die Franzosen kämpften sich in der Folge als Solisten zu ihrem zweiten Rundengewinn, der zugleich der letzte bleiben sollte. Mark Cavendish/Peter Kennaugh konnten nach einem Angriff, der 13 Runden vor Schluss begonnen hatte, dem Feld nur noch 150 statt der vollen 250 Meter abnehmen und sich durch den Gewinn der Zielwertung lediglich noch Platz zwei der Jagd sichern. Meyer/Scotson standen nach ihrem Coup nicht nur wieder an der Spitze der Gesamtwertung, sondern sogar zwei Runden vor Kenny De Ketele/Moreno De Pauw, weil zu ihrem Rundengewinn auch noch eine Bonusrunde hinzukam.

Cavendish im Endspurt des Derny-Finals zu schnell für De Ketele
Der Enttäuschung in der großen Jagd, durch die sich ihr Rückstand zu den Führenden von zwei auf fünf Runden und ihre Gesamtplatzierung von sechs auf neun vergrößerte, war für Kneisky/Thomas ein Erfolg vorausgegangen, denn im ersten Wettbewerb vom Samstag hatten die Franzosen die Mannschaftsausscheidung für sich entschieden. Meyer/Scotson hatten in diesem Wettkampf lediglich den zwölften Platz belegt und mutmaßlich gezielt Kräfte für die Jagd gespart. Der vorletzte Tag dieser Sixdays hatte mit dem Derny-Finale ein besonderes Highlight zu bieten. Die in den Läufen der ersten vier Nächte erfolgreichsten Paare traten zu dem 60 Runden langen Rennen an. Als die Teamkollegen sich nach 30 Runden gegenseitig abwechselten, hatten Ollie Wood/Mark Stewart und Niklas Larsen/Casper Von Folsach in Führung gelegen, doch bald schon zog De Ketele vorbei, der fortan lange die erste Position behielt. Doch gegen einen raketenhaften Angriff auf der allerletzten Runde von Mark Cavendish und dessen Schrittmacher Michel Vaarten war der Belgier machtlos und musste den Briten passieren lassen. Für die nicht für das Derny-Finale qualifizierten Teams stand ein Mannschaftszeitfahren über 250 Meter auf dem Programm, in dem Steven Burke/Chris Latham die Bestzeit hinlegten. Punkte gab es dafür aber noch nicht, weil sich am Sonntag die restlichen Teams ebenfalls noch auf dieser Strecke probieren dürfen.

Cavendish/Kennaugh und De Ketele/De Pauw noch nicht geschlagen
Zum Abschluss blieb nur noch die kleine Jagd, deren 20 Minuten nicht viel Zeit für Ausreißversuche lassen. Cavendish/Kennaugh attackierten deshalb gleich mit dem Startschuss und fanden zu ihrer Freude in den Teams Burke/Latham, Larsen/Von Folsach und Kneisky/Thomas drei Verbündete, mit denen sie gemeinsam dem Feld Meter um Meter abnehmen konnten. Gut fünf Minuten Vollgas waren nötig, bis das Quartett den Rundengewinn perfekt machte. Den Jagdsieg holten sich letztlich die Dänen Larsen/Von Folsach durch den Gewinn der Sprintwertung im Ziel. Durch ihren Rundengewinn kletterten Cavendish/Kennaugh in der Gesamtwertung von Rang vier auf zwei, liegen aber trotzdem genau wie De Ketele/De Pauw und Yoeri Havik/Roy Pieters zwei Runden hinter Meyer/Scotson. Während allerdings die Führenden und die Viertplatzierten mit 336 bzw. 332 Punkten keinen weiteren Hunderter mehr vollmachen werden, ist für Cavendish/Kennaugh (391) und De Ketele/De Pauw (375) am Final-Abend die 400-Punkte-Marke absolut noch in Reichweite. Würden sie diese Hürde meistern, müssten sie Meyer/Scotson in der Final-Jagd nur noch eine einzige Runde abnehmen.

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Sprinter: Dawkins übernimmt mit drei Punkten Vorsprung die Führung
Vier Nächte lang hatte Ethan Mitchell das Sprinter-Turnier angeführt, mal mit mehr, mal mit weniger großem Vorsprung. Doch am Samstag wurde der Neuseeländer von seinem Landsmann Edward Dawkins entthront. Weil er über die 200 Meter elf Tausendstel schneller war, gewann Dawkins das Zeitfahren und übernahm die Führung, die er aber schnell wieder abgeben musste, als Mitchell ihn im Sprint-Duell besiegen konnte. Was Mitchell letztlich doch noch die Spitzenposition kostete, war das Keirin-Rennen, welches er auf dem letzten Platz beendete. Dawkins bekam als Drittplatzierter sechs Punkte mehr gutgeschrieben und führt daher mit 218 zu 215 Punkten in diesem weiterhin extrem engen Zweikampf. Maximilian Levy, der sich im Keirin von Matthew Rotherham den Sieg wegschnappen ließ, liegt unverändert auf Gesamtrang drei. Sein Vorsprung zum Vierten Juan Peralta vergrößerte sich von sieben auf 18 Punkte, aber auch sein Rückstand auf Rang eins wuchs von 20 auf 25 Punkte weiter an.

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Frauen: Archibald gewinnt Ein-Tages-Omnium mit UCI-Klassifizierung
Bei den Frauen fand am Samstag ein Wettbewerb im Wettbewerb statt. Es standen vier Disziplinen auf dem Programm, die zusammengezählt ein eigenständiges Omnium ergaben, welches sogar ein Event mit UCI-Einstufung war. Nach einem zweiten Platz im Scratch hinter Elinor Barker und Siegen in den Temporunden und im Ausscheidungsfahren führte Katie Archibald nach drei von vier Disziplinen die Tageswertung mit 118 Punkten an. Mit 104, 102, 100 und 98 Punkten folgten Neah Evans, Eleanor Dickinson, Barker und Kirsten Wild, für die es im abschließenden Punkterennen nur noch um den zweiten Platz ging, weil Archibald mit ihrem Vorsprung uneinholbar blieb. Während der 80 Runden mit insgesamt acht Sprintwertungen sammelte Evans die meisten Punkte und verteidigte Platz zwei mit 117 Punkten vor Dickinson (110), Barker (105) und Wild (100); an Archibald (128) kam sie aber eben nicht mehr heran.
Der Endstand dieses Omniums floss auch in den Londoner Gesamtstand ein. Allerdings wurden nicht einfach die an diesem Abend erzielten Punkte zu denen aus der 4. Nacht addiert. Nach einem festgelegten Muster bekam bspw. Archibald als Tagessiegerin 90 Punkte gutgeschrieben, Evans als Zweite 82, Dickinson als Dritter 74 und so weiter und so fort. Der über zwei Nächte kumulierte Gesamtstand ergibt daher 230 Punkte für die unangefochtene Spitzenreiterin Archibald. Die vorherige Zweitplatzierte Allison Beveridge (144 Punkte) wurde von Evans (177) und Dickinson (156) auf Rang vier verdrängt.

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