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Er konnte sich nicht mal selber schlagen: Mathieu van der Poel ist Radcross-Europameister
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05.11.2017

Er konnte sich nicht mal selber schlagen: Mathieu van der Poel ist Radcross-Europameister

Info: Radcross-Europameisterschaft 2017 in Tábor
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Tábor, 05.11.2017 - Zum Abschluss der Radcross-EM im tschechischen Tábor ist Mathieu van der Poel seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Der immer noch erst 22-jährige Niederländer bestritt praktisch acht von acht Runden alleine an der Spitze und finishte mit 22 Sekunden Vorsprung vor Landsmann Lars van der Haar. Anderthalb Minuten zurück sprinteten zwei Belgier um Bronze, wobei der letztjährige Europameister Toon Aerts die Oberhand behielt.


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Anders als letztes Jahr in Pontchâteau wurden in Tábor wieder alle fünf EM-Wettbewerbe an einem einzigen Tag über die Bühne gebracht. So strebten die kontinentalen Titelkämpfe nach fünfeinhalb Stunden geballter Rennaction ihrem Höhepunkt entgegen - dem Wettkampf der Herren Elite. Höhepunkt? Nun, voraussichtlich nicht was die Spannung anging. Wenn ein Sportler als haushoher Favorit antritt, pflegt man zu sagen, er können sich 'nur selber schlagen'. Doch auch das erschien in Bezug auf Mathieu van der Poel übertrieben. Denn was hätte dem 12-fach Saisonsieger schon passieren können, noch dazu auf einem weder technisch noch topgrafisch besonders anspruchsvollem Parcours, der zu einem pfeilschnellen Start-Finish-Triumph, der Spezialität von Van der Poel, geradezu einlud?

Van der Poel blickt nicht zurück
Um es vorwegzunehmen: Tatsächlich kam es genauso, wie von allen erwartet. Mathieu van der Poel, der bei der WM in Tábor 2015 Weltmeister geworden war, hechtete gleich nach dem Startschus vorneweg und sah sich anschließend kein einziges Mal um. Am Anfang leistete sein Landsmann Lars van der Haar, der in Abwesenheit des amtierenden Weltmeisters Wout van Aert als ernsthaftester Konkurrent gelten musste, ihm Gesellschaft. Aber ab der zweiten Runde wurde Van der Haars Abstand größer und er fiel langsam, doch sicher zurück. Nach drei Runden lag er 10 Sekunden hinter Van der Poel, nach vier Runden 14, nach fünf 20, nach sechs 22, nach sieben Runden 26 und im Zieleinlauf dann wieder 22. Immerhin hatte er sich klar als "best of the rest" erwiesen.

Spannung bietet nur der Kampf um Bronze
An der dritten Position lag zu Beginn Titelverteidiger Toon Aerts, dem aber die Spritzigkeit vom Koppenbergcross heute fehlte. So wurde er von einer riesigen Verfolgergruppe eingefangen, in der sich die Niederländer Corné van Kessel und David van der Poel, der Italiener Gioele Bertolini, der Tscheche Michael Boros sowie alle weiteren Belgier befanden. Wenigstens Bronze musste deren Motto nun lauten. Zwar wurden fünf von ihnen auf der Vorschlussrunde in einen Sturz verwickelt, die Gruppe lief aber später wieder zusammen. So sprinteten Toon Aerts und Michael Vanthourenhout um den letzten Platz auf dem Podium - mit derart knappem Ausgang, dass ein Foto-Finish herhalten musste. Dieses fiel zugunsten von Aerts aus, was Vanthourenhout so frustrierte, dass er sein Rad in die Absperrung feuerte.

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Medaillenspiegel: Belgien vorne, Niederlande punktgleich
Auch wenn die Belgier das vermeintlich wichtigste EM-Rennen nicht gewinnen konnten - den Medaillenspiegel von Tábor führen sie mit zwei goldenen Medaillen (Frauen Elite, Männer U23), sowie je einer silbernen und einer bronzenen dennoch an. Ein Trostpflaster für die zuletzt kriselnde Radcross-Nation. Die Niederlande, Italien und die Schweiz haben je einmal Gold geholt (Männer Elite, Frauen U23, Junioren), die Niederländer dazu aber noch zweimal Silber und einmal Bronze, was sich auch sehen lassen kann. An Italien ging außerdem noch eine Bronzemedaille und die restlichen Medaillen teilten die Gastgeber aus Tschechien sowie Großbritannien unter sich auf.

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