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Vanendert profitiert am Plateau de Beille von inkonsequenten Favoriten
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16.07.2011

Vanendert profitiert am Plateau de Beille von inkonsequenten Favoriten

Info: TOUR DE FRANCE 2011
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Plateau de Beille, 16.07.2011 - Den erhofften großen Kampf der Favoriten gab es auch bei der zweiten Bergankunft in den Pyrenäen nicht, so dass wieder einmal andere Fahrer ins Rampenlicht fahren konnten. Diese waren allerdings dieselben wie in Luz-Ardiden. Jelle Vanendert (Omega Pharma-Lotto) holte vor Samuel Sanchez (Euskaltel) den Etappensieg und das Bergtrikot - genau andersherum war es noch vor zwei Tagen. Eine bärenstarke Leistung zeigte auch wieder Thomas Voeckler (Europcar), der zeitgleich mit den zu zögerlich angreifenden Schleck-Brüdern (Leopard Trek) und der weiteren Konkurrenz das Ziel erreichte und das Gelbe Trikot erfolgreich durch das erste Hochgebirge der Tour gebracht hat.

Große Ausreißergruppe mit drei FDJ-Fahrern und zwei Deutschen
Man merkte es Leopard Trek früh an, dass die Mannschaft der Schleck-Brüder auf der 14. Etappe, dem letzten der drei Pyrenäen-Teilstücke, etwas plante. In Folge einer Attacke des französischen Meisters Sylvain Chavanel (Quick Step) kam es zu einer ungewöhnlich großen Ausreißergruppe. Unter 20 Fahrern befanden sich mit Jens Voigt und Linus Gerdemann auch zwei Leopard-Helfer, die für eine Attacke ihrer Kapitäne am Schlussanstieg als Unterstützung vorausgeschickt wurden. Die Gruppe kam, getrieben von drei FDJ-Fahrern, auf mehr als neun Minuten Vorsprung. Mickaël Delage (FDJ) gewann zum vierten Mal als Ausreißer eine Sprintwertung und zudem die ersten beiden Bergwertungen auf dem Col de Portet-d'Aspet (2. Kategorie) und dem Col de la Core (1. Kategorie). In der darauf folgenden Abfahrt setzten sich Julien El Farès (Cofidis), Sandy Casar (FDJ) und David Millar (Garmin-Cervélo) ab und überquerten den Col de Latrape (2. Kategorie), auf dem Casar siegte, mit einigem Vorsprung. Im direkt folgenden Anstieg zum Col d'Agnes (1. Kategorie) änderte sich die Situation wieder, die erste Gruppe wuchs auf elf Mann an, Chavanel holte sich diese Bergwertung. Es gab wieder nur eine sehr kurze Abfahrt, in der Gorka Izagirre (Euskaltel) alleine davonfuhr und mit über einer Minute Vorsprung über den 50 Kilometer vor dem Ziel gelegenen Port de Lers (3. Kategorie) kam. Der Baske machte sich hinunter auf den langen Weg ins Tal, wo fast alle der ursprünglich 20 Ausreißer wieder zusammenfanden.

Mehrere Angriffe von Andy Schleck bleiben ohne Folgen
Am Col de Latrape reagierte Leopard Trek auf den großen Rückstand und fuhr mit allen noch dort verbliebenen sieben Fahrern an der Spitze des Hauptfeldes Tempo. Die Sprinter, von denen nur William Bonnet (FDJ) das Zeitlimit überschritt und ausschied, hängten sie damit ab, nicht aber die anderen starken Bergfahrer. So waren im Schlussanstieg zum Plateau de Beille noch alle wichtigen Fahrer beisammen, aber schnell alle Tempomacher von Leopard Trek verbraucht. Die beiden Vorausgefahrenen konnten danach auch nicht mehr viel helfen, als sie eingeholt wurden. Gerdemann hatte nicht seinen stärksten Tag und Voigt konnte nach zwei zum Glück harmlos verlaufenen Stürzen zu Beginn der letzten Abfahrt nur noch kurz Führungsarbeit leisten. Etwas mehr als zwei Minuten Rückstand hatte das Hauptfeld noch, als es die Kletterei begann. An der Spitze setzte sich Casar von den anderen Ausreißern ab und so war er es heute, der letztlich vergeblich dem ersten französischen Etappensieg nachjagte. Nach etwa einem Drittel des 15,8 Kilometer langen Berges griff Andy Schleck ein erstes Mal an und wiederholte dies noch ein paar Mal, doch ohne die nötige Konsequenz, um Gegner in ernsthafte Problem zu bringen. Einmal gab es auch eine Tempoverschärfung seines Bruders. Der souveräne Cadel Evans (BMC Racing Team) konterte ein paarmal und auch Alberto Contador (Saxo Bank) hatte die richtigen Antworten parat, auch wenn er nicht so stark wirkte wie bei seinen bisherigen Toursiegen.


BMC Racing Team: Etappe unter Kontrolle

Vanendert und Sanchez fahren wieder den Favoriten davon
Evans und Contador waren zufrieden damit, den Status Quo aufrecht zu erhalten und so sah man von ihnen keine Versuche, die Schlecks herauszufordern. Das eröffnete anderen Fahrern ungeahnte Möglichkeiten. Jelle Vanendert (Omega Pharma-Lotto) griff ohne Gegenwehr an und überholte sechs Kilometer vor dem Gipfel den chancenlosen Casar. Der Belgier, der vor zwei Tagen in Luz-Ardiden schon als Zweiter für eine Überraschung sorgte, konnte zu seinem ersten Profi-Sieg fahren, den er zudem noch mit dem Bergtrikot krönte. Samuel Sanchez (Euskaltel), der Mann, der Vanendert in Luz-Ardiden noch geschlagen hatte, wurde mit 21 Sekunden Rückstand diesmal Zweiter, hatte sich auf den letzten vier Kilometern ebenfalls aus der Favoritengruppe absetzen können. Diese erreichte das Ziel 48 Sekunden nach dem Sieger, Andy Schleck nahm den anderen acht darin befindlichen Fahrern noch zwei Sekunden ab. Neben Fränk Schleck, Evans und Contador hatten auch Ivan Basso (Liquigas), Rigobert Uran (Sky), Jean-Christophe Peraud (Ag2r) sowie Pierre Rolland und Thomas Voeckler (beide Europcar) die wichtigste Gruppe halten können. Damiano Cunego (Lampre) war das nicht gelungen, er war mit 1:27 Minute Rückstand der nächste Finisher, nach 1:59 Minute folgten Tom Danielson (Garmin-Cervélo) und Kevin De Weert (Quick Step). Großen Rückstand hatte aus den Top10 der Gesamtwertung einzig Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto), der seinen Ambitionen in diesem Klassement heute adieu sagen musste.

Voeckler bleibt standhaft, Uran stürzt Jeannesson
Mit einer weiteren beachtlichen Leistung, die man ihm so nicht hatte zutrauen müssen, blieb Voeckler auch an seinem fünften Tag im maillot jaune unantastbar und es bleibt bei 1:49 Minute Vorsprung auf Fränk Schleck. Evans (+2:06), Andy Schleck (+2:15) und Basso (+3:16) belegen weiterhin die Plätze drei bis fünf. Contador ist mit genau vier Minuten Rückstand unverändert Siebter, Sanchez tauschte seinen achten Platz gegen Cunegos Sechsten. Danielson rückte durch das Zurückfallen Gilberts auf Rang neun vor und De Weert auf den letzten Platz in den Top10. Neben dem Bergtrikot, das Vanendert dem nach zwei Ausreißer-Tagen entkräfteten Jérémy Roy (FDJ) abnahm, wechselte auch das maillot blanc. Roys Teamkollege Arnold Jeannesson konnte die Spitzenposition in der Nachwuchswertung nicht verteidigen, verlor diese an Uran, der gut eine Minute vor Rein Taaramäe (Cofidis) liegt. Die Führung in der Mannschaftswertung holte sich Leopard Trek zurück, in großer Feierlaune war man bei dem luxemburgerischen Team heute aber wohl trotzdem eher nicht.

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Auf der 15. Etappe könnten morgen wieder die Sprinter zum Zuge kommen, wenn ihnen nicht eine Ausreißergruppe einen Strich durch die Rechnung macht. Nach diesen 193 Kilometern wartet der zweite Ruhetag.





Jelle Vanendert kann auf der 14. Etappe der Tour de France seinen ersten Profi-Sieg bejubeln (Foto: www.letour.fr)
Jelle Vanendert kann auf der 14. Etappe der Tour de France seinen ersten Profi-Sieg bejubeln (Foto: www.letour.fr)

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