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Rollands Sieg in Alpe d´Huez ein starker Trost für Voecklers Einbruch - Andy Schleck im Gelben Trikot
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22.07.2011

Rollands Sieg in Alpe d´Huez ein starker Trost für Voecklers Einbruch - Andy Schleck im Gelben Trikot

Info: TOUR DE FRANCE 2011
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Alpe d'Huez, 22.07.2011 - Bis zur 19. Etappe haben die Franzosen auf ihren ersten Heimsieg in diesem Jahr warten müssen und ausgerechnet bei der Bergankunft in Alpe d'Huez wurden sie von Pierre Rolland erlöst. So konnte es Europcar wesentlich einfacher verschmerzen, dass Thomas Voeckler das Gelbe Trikot an Andy Schleck (Leopard Trek) verlor. Der geht mit 53 Sekunden Vorsprung auf seinen Bruder Fränk und 57 Sekunden auf Cadel Evans (BMC Racing Team) in das entscheidende Zeitfahren. Alberto Contador (Saxo Bank) sorgte mit seinen Attacken für einen weiteren höchst spannende Tour-Tag.


Alle Startzeiten vom Zeitfahren der Tour de France am Samstag

Contador bläst früh zur Attacke - Evans im Defekt-Pech
Erst um 14:30 erfolgte der Start zur 19. Etappe der Tour de France. Er wurde so spät gelegt, weil von Modane nach Alpe d'Huez nur 109,5 Kilometer zurückzulegen waren. Doch es dauerte nicht lange und die Favoriten mussten die Karten auf den Tisch legen. Es fuhren 14 Ausreißer vorne weg, die mit knapp drei Minuten Vorsprung in Saint-Michel-de-Maurienne ankamen, wo nach 15 Kilometern der erste Anstieg zum Col du Télégraphe begann, den einer der Enttäuschten von gestern sofort zur Attacke nutzen wollte. Chris Anker Sörensen (Saxo Bank) fuhr aus dem Feld heraus, um Momente später seinem Kapitän Alberto Contador bei dessen Angriff unterstützen zu können. Fränk und Andy Schleck (Leopard Trek), Cadel Evans (BMC Racing Team) und Carlos Barredo (Rabobank) folgten dem Antritt des dreifachen Tour-Gesamtsiegers. Der zunächst distanzierte Thomas Voeckler (Europcar) sprintete mit enormem Krafteinsatz wieder an die Gruppe heran. Als Contador nochmals das Tempo forcierte, waren Barredo und Fränk Schleck nicht mehr in der Lage, zu folgen. Bei seinem nächsten Antritt wurde Voeckler abgeschüttelt - und kurz darauf auch Evans. Der Australier hatte allerdings Pech mit seinem Material, fiel nur wegen eines Defekts zurück. Contador und Andy Schleck fuhren bis zur Bergwertung, die Gorka Izagirre (Euskaltel) gewann, an die Spitze des Rennens, wo sie von einigen der ersten Ausreißer umgeben waren. Voeckler kämpfte eine halbe Minute zurück alleine, während Evans wieder im eine Minute nach dem Gelben Trikot folgenden Hauptfeld fuhr.


Col du Télégraphe (11,9 km à 7,1%)
Col du Galibier (13,8 km à 7,9%)
Abfahrt vom Galibier eliminiert alle Abstände
In der kurzen Abfahrt nach Valloire war kaum Zeit zum Verschnaufen, direkt ging es weiter bergauf auf den Col du Galibier, der gestern Etappenziel war. Andy Schleck führte die erste Gruppe mit Contador, Rui Costa (Movistar) und Christophe Riblon (Ag2r) über die HC-Bergwertung. Voeckler mühte sich noch eine Weile vergeblich, ehe er eingeholt wurde. Evans sorgte wie schon gestern am Galibier fast alleine für das Tempo und verkleinerte dadurch das Hauptfeld rasch. Aufeinander folgende Antritte von Samuel Sanchez (Euskaltel) und Evans sorgten dafür, dass der Leader abgehängt wurde. Voeckler hatte mit Anthony Charteau, Vincent Jérôme und Cyril Gautier aber drei Helfer zur Seite, die ihn nach Leibeskräften unterstützten. Rolland vertrat das Team Europcar noch weiter vorne, er konnte mit Evans mithalten. In der beinahe fünfzig Kilometer langen Abfahrt sortierte sich das Rennen langsam wieder. Sanchez fuhr zu Contador, Andy Schleck, Costa und Riblon auf, vergrößerte die Spitze auf fünf Mann. Kurz bevor man das Tal in Le Bourg-d'Oisans erreichte, war auch die nächste Gruppe mit Evans, Fränk Schleck, Rolland, Damiano Cunego (Lampre), Tom Danielson, Ryder Hesjedal (beide Garmin-Cervélo), Sandy Casar, Arnold Jeannesson (beide FDJ) und Peter Velits (HTC-Highroad) wieder dran. Hinten war ein verhältnismäßig großes Feld zusammengerollt, in dem Europcar die Nachführarbeit verrichtete. Pünktlich zum Schlussanstieg konnten sie den Zusammenschluss mit der Fluchtgruppe herbeiführen.


Alpe d'Huez
(13,8 km à 7,9%)
Rolland entzaubert Contador - Voeckler verliert Gelb
Es war kein kompletter Zusammenschluss, denn unmittelbar zuvor hatte sich Rolland mit Hesjedal abgesetzt und sie nahmen als Duo die erste der 21 Kehren nach Alpe d'Huez in Angriff. Im 13,8 Kilometer langen Anstieg dauerte es nicht lange, bis Contador einen zweiten Anlauf nahm, um nach dem Etappensieg zu greifen. Er holte Rolland und Hesjedal ein, die ihm auch nicht lange folgen konnten. Bei Voeckler war schnell klar, dass er Gelb wie schon 2004 am zehnten Tag verlieren würde, mit den wieder starken Andy Schleck und Evans konnte er nicht mithalten. Aus der Gruppe um die beiden zogen dann Velits und Sanchez davon, doch nur der Olympiasieger konnte bis an die Spitze vorfahren. Dabei brachte er, zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel, auch Rolland wieder an den nun schwächelnden Contador heran. Rolland drehte auf und attackierte in Schlangenlinien über die Straße fahrend so lange, bis er die beiden Spanier loswurde. 14 Sekunden vor Sanchez und 23 vor Contador sorgte der 24-Jährige für den ersten französischen Sieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Cunego und Evans attackierten in der nächsten Gruppe, doch das Ziel erreichten sie zeitgleich mit Velits, Thomas De Gendt (Vacansoleil-DCM) und den Schlecks 57 Sekunden nach dem Sieger. Voeckler, dem heute seine Grenzen aufgezeigt wurden, hatte als 20. der Etappe 3:22 Minuten Verlust auf seinen siegreichen Teamkollegen zu beklagen.


BMC Racing Team: Evans nun Dritter der Tour de France

Zwei Schlecks im Gesamtklassement vor Evans - Bergtrikot geht an Sanchez
Evans versuchte es am Ende noch, konnte auf die Schleck-Brüder aber keine Zeit mehr herausfahren. So liegt er 57 Sekunden hinter Andy, der das Gelbe Trikot übernimmt, auf Platz drei. Fränk hat auf den Australier nur einen Vorsprung von vier Sekunden. Der Traum vom ersten französischen Tour-Sieg seit 1985 endete heute, mit 2:10 Minuten Rückstand belegt Voeckler aber immer noch den hervorragenden vierten Gesamtrang. Contador, der als sehr angriffslustiger Fahrer die Etappe prägte, konnte Ivan Basso (Liquigas) überholen und ist nun Sechster hinter Cunego. Rolland schaffte es mit seiner herausragenden Leistung in die Top10 und auf Platz eins der Nachwuchswertung, die er 1:33 Minute vor Rein Taaramäe (Cofidis) anführt. In der Bergwertung fiel bereits die endgültige Entscheidung, die Sanchez als Sieger sieht. Zehn Punkte mehr als Andy Schleck hat der Baske im Verlauf der Tour gesammelt. In der Punktewertung verlor Mark Cavendish (HTC-Highroad) nicht wieder 20 Punkte gegenüber seinem Kontrahenten José Joaquin Rojas (Movistar), weil diesmal beide diese Strafe auferlegt bekamen. Im 83 Fahrer umfassenden Gruppetto kamen sie wenige Sekunden nach dem Zeitlimit im Ziel an. Während sie mit einem blauen Auge davonkamen, wurde bei Björn Leukemans (Vacansoleil-DCM) das Reglement streng umgesetzt. Der acht Minuten zu spät alleine eingetroffene Belgier wurde zwei Tage vor Ende der Rundfahrt ausgeschlossen.

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Ihre endgültige Gestalt wird die Gesamtwertung erst nach dem morgigen Zeitfahren annehmen. Auf den 42,5 Kilometern nach Genoble, die auch schon bei der Dauphiné gefahren wurden, wird ein Zweikampf um den Tour-Sieg zwischen Andy Schleck und Cadel Evans erwartet.





Pierre Rolland sorgt auf der 19. Etappe in Alpe d´Huez für den ersten französischen Sieg bei der Tour de France 2011 (Foto: www.letour.fr)
Pierre Rolland sorgt auf der 19. Etappe in Alpe d´Huez für den ersten französischen Sieg bei der Tour de France 2011 (Foto: www.letour.fr)

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