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Fabian Cancellara siegt in Gelb auf Etappe 3 - Zabel 2.
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10.07.2007

Fabian Cancellara siegt in Gelb auf Etappe 3 - Zabel 2.

Info: Tour de France
Autor: Jörg Schröder
Ranking zu: Gesamtweltrangliste

Fabian Cancellara heißt der überraschende Sieger der 3. Etappe der Tour de France 2007. Nach einer weitestgehend langsamen Fahrt wurde es am Ende noch richtig schnell, kurz vor dem Ziel attackierte der Mann in Gelb und überraschte damit die Sprinter. Sein Sieg passte zum gesamten kuriosen Etappenverlauf.Erik Zabel sprintete noch an das Hinterrad, kam aber nicht mehr vorbei. Dritter wurde Danilo Napolitano. Mit seinem zweiten Etappensieg verteidigte Cancellara natürlich das Maillot Jaune.

Längste Etappe der diesjährigen Tour
Als die Fahrer heute Morgen an den Start der längsten Etappe der diesjährigen Tour im belgischem Waregem gingen, ahnten sie noch nichts vom heutigen kuriosen Etappenverlauf. Von der Reiter-Hochburg in West-Flandern standen 236,5 relativ flache Kilometer auf dem Programm zurück nach Frankreich mit Etappenziel vor dem örtlichen Golf-Klub in Compiègne. Nicht mit dabei war nach dem gestrigen Massensturz der Litauer Tomas Vaitkus von Discovery Channel. Nach einem Daumenbruch muss er operiert werden und ist damit der zweite Ausfall in diesem Jahr.

Attackeure ohne Courage
Früh im Rennen attackierten Nicolas Vogondy (AGR) und Matthieu Ladagnous (FDJ), aus dem Feld setzte niemand nach. Schnell erarbeitete sich das Duo einen beruhigenden Vorsprung. Doch ob der langen Etappe war eine Flucht zu zweit so früh in der Tour eine zu große Verschwendung der Kräfte. Dies begriffen auch die Ausreißer schnell und machten in der Folge deutlich langsamer. Aber auch das Feld nahm die Beine hoch und so lagen die Spitzenreiter lange deutlich über 6 Minuten in Front.
Im Feld nutze man die langsame Fahrt dagegen zu Gesprächen mit den Kollegen und mehreren kollektiven „Pinkelpausen“. Hans-Michael Holczer, Sportchef von Gerolsteiner, kommentierte die Situation im Rennen so, dass die beiden Ausreißer „ihre Pflichten als Ausreißer“, nämlich kräftig in die Pedalen zu treten, nicht nachkämen und so das Feld auch keine Anstalten mache, Tempo aufzunehmen.

Etappe beginnt erst 60km vor Schluss
Bis 60 Kilometer vor dem Ziel veränderte sich das „Bummeltempo“ nicht, dann attackierte Stéphane Augé (COF). Ihm schloss sich Liquigasfahrer Frederik Willems an. Zusammen schlossen sie 10 Kilometer später zu den beiden Spitzenreitern auf. 4 Minuten betrug da der Abstand zwischen den zwei Gruppen. Im Feld reagierten zu diesem Zweitpunkt die Sprintermannschaften, allen voran Crédit Agricole, auch CSC schickte seine Fahrer nach vorne um das Gelbe Trikot von Fabian Cancellara zu sichern. Augés Attacke hatte einen Hintergrund: 34 Kilometer vor dem Ziel stand die einzige Bergwertung des Tages auf dem Programm, vor der Etappe lag Augé in dieser Wertung punktgleich hinter David Millar auf dem zweiten Platz. Dank der meisten Führungsarbeit in dem neuen Quartett überließen ihm die anderen die 3 Punkte für den Gewinn der Bergwertung, damit fährt der Routinier morgen im gepunkteten Trikot.

Große Spannung am Ender der langweiligen Etappe
Erik Zabel hatte vor der Etappe noch darauf gehofft, das die lange Etappe für eine stärkere Selektion bei den Sprintern sorgen würde und seine Chancen damit steigen könnten: „Nach sechs Stunden im Sattel sind manche Sprinter doch recht müde.“ Die langsame Fahrt, wodurch das Feld erst erst kurz vor 19 Uhr das Ziel erreichte, machte diese Hoffnung des alten Haudegen zunichte.
Die Sprintermannschaften formierten sich und bereiteten alles für einen Massensprint vor, so dass die Ausreißer am Ende keine Chance hatten. Pech hatte der Vortagessieger Gert Steegmanns, der auf einer Brücke 40km vor dem Ziel zu Fall kam, aber mit Hilfe eines Teamkollegen den Anschluss an das Feld schnell wieder fand. Nach der weitgehenden Bummelei wurde es am Ende noch richtig schnell. Die Ausreißer wehrten sich tapfer, das Feld musste mächtig kämpfen, so wurde es nach der langweiligen Etappe noch mal richtig spannend.
Nach dem die Sprinthelfer verbraucht waren, attackierte das Gelbe Trikot 500m vor dem Ziel. Cancellara überraschte damit alle Konkurrenten und ließ die armen Ausreißer so kurz vor dem Zielstrich stehen. Erik Zabel sprintete das Loch am Ende noch zu, vorbei kam er aber nicht mehr und verpasste damit seinen 13. Etappenerfolg. Danilo Napolitano wurde 3.

Auch die deutschen Teams mischten im Sprint vorne mit. Während Robert Förster und Heinrich Haussler die Plätze 6 und 10 für die Gerolsteinermannschaft holten, wurden die T-Mobile-Sprinter Bernard Eisel und Mark Cavendish 7. und 8.

Stimmen zur Etappe:
Cancellara strahlte nach dem Sieg in die Mikros: "Ich habe eine fantastische Form. Der Prolog-Sieg hat mir viel Selbstvertrauen gegeben - und jetzt auch noch dieser Sieg in Gelb. Was will ich noch mehr? Ich habe die Flüchtlinge direkt vor mir gesehen und wusste nicht, was ich tun sollte. Da habe ich entschieden, einfach voll durchzufahren."

Gesamtführung ausgebaut
Mit seinem überraschenden zweiten Tageserfolg, herausgefahren in beeindruckender Manier, baute der Schweizer Fabian Cancellara seine Gesamtführung natürlich aus. Es folgen Andreas Klöden un David Millar. Die Chancen stehen gut, das sich daran auch morgen nichts ändert.

-> Resultat

Vorschau:
Die morgige Etappe wir bergiger als heute, doch nach den 193 Kilometern von Villers-Cotterêts nach Joigny werden die Sprinter sicherlich auf eine neuerliche Chance brennen,nach dem sie heute so knapp geschlagen wurden. Zur Etappenvorschau geht es HIER.

Führender Gesamtwertung: Fabian Cancellara (CSC)

Führender Sprintwertung: Tom Boonen (QSI)

Führender Bergwertung: Stéphane Augé (COF)

Bester Jungprofi: Vladimir Gusev (DSC)


Cancellata düpiert die Sprinter, angeführt von Zabel, links Förster (Foto: http://www.letour.fr)




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Etappe 3 - Kurios mit Cancellaras Sieg
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