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Contador wirft den Fehdehandschuh - Rodriguez nimmt ihn auf und siegt
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01.09.2012

Contador wirft den Fehdehandschuh - Rodriguez nimmt ihn auf und siegt

Info: VUELTA A ESPAÑA 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Puerto de Ancares, 01.09.2012 – Alberto Contador ließ seine Mannschaft Saxo Bank-Tinkoff Bank auf der 14. Etappe der Spanien-Rundfahrt den Boden für einen großen Angriff bereiten. Der Vuelta-Sieger des Jahres 2008 ging am Schlussanstieg in die Offensive und konnten sich dort von allen Gegnern absetzen. Doch auf dem letzten Kilometer wurde Contador von einem stark auftrumpfenden Joaquin Rodriguez (Katusha) überholt, der mit seinem bereits dritten Etappensieg die Führung weiter auf 22 Sekunden ausbaute. Zweiter Sieger des Tages war Simon Clarke (Orica-GreenEdge), der in einer großen Ausreißergruppe fahrend erneut ins Bergtrikot schlüpfte.

Kampf ums Bergtrikot: Clarke stiehlt Moncoutié die Show
Die bisherigen Bergetappen bei dieser Spanien-Rundfahrt beschränkten sich auf einen meist recht kurzen Schlussanstieg, was sich bei einer dreitägigen Tour durch die Höhenzüge des Kantabrischen Gebirges ändert. Die 14. Etappe war mit 149,2 Kilometer auffällig kurz und doch gespickt mit allerlei Anstiegen, von denen fünf eine Bergwertung trugen. Dies bedeutete, dass sich nun endlich ein ernsthafter Kampf um das Bergtrikot entwickeln sollte, welches seit einiger Zeit Alejandro Valverde (Movistar) trug. Davor war es vier Tage im Besitz von Simon Clarke (Orica-GreenEdge), der es bei seinem Sieg auf der 4. Etappe erobert hatte. Die damals bei der Ankunft an der Estación de Valdezcaray gesammelten Punkte sollten heute für den Australier die Basis sein, um wieder an die Spitze des Bergklassements vorzustoßen. Dazu verhalfen ihm Siege auf Alto de Vilaesteva (2. Kategorie), Alto de O Lago (3.) und Alto Folgueiras de Aigas (1.). Nur an der ersten Bergwertung, dem Alto de Castro (3.), ging Clarke leer aus, dort war David Moncoutié (Cofidis), der Bergkönig der vergangenen vier Jahre, der bislang noch gar keine Punkte besaß, Erster. Beide bestritten den Großteil der Etappe mit 14 weiteren Ausreißern in einer Gruppe, die sich nach 17 Kilometern vom Feld abgesetzt hatte, aber nie mehr als drei Minuten Vorsprung aufweisen konnte, weil Saxo Bank-Tinkoff Bank von Beginn an die Zügel im Peloton in die Hand nahm.

Viel Arbeit von Saxo Bank für den offensiv eingestellten Contador
Alberto Contadors Mannschaft machte keinen Hehl daraus, ihrem Kapitän den Weg für einen Angriff auf Etappensieg und Rotes Trikot zu ebnen. Am Alto Folgueiras de Aigas kam dieser noch nicht, den Kategorie-1-Berg 24 Kilometer vor dem Ziel passierte das Feld rund eineinhalb Minuten nach der Spitzengruppe, die stark geschrumpft war. In der Abfahrt setzte sich aus ihr dann Alberto Losada (Katusha) ab und lag schnell eine halbe Minute vor seinen ehemaligen Begleitern, die am Schlussanstieg einer nach dem anderen eingeholt wurden. Die Etappe endete mit dem Puerto de Ancares, dessen 9,5 Kilometer es auf eine mittlere Steigung von gut acht Prozent bringen. Saxo Bank zeigte weiterhin eine mannschaftlich hervorragende Leistung und seine Helfer hängten schon Hochkaräter wie den Gesamtfünften Robert Gesink (Rabobank) ab, bevor Contador selbst zur Tat schritt. Fünf Kilometer vor dem Gipfel wurde ihm von einem Teamkollegen ein Angriff lanciert, dem im ersten Moment nur Valverde widerstehen konnte. Joaquin Rodriguez und Daniel Moreno (beide Katusha) ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen und meldeten sich bald zurück. Als Losada eingeholt wurde, waren sogar für kurze Zeit drei Katusha-Fahrer beisammen. Durch eine Beschleunigung Valverdes fiel das Trio zurück, doch zumindest Rodriguez und Moreno konnten wieder aufschließen. An der Zwei-Kilometer-Marke war auch Andrew Talansky (Garmin-Sharp) dran und eine Verfolgergruppe um Chris Froome (Sky ProCycling) nicht mehr weit entfernt. Einen generellen Zusammenschluss wusste Contador zu verhindern.

Rodriguez überrennt ausgepowerten Contador auf dem letzten Kilometer
Contador legte all seine Kräfte in diesen Antritt knapp zwei Kilometer vor dem Ziel und flog förmlich davon. Froome, der auf dem etwas flacheren Abschnitt wieder zu Kräften gekommen war, erreichte die Flamme Rouge als erster Verfolger elf Sekunden nach Contador. Der finale Kilometer wies über zehn Prozent Steigung auf, was den Fähigkeiten von Rodriguez eher entgegenkommt. Mit dem wahrscheinlichen Verlust seiner Führung konfrontiert, spurtete der Leader zu seinem größten Kontrahenten um den Vuelta-Sieg hin und ihm am Ende mit locker wirkender Überlegenheit davon. Contadors Angriff war fehlgeschlagen, er verlor sogar neun Sekunden auf Rodriguez – fünf auf der Straße und vier durch Bonifikationen. Der Abstand zwischen beiden stieg auf 22 Sekunden. Valverde war nicht allzuweit weg, hatte nur 13 Sekunden Rückstand auf Rodriguez, der nach Jaca und Barcelona seine dritte Etappe gewann, während Moreno und Froome über eine halbe Minute verloren. Froome und Valverde weisen nun jeweils 1:41 Minute Rückstand auf und sind mittlerweile wohl höchstens noch Außenseiterkandidaten auf den Gesamtsieg. Gesink kassierte fast zwei Minuten und verlor Rang fünf an Moreno. Dahinter behielten Nicolas Roche (Ag2r La Mondiale), Talansky und Laurens ten Dam (Rabobank) ihre Positionen, die Top10 werden jetzt aber von Igor Anton (Euskaltel) abgeschlossen, weil Bauke Mollema (Rabobank) deutlich abrutschte. Der Schweizer Steve Morabito (BMC Racing Team) steht wieder in den Top20.

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Gelegenheit zur Revanche bietet sich schon morgen auf der 15. Etappe an den Lagos de Covadonga. Der Schlussanstieg hat auf 13,5 Kilometern eine siebenprozentige Durchschnittssteigung. Mit dem Alto del Mirador del Fito muss 40 Kilometer vor dem Ziel ein weiterer schwerer Anstieg bewältigt werden.





Contador wirft den Fehdehandschuh - Rodriguez nimmt ihn auf und siegt
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Foto: Sabine Jacob

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