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Thomas Rohreggers Ö-Touranalyse
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03.07.2014

Thomas Rohreggers Ö-Touranalyse

Info: Int. Österreich-Rundfahrt-Tour of Austria 2014 (2.HC)
Autor: Martin Roseneder



Thomas Rohregger, der vorletzte heimische Gesamtsieger der Int. Österreich Rundfahrt, hat 2013 seine Karriere beendet. Der Rundahrt bleibt er dennoch erhalten, denn heuer fungiert er als ORF Co-Kommentator. Der 31-jährige Kramsacher, der sich mittlerweile auf sein JUS- und BWL-Studium konzentriert, nimmt das Starterfeld der 66. Auflage unter die Lupe und analysiert die Favoriten.

"Wenn es um den Toursieg geht, bekommt Riccardo Zoidl fünf von fünf Sternen. Ricci ist in einer Bombenform, wie er am Wochenende auch bei den Staatsmeisterschaften bewiesen hat. Mit seinen exzellenten Kletter- und tollen Zeitfahrqualitäten kommt ihm die harte Streckenführung absolut entgegen", eröffnet Rohregger, der 2008 bei der Ö-Tour triumphierte und 2007 Gesamtzweiter wurde. Für Rohregger spricht noch ein Faktor für eine erfolgreiche Titelverteidigung von Zoidl: "Er kommt mit bärenstarken Trek-Teamkollegen! Ich habe Bob Jungels, selbst ein exzellenter Kletterer, telefoniert und er hat mir bestätigt, dass alle auf die Titelverteidigung fokussiert sind. Ex-Toursieger Stijn Devolder zähle ich nicht zu den Favoriten, er ist mittlerweile ein besserer Klassikerfahrer."

"Achtung auf Daniel Martin von Garmin!"
Ganz oben auf der Liste der Favoriten steht für Thomas Rohregger der Ire Daniel Martin von Garmin Sharp. Im vergangenen Jahr hat er Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen, er feierte Etappensiege bei der Tour de France und der Vuelta und gewann im letzten Jahr neben vielen weiteren Rennen auch die Katalonien-Rundfahrt. "Ihm zur Seite stehen vor allem junge, ambitionierte Bergspezialisten, die jederzeit für Furore sorgen können", so Rohregger.

Sky und Movistar mit tollen Rundfahrern
Wenn es um weitere Herausforderer geht, so sieht Rohregger vor allem Sky als großen Widersacher von Trek: "Die beiden US-Amerikaner Joseph Dombrowskiund Ian Boswell gelten als die größten Klettertalente in den Vereinigten Staaten. Auch Movistar kommt mit dem starken Italiener Eros Capecchi, der heuer Gesamtzehnter bei der Tour de Suisse wurde und auch schon eine Giro d'Italia-Etappe gewann. Auch sein Teamkollege Javier Moreno ist ein starker Rundfahrer. Heuer wurde er Fünfter bei der Vuelta a Castilla-Leon, diese schwere Rundfahrt konnte er vor zwei Jahren auch gewinnen."

Top-Herausforderer Kessiakoff
Cannondales Ivan Basso sieht Rohregger nicht unbedingt ganz oben auf der Favoritenliste, "Man muss sehen, wie er heuer über die ganz hohen Berge kommt. Seine Teamkollegen George Bennet und vor allem Damiano Caruso, einer der besten Italiener derzeit, schätze ich stärker ein. Für mich sind auch Astana-Profi Fredrik Kessiakoff, der die Rundfahrt ja schon gewinnen konnte, neben dem Vorjahresdritten Kevin Seeldraeyers - der sich wieder ins internationale Rampenlicht fahren will und den Sprung von Wanty - Groupe Gobert in eine WorldTour-Mannschaft schaffen will - weitere Herausforderer von Zoidl. Kessiakoff soll super drauf sein und er kommt mit einer starken Mannschaft. Ihm zur Seite steht Janez Brajkovic, der allerdings nach einer Ellbogenverletzung operiert wurde. Über der Form des Slowenen steht ein Fragezeichen. Ein starker Rundfahrer ist auch Christophe Le Mevel von Cofidis, der bei der Tour de France 2009 Gesamtzehnter wurde! Und natürlich sein Teamkollege Jerome Coppel, der heuer die Rundfahrt Etoile des Besseges als Zweiter beendete. Eine tolle Vorstellung bei der Tour hat auch Lotto-Profi Jelle Vanendert gezeigt. Bei der Frankreich-Rundfahrt hat er 2011 die prestigeträchtige Etappe am Plateau de Beile gewonnen und das Bergtrikot getragen."

Die Zahl der Favoriten für den Gesamtsieg wird länger. Thomas Rohregger sieht auch die BMC-Profis Stephen Cummings (heuer Gesamtsieger der Mittelmeer-Rundfahrt und 2012 Etappensieger bei der Vuelta Espagna) und Ben Hermans aus Belgien in Lauerstellung. Ebenso wie Katusha-Profi Giampaolo Caruso, der sich beim Giro d'Italia verletzt hat und deshalb bei der Ö-Tour wieder ganz vorne dabei sein möchte. "Und dann kommt Tinkoff-Saxo auch mit starken Fahrern, wie Oliver Zaugg und vor allem Tour de France-Etappensieger Nicki Sörensen, der jederzeit eine Bergetappe gewinnen kann. Daneben kommt mit Marco Canola von Bardani auch ein Giro-Etappensieger, die jederzeit für Überraschungen gut sein können."

Österreicher mit Mühlberger und Konrad
"Neben Ricci gibt es auch starke junge Österreicher, die Chancen auf Top-Platzierungen im Gesamtklassement und auf Etappenerfolge haben. Wie den jungen Niederösterreicher Gregor Mühlberger, der heuer die Karpatenrundfahrt gewann und zuletzt beim Meisterschaftswochenende mit zwei Mal Silber aufzeigte. Gregor ist ein starker Kletter und Zeitfahrer. Auch Patrick Konrad vom Team Gourmetfein ist ebenso top-motiviert wie der slowenische Routinier Jure Golcer", analysiert Rohregger.

Die Sprintergarde
Und was die Sprinterfraktion betrifft, so zählen laut Thomas Rohregger Astana-Profi Francesco Gavazzi, Danilo Hondo von Trek Factory, der Kärntner Sprinter Marco Haller von Katusha, Ian Stannard vom Team Sky, der schon Ö-Tour-Etappensieger war, und sein Teamkollege Christopher Sutton, BMC-Profi Rik Zabel (Sohn von Erik Zabel) zu den großen Sieganwärtern auf den flachen Etappen. "Durch die anspruchsvolle Streckenführung der Tour haben fast alle Teams fast nur Bergfahrer und starke Allrounder nominiert", so Rohregger, der auch dem Tirol-Profi Martin Weiss gute Chancen bei Massensprints zurechnet.

Und ein ganz bekannter Name ist auch bei der 66. Int. Österreich Rundfahrt vertreten: Der Kolumbianer Dayer Quintana, der Bruder des amtierenden Giro-Gesamtsiegers!

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