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De Ketele/De Pauw verteidigen eine Runde Vorsprung auf Kluge/Kalz im Finale der 105. Berliner Sixdays
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03.02.2016

De Ketele/De Pauw verteidigen eine Runde Vorsprung auf Kluge/Kalz im Finale der 105. Berliner Sixdays

Info: Sixdays: Berliner Sechstagerennen 2016
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 02.02.2016 – Man kann ihnen keinesfalls vorwerfen, nicht alles versucht zu haben, aber trotz ihrer sehr aktiven Fahrweise nicht nur in der entscheidenden Jagd kamen Roger Kluge/Marcel Kalz in der Final-Nacht des 105. Berliner Sechstagerennens nicht mehr an die Belgier Kenny De Ketele/Moreno De Pauw heran. Zwar machte das deutsche Paar eine Runde auf die Gegner gut, doch alle Versuche, auch den zweiten Teil des Rückstandes, den sie sich in der 5. Nacht eingehandelt hatten, wettzumachen, waren nicht erfolgreich. Bei den Sprintern kam es auch nicht mehr zu einer großen Überraschung, Robert Förstemann setzte sich mit einem kleinen Vorsprung gegen Erik Balzer durch. In einem großartigen Showdown der Steher triumphierten Stefan Schäfer und Peter Bäuerlein über Robert Retschke und Holger Ehnert.


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Vorentscheidung war schon in der 5. Nacht gefallen

Die Entscheidung um den Gesamtsieg bei den Hauptstadt-Sixdays war wohl schon in der 5. Nacht gefallen, als Kenny De Ketele/Moreno De Pauw sich in der Großen Jagd aus einem zuvor nicht nur runden-, sondern auch noch fast komplett punktgleichen Trio hatten absetzen können. Roger Kluge/Marcel Kalz und Yoeri Havik/Nick Stöpler hatten in diesem Rennen nicht nur eine, sondern gleich zwei Verlustrunden kassiert, was sie in der Final-Nacht vor eine eigentlich unlösbare Aufgabe stellte.
 Stand nach der 5. Nacht    
1 De Ketele/De Pauw  0 209
2 Kluge/Kalz        -2 215
3 Havik/Stöpler     -3 192
4 Grasmann/Heßlich  -3 156
5 Burton/Stewart    -4 167
6 Kneisky/Muntaner  -4 153

Kluge/Kalz-Angriff in Wertungssprints von De Ketele/De Pauw gekontert

Weil es in der Dienstagnacht nur noch wenige Möglichkeiten gab, Boden auf die Leader gutzumachen, attackierten Kluge/Kalz schon in den Wertungssprints, bei denen es für gewöhnlich nur ums Punktesammeln geht, bei denen aber erzielte Rundengewinne auch für die Gesamtwertung gezählt werden. Ein solcher gelang Kluge/Kalz tatsächlich – aber den aufmerksamen De Ketele/De Pauw ebenfalls. So blieb es zwischen diesen beiden Teams bei zwei Runden Differenz, wohingegen bei den nun auf drei Runden zurückgefallenen Niederländern Havik/Stöpler auch die letzte Hoffnung auf den Sieg gestorben war. Die weiteren Disziplinen waren für die Gesamtwertung kaum noch von Bedeutung. De Ketele/De Pauw wurden in der Mannschaftsausscheidung Zweite hinter Andreas Graf/Roy Pieters, Havik/Stöpler holten sich ein kleines Erfolgserlebnis in der Derny-Revanche und die Siege im Scratch und Punktefahren gingen an Lucas Liß/Andreas Müller und Marc Hester/Mathias Krigbaum. Kluge/Kalz hielten sich zumindest nach Punkten auf einem Niveau mit De Ketele/De Pauw und konnten sich an den Strohhalm klammern mit unwahrscheinlichen, aber nicht unmöglichen zwei Rundengewinnen in der Final-Jagd noch siegen zu können.
 Stand vor Final-Jagd       
1 De Ketele/De Pauw  0 230
2 Kluge/Kalz        -2 232
3 Havik/Stöpler     -3 213
4 Burton/Stewart    -4 204
5 Grasmann/Heßlich  -4 169
6 Kneisky/Muntaner  -6 158

Letztlich doch noch Spannung bis zum Schluss in der Final-Jagd

Die letzten 60 Minuten des 105. Berliner Sechstagerennens wurden jedenfalls keine gemütliche „tour d'honneur“ für De Ketele/De Pauw. Nach knapp einer Dreiviertelstunde konnten die Belgier eine Attacke ihrer Gegner nicht stoppen und wurden einmal von Kluge/Kalz und Havik/Stöpler umrundet. Als es auf den letzten 50 Runden auch noch um Punkte ging, bauten Kluge/Kalz an den ersten beiden Wertungen ihren Vorsprung um ein paar Zähler aus, ehe mit einem Sieg an der dritten Wertung De Ketele/De Pauw wieder an ihnen vorbeizogen. 17 Runden vor dem Ende starteten die Deutschen dann ihren letzten großen Angriff und kämpften verbissen um den noch einen fehlenden Rundengewinn. Zwar gewannen sie im Zuge dieses Angriffs die letzten beiden Wertungen und erkämpften sich die Punktehoheit, De Ketele/De Pauw ließen sich aber nicht mehr abschütteln und feierten nach London den zweiten gemeinsamen Sixdays-Sieg in dieser Saison. Für De Ketele war es sogar schon der zweite des neuen Jahres, denn er siegte erst zwei Wochen zuvor mit Christian Grasmann in Bremen. Jener Grasmann zog in seinem persönlichen Kampf um Rang vier mit Nico Heßlich den Kürzeren gegen die Briten Germain Burton/Mark Stewart.
 Endstand                   
1 De Ketele/De Pauw  0 258
2 Kluge/Kalz        -1 266
3 Havik/Stöpler     -2 225
4 Burton/Stewart    -5 216
5 Grasmann/Heßlich  -6 179
6 Kneisky/Muntaner  -8 158

-> Zum kompletten Endstand und allen Resultaten der Profis



Sprinter: Förstemann behält im engen Duell mit Balzer die Oberhand

Sicher, der lange anhaltende Kampf um jeden einzelnen Punkt – Robert Förstemann lag nach jeder der ersten fünf Nächten in Führung, aber Erik Balzer stets maximal zwei Zähler hinter ihm – zehrte an den Kräften der beiden besten Sprinter. Aber am letzten Abend konnten sie im Rundenrekordfahren trotzdem noch einmal persönliche Bestzeiten für diese Sixdays aufstellen. Förstemann (12,521 Sekunden) war minimal schneller als Balzer (12,546 Sekunden), der von Förstemann 2014 aufgestellte Bahnrekord (12,441 Sekunden) blieb jedoch für beide unerreicht. Im Keirin siegte Balzer vor Förstemann, was ihn wieder bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter heranrücken ließ. Doch im entscheidenden Sprintlauf behielt Förstemann die Nerven, bezwang seinen Konkurrenten und sicherte sich mit 90 zu 88 Punkten nach 2011, 2012 und 2014 seinen vierten Berlin-Sieg in sechs Jahren.

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Steher: Schäfer gewinnt nervenaufreibendes Duell mit Retschke

Bei den Stehern kam es in der Endphase ihres 80 Runden langen letzten Rennens zu einem packenden Zweikampf zwischen Robert Retschke und Stefan Schäfer, die beide wussten: wer den Etappensieg holt, der wird definitiv auch Gesamtsieger. Als es Retschke hinter seinem Schrittmacher Holger Ehnert gelang, dem Feld eine Runde davonzufahren, schien die Entscheidung schon gefallen. Doch ans Aufgeben war bei Stefan Schäfer und Peter Bäuerlein nicht zu denken – dem Gespann, welches bei den letzten beiden deutschen Steher-Meisterschaften den Titel holte und 2015 den Sieg in Berlin trotz Punktgleicheit mit dem Siegerpaar verpasste. 15 Runden vor dem Ende starteten sie ihren Gegenangriff, konnten den Rundengewinn der Gegner egalisieren und diese im Endspurt auch noch besiegen. Im Endstand kam es somit erneut zu Punktgleichheit zwischen Rang eins und zwei, in diesem Jahr aber mit dem besseren Ende für Schäfer und Schrittmacher Bäuerlein.

-> Zum Endstand und allen Resultaten der Steher



Ab Donnerstag findet in Kopenhagen das letzte Sechstagerennen dieses Winters statt und die Berlin-Sieger De Ketele/De Pauw sind wieder mit dabei. Zu ihren größten Herausforderen gehören Christian Grasmann/Marcel Kalz, Jasper de Buyst/Marc Hester und Jesper Mørkøv/Alex Rasmussen.





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