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Stroetinga/Havik machen an den Sprintwertungen der Final-Jagd die Titelverteidigung in Berlin perfekt
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31.01.2018

Stroetinga/Havik machen an den Sprintwertungen der Final-Jagd die Titelverteidigung in Berlin perfekt

Info: Sixdays: Six Day Berlin 2018
Autor: Felix Griep (Werfel)



Bremen, 30.01.2018 – Alle Angriffe ihrer Gegner gekontert und am Ende die eigene Sprintstärke ausgespielt, das war das Erfolgsrezept, mit dem Wim Stroetinga/Yoeri Havik zum zweiten Mal in Folge das Berliner Sechstagerennen gegen Moreno De Pauw/Kenny De Ketele für sich entscheiden konnten. Ein solcher Erfolg, die Titelverteidigung im Velodrom der deutschen Hauptstadt, war zuletzt Silvio Martinello/Rolf Aldag vor sechszehn(!) Jahren gelungen. Beeindruckend liest sich auch die Bilanz von Maximilian Levy, der bei seiner zwölften Teilnahme in Berlin zum siebten Mal den Sprinter-Titel errang, während Kristina Vogel als Premieren-Siegerin im Frauen-Sprint in die Geschichtsbücher eingeht.


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Neuauflage des niederländisch-belgischen Duells

Dass die Final-Nacht des 107. Berliner Sechstagerennens auf denselben Zweikampf um den Sieg hinauslaufen würde wie vor einem Jahr, war schon vor deren Beginn zu erahnen. Zwar lagen nicht weniger als fünf Teams in der Nullrunde, aber die Vorjahressieger Wim Stroetinga/Yoeri Havik und die Vorjahreszweiten (sowie Gesamtsieger von 2016) Moreno De Pauw/Kenny De Ketele hatten einen erheblichen Punktevorsprung gegenüber der Konkurrenz und die vierte Bonusrunde war für sie nur noch Formsache. Für De Pauw/De Ketele war die Ausgangslage diesmal besser als 2017, denn damals hatten sie seit der 3. Nacht bereits eine Runde Rückstand zu Stroetinga/Havik aufgewiesen, die sie nie mehr hatten wettmachen können.
 Stand nach der 5. Nacht    
1 De Pauw/De Ketele  0 392
2 Stroetinga/Havik   0 390
3 Selenati/Marguet   0 355
4 Kluge/Reinhardt    0 340
5 Lampater/Grasmann  0 306
6 Downey/English    -1 303
7 Van Zijl/Stöpler  -1 226

Kleine Jagd kostet Selenati/Marguet den dritten Rang

In der 6. Nacht standen nicht nur die 60 Madison-Minuten der Final-Jagd auf dem Programm, sondern 20 weitere gleich zu Beginn des Abends. De Pauw/De Ketele und Stroetinga/Havik ließen sich dort nicht aus den Augen und fuhren zusammen einen Rundengewinn ein. Rundengewinne gelangen auch Roger Kluge/Theo Reinhardt, die sich am Ende nach Punkten den Jagd-Sieg holten, und Leif Lampater/Christian Grasmann – nicht aber Nico Selenati/Tristan Marguet, die deshalb ihren dritten Gesamtrang verloren, sowie Mark Downey/Felix English und Melvin van Zijl/Nick Stöpler, für die das Podium nun endgültig außer Reichweite war. Selenati/Marguet, die die Jagd sogar auf dem letzten Platz beendeten, fanden anschließend schnell wieder in die Spur und erreichten in der von Kersten Thiele/Henning Bommel gewonnenen Mannschaftsausscheidung einen guten vierten Platz.

Für die Schweizer stand als nächstes banges Warten auf dem Programm, denn im auf vier Nächte verteilten 500 Meter Zeitfahren hatten sie bereits am Samstag mit 26,437 Sekunden eine starke Bestzeit vorgelegt. Von den fünf Teams, die erst am Dienstag an die Reihe kamen, war dann aber doch noch eines schneller: Kluge/Reinhardt brachten die zwei Runden in 26,322 Sekunden hinter sich. Stroetinga/Havik und De Pauw/De Ketele, die ebenfalls in dieser letzten Nacht zum Einsatz kamen, erreichten die Plätze drei und sechs, womit die bereits durch die erste Jagd hergestellte neue Rangfolge gefestigt wurde: Stroetinga/Havik hatten sich an die Spitze geschoben und gingen mit einem kleinen Vorsprung von sechs Punkten ins Finale. Kluge/Reinhardt folgten rundengleich und Selenati/Marguet mit nur einer Runde Rückstand, weil beide gerade noch genügend Punkte eingesammelt hatten, um ebenfalls eine vierte Bonusrunde zu kassieren.
 Stand vor Final-Jagd       
1 Stroetinga/Havik   0 451
2 De Pauw/De Ketele  0 445
3 Kluge/Reinhardt    0 402
4 Selenati/Marguet  -1 404
5 Lampater/Grasmann -1 339
6 Downey/English    -3 348
7 Van Zijl/Stöpler  -3 252

Mühsam erkämpfter Podiumsplatz für Kluge/Reinhardt

Mit offensiver Fahrweise wollten Kluge/Reinhardt ihren Platz auf dem Podium behaupten und träumten vielleicht sogar noch vom Gesamtsieg. In der Final-Jagd stürmten die Deutschen auf jeden Fall als Erste los, mühten sich aber auch mit Unterstützung der Tschechen Adrian Teklinski/Ludek Lichnovsky vergeblich ab. Fünf Minuten dauerte diese Tortur, die mit der Einholung der Angreifer durch das Feld endete. Der nächste Angriff folgte durch De Pauw/De Ketele, doch Stroetinga/Havik waren aufmerksam und gingen sofort hinterher, so dass die Top2 ihren ersten Rundengewinn dieser Jagd erneut gemeinsam herausfuhren. Als dann auch Selenati/Marguet und Lampater/Grasmann Rundengewinne erzielten, waren Kluge/Reinardt plötzlich die großen Verlierer der ersten 20 Minuten.

Der nächste belgische Angriff ließ nicht lange auf sich warten und diesmal konnten De Pauw/De Ketele sich von ihren wichtigsten Konkurrenten absetzen und zusammen mit Melvin van Zijl/Nick Stöpler und Teklinski/Lichnovsky eine Runde gewinnen. Als dieses Trio das Ende des Feldes erreichte, befanden sich Stroetinga/Havik aber längst mit Downey/English auf der Verfolgung und stellten zügig wieder die ursprüngliche Ausgangslage her. Dieses Spiel wiederholte sich eine Viertelstunde später nochmals, als De Pauw/De Ketele alleine loszogen. Stroetinga/Havik reagierten zwar sehr schnell, brauchten aber zwei Minuten, bis sie den Anschluss gefunden hatten. Zusammen umrundeten sie schließlich das Feld, so dass sie nach zwei Dritteln der Jagd gar zwei Runden Vorsprung auf jene drei Teams hatten, die noch um den dritten Platz kämpften.

Jetzt begann, statt der Uhr, der Rundenzähler von 60 hinunterzuticken, was der Startschuss für einen Angriff von Kluge/Reinhardt war, dem sich Daniel Staniszewski/Wojciech Pszczolarski anschlossen. Während die Polen 45 Runden vor Schluss den Rundengewinn perfekt machten, verpassten sich Kluge/Reinhardt wenige Meter vor der Vollendung beim Versuch einer Ablösung, woraufhin das Loch wieder größer wurde und sie noch neun weitere Runden kämpfen mussten, ehe der Rundengewinn, der ihnen Rang drei sicherte, endlich vollendet war. Wer sich den Sieg holen würde, wurde gegen Rennende schnell immer klarer, weil sich De Pauw/De Ketele nur an der ersten Sprintwertung 40 Runden vor Schluss vor Stroetinga/Havik platzieren konnten und die Niederländer danach die nächsten drei Sprintduelle allesamt klar für sich entschieden. Inklusive des Gewinns der Zielwertung, wo ihre Gegner nicht mehr punkteten, standen schlussendlich 26 Punkte Vorsprung zu Buche.
 Endstand                   
1 Stroetinga/Havik   0 495
2 De Pauw/De Ketele  0 469
3 Kluge/Reinhardt   -1 412
4 Selenati/Marguet  -2 415
5 Lampater/Grasmann -2 348
6 Downey/English    -5 350
7 Van Zijl/Stöpler  -5 263
-> Zum vollständigen Endstand und allen Resultaten der Profis



Sprinter: Levy gewinnt alle Rennen der Final-Nacht

Bei einem Startvorteil von nur sieben Punkten gegenüber Stefan Bötticher hätte man gedacht, dass es für Maximilian Levy in der Final-Nacht schwerer geworden wäre, seinen Vorjahressieg im Sprinter-Turnier zu verteidigen. Doch der 30-jährige Berliner war am Dienstag so glänzend aufgelegt, dass er schlicht und einfach nicht zu schlagen war. Im Rundenzeitfahren siegte er mit drei Zehnteln Vorsprung, im Sprint-Finallauf zog er auf den letzten Metern noch haarscharf an Pavel Kelemen vorbei und im Keirin krönte er seine Leistung mit einem ganz überlegenen Sieg.

Stefan Bötticher musste sich am Ende dann zwar doch noch deutlich geschlagen geben, hat bei seinem starken Comeback nach langer Verletzungspause aber trotzdem etwas hinterlassen, an das man sich im nächsten Jahr noch erinnern wird: am Samstag hatte er mit 12,056" einen extrem starken neuen Rundenrekord aufgestellt (74,651 km/h). Robert Förstemann, der schon am Montag krank gefehlt hatte, kehrte auch am Dienstag nicht auf die Berliner Bahn zurück, wodurch ihm der Tscheche Kelemen noch den dritten Gesamtrang abnehmen konnte.

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Frauen: Vogel erfüllt ihre Pflichtaufgabe mit Bravour

Dass am Ende des ersten Sprinterinnen-Wettkampfes in der Geschichte der Berliner Sixdays Kristina Vogel als Gesamtsiegerin geehrt werden würde, überraschte niemanden so wirklich. Mit der klaren Favoritenrolle gestartet, hatte sie dann auch in der 4. und 5. Nacht in sechs Rennen fünfmal den Sieg davongetragen. In der Final-Nacht kamen zwei weitere hinzu: Im Zeitfahren verwies Vogel Miriam Welte um knapp zwei Zehntel auf Platz zwei und entschied dann – wenn auch nur mit hauchdünnem Vorsprung – das deutsche Duell im letzten Sprintlauf für sich.

Zu einem Entscheidungs-Sprint um Rang drei kam es zwischen der Spanierin Helena Casas und der Tschechin Sara Kankovska, die nach dem Zeitfahren punktgleich waren. Letztlich konnte Casas diesen Zweikampf gewinnen, setzte sich ungefährdet mit einer Radlänge Abstand gegen Kankovska durch.

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Am Donnerstag beginnt mit dem Six Day Copenhagen (01.-06.02.) das letze Sechstagerennen dieses Winters. In Dänemark bilden Havik und De Pauw, die in Berlin noch direkte Konkurrenten um den Sieg waren, eines der Favoritenpaare. De Ketele wird an der Seite des Dänen Michael Mørkøv starten. Des Weiteren sind u.a. auch Lampater (mit Marc Hester) und Selenati (mit Achim Burkart) erneut dabei (siehe Startliste).





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