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Wahrhaft weltmeisterlich: Kluge/Reinhardt dominieren das Finale der Berliner Sixdays
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30.01.2019

Wahrhaft weltmeisterlich: Kluge/Reinhardt dominieren das Finale der Berliner Sixdays

Info: Sixdays: Six Day Berlin 2019
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 29.01.2019 – Vor einem Jahr bei ihrem ersten gemeinsamen Sechstagerennen noch auf Platz drei gelandet, haben sie jetzt den großen Triumph gefeiert: Roger Kluge und Theo Reinhardt haben mit einer unwiderstehlichen Schlussoffensive das Finale des 108. Berliner Sechstagerennen für sich entschieden und dabei ihre Gegner um eine, teils gar zwei Runden distanziert. Wim Stroetinga/Robbe Ghys, mit Rundenvorsprung in die letzte Nacht gestartet, verpassten nach einem für sie dramatischen Auf und Ab am Ende sogar das Podium. Maximilan Levy setzte sich nach einem herausragenden Zeitfahren und einem Fotofinish-Sieg die Sprinter-Krone auf.


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Ein ähnlich offenes Rennen wie vor einem Jahr

Fünf Teams waren beim Berliner Sechstagerennen 2018 rundengleich in die Final-Nacht gestartet. Dem war in diesem Jahr zwar nicht so, doch gab es eine ebenso hohe Anzahl an Mannschaften, die sich noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen durften. Wim Stroetinga/Robbe Ghys hatten sich in ihrer beeindruckend starken 5. Nacht einen Rundenvorsprung geschafft und wiesen auch einen kleinen Punktevorsprung gegenüber Roger Kluge/Theo Reinhardt, Marc Hester/Jesper Mørkøv und Wojciech Pszczolarski/Daniel Staniszewski auf. Die Österreicher Andreas Graf/Andreas Müller waren das punktschwächste der fünf Topteams und mussten fürchten, durch die weitere Vergabe von Bonusrunden ins Hintertreffen zu geraten.
 Stand nach der 5. Nacht            
1 Stroetinga/Ghys            0 372
2 Kluge/Reinhardt           -1 358
3 Hester/Mørkøv             -1 357
4 Pszczolarski/Staniszewski -1 355
5 Graf/Müller               -1 324

Rückschläge und Erfolge für Stroetinga/Ghys

Die 6. Nacht im Velodrom begann für die Sixdays-Profis mit 20 Minuten Vollgas in einer Kleinen Jagd, welche die Spannung noch weiter in die Höhe treiben sollte. Die Österreicher und die Polen fuhren zügig einen Rundengewinn heraus, die Deutschen und die Dänen konterten umgehend – nur Stroetinga/Ghys brauchten lange und konnten erst nach Halbzeit des Rennens nachziehen. Prompt attackierten die Gegner erneut, und diesmal reichte die Zeit für den Niederländer und den Belgier nicht, um sich wieder heranzukämpfen. So verloren sie ihren Rundenvorsprung und die Top5 lagen wieder alle gemeinsam in der Nullrunde. Im 500 Meter Zeitfahren, das ihre Gegner alle schon am Abend zuvor bestritten hatten, konnten Stroetinga/Ghys sich dann immerhin noch Platz zwei hinter den unschlagbaren Kluge/Reinhardt sichern und damit den Punkteabstand zu den restlichen Herausforderern, die sich wesentlich weiter hinten platzierten, wieder vergrößern.

Dieses kleine Erfolgserlebnis hatten Stroetinga/Ghys dringend nötig, denn sie durften anschließend im Derny-A-Finale nur zusehen wie ihre Konkurrenten um weitere Punkte fuhren. In einer engen Entscheidung zwischen den drei stärksten Gespannen setzte sich Mørkøv vor Pszczolarski und Graf durch, Kluge/Reinhardt landeten auf Platz vier. Vor der letzten Jagd stand dann nur noch die Mannschaftsausscheidung auf dem Programm, die für Graf/Müller eine ganz besondere Bedeutung hatte: mindestens Platz drei mussten sie erreichen, um die 400-Punkte-Marke zu knacken, die die restlichen Teams schon längst überschritten hatten. Es sollte ihnen gelingen und sie erreichten genau den nötigen dritten Platz, bevor Ghys im Endspurt gegen Mørkøv sicherstellte, dass er und Stroetinga zwar nicht mit Rundenvorsprung, aber dennoch als Führende in die finalen 60 Minuten gingen.
 Stand vor Final-Jagd               
1 Stroetinga/Ghys            0 445
2 Kluge/Reinhardt            0 442
3 Hester/Mørkøv              0 441
4 Pszczolarski/Staniszewski  0 435
5 Graf/Müller                0 401

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Zwei entscheidende Angriffe von Kluge/Reinhardt

Die Final-Jagd verlief lange Zeit sehr übersichtlich und geordnet, am Status quo war nicht zu rütteln. Zwischen 55 und 52, zwischen 47 und 44, zwischen 38 und 34 sowie zwischen 24 und 22 Minuten vor dem Ende fuhren die Spitzenteams jeweils kurz nacheinander Rundengewinne heraus, wobei jedes Team mindestens einmal vorgelegt hatte. Stroetinga/Ghys konnten nebenbei die ersten beiden Zwischensprints 45 und 30 Minuten vor dem Ende für sich entscheiden und so ihre Führung festigen. Erst als der Countdown von Minuten auf Runden umschaltete, wurde das Rennen richtig heiß. Pszczolarski/Staniszewski attackierten als Erste, jedoch ohne Erfolg. Nachem sie eingeholt waren, fehlte ihnen die Spritzigkeit, einem Angriff von Kluge/Reinhardt zu folgen, was nur Hester/Mørkøv und Graf/Müller schafften. 38 Runden vor Schluss brachte das Trio den für die Podiumsplätze vorentscheidenden Rundengewinn unter Dach und Fach.

Während sie durch die nun alle zehn Runden abgenommenen Sprintwertungen die Punktehoheit an Hester/Mørkøv verloren, ließen Stroetinga/Ghys noch lange auf eine Reaktion warten und wagten sich erst 19 Runden vor Rennende aus der Deckung – der Versuch scheiterte, sie verpassten das Podium dieser Sixdays. Ganz im Gegensatz dazu hatten Kluge/Reinhardt noch genügend Power, um mit einem Soloangriff zwischen 13 und 6 Runden vor der Zielankunft die Punkteleader Hester/Mørkøv vom Thron zu stoßen – so haben die Madison-Weltmeister in der finalen Abrechnung zwar zwölf Punkte weniger, aber eine Runde Vorsprung. Für Kluge war es nach 2011 mit Robert Bartko und 2013 mit Peter Schep der dritte Sieg in Berlin und insgesamt der sechste seiner Sixdays-Karriere, der erste seit Rotterdam 2017. Reinhardt hatte zuvor erst ein einziges Sechstagerennen gewonnen, voriges Jahr in Bremen. Graf/Müller gelang es, trotz der wenigsten Punkte der Top5, ihr erstes Podiumsergebnis seit Kopenhagen 2016 zu realisieren.
 Endstand                           
1 Kluge/Reinhardt            0 470
2 Hester/Mørkøv             -1 482
3 Graf/Müller               -1 414
4 Stroetinga/Ghys           -2 463
5 Pszczolarski/Staniszewski -2 437
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Sprinter: Levy mit dem besten Zeitfahren dieser Sixdays

Seinen dritten Sprinter-Titel in Folge hatte der Berliner Maximilian Levy bei seinem Heimspiel vor dem letzten Abend schon so gut wie sicher und machte den Sack mit dem Gewinn des Rundenzeitfahrens endgültig zu. Seine Zeit von 12,295 Sekunden bedeutete zudem die Bestleistung dieser Sixdays – der im vorigen Jahr von Stefan Bötticher aufgestellte Bahnrekord (12,056 Sekunden) blieb aber unerreichbar. Im Keirin siegte Shane Perkins, so dass an sechs Tagen jeder der sechs Sprint-Teilnehmer genau einmal diese Disziplin für sich entscheiden konnte. Zum Abschluss gab es noch ein Fotofinish im Sprint-Finale zwischen Levy und dem Russen Denis Dmitriev, der seinen zweitgen Gesamtrang erfolgreich gegen Landsmann Perkins verteigt hatte. Levy brachte sein Rad haarscharf als Erster über die Linie und konnte sich daraufhin auch offiziell als Gesamtsieger feiern lassen.

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Wie gewohnt gibt es nach Berlin nur einen Tag Pause, bevor das nächste Sechstagerennen beginnt. Von den zehn stärksten Fahrern aus Berlin fehlen im Starterfeld der Kopenhagener Sixdays lediglich Kluge und Ghys. Während Graf/Müller und Pszczolarski/Staniszewski wieder gemeinsam antreten, gibt es mit Reinhardt/Hester eine neue Fahrerkombination. Stroetinga startet mit Yoerik Havik und Mørkøv mit Christian Grasmann.





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