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Wertungs-Überblick am 2. Ruhetag des Giro: Ein noch immer völlig offener Kampf um das Rosa Trikot
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27.05.2019

Wertungs-Überblick am 2. Ruhetag des Giro: Ein noch immer völlig offener Kampf um das Rosa Trikot

Info: GIRO D’ITALIA 2019 (2.UWT) | Reglement
Autor: Felix Griep (Werfel)



27.05.2019 – Wie vor einer Woche wollen wir auch am zweiten Ruhetag der Italien-Rundfahrt eine kleine Zwischenbilanz ziehen und schauen, wie der Stand in den neun Giro-Klassementen ist. Das einzige Trikot, das schon fast sicher vergeben scheint, ist das Blaue, während sich jeweils zwei Fahrer spannende Duelle um Weiß und Ciclamino liefern. Noch völlig offen ist der Kampf um Rosa! Bei vier ausstehenden Bergetappen und einem Zeitfahren kann noch viel passieren. Man erinnere sich nur an das Jahr 2018, als der am zweiten Ruhetag führende Simon Yates am Ende nur 21. wurde und sich Chris Froome in der Schlusswoche noch von Rang sieben auf eins vorarbeitete.


Vorschau auf die Etappen der letzten Giro-Woche:
Zwei von vier Bergetappen mit mehr als 5000 Höhenmetern


Führungsverläufe





Die Trikot-Wertungen

Vier Bergetappen in Folge haben die Gesamtwertung weit auseinandergezogen. An der Spitze liegen noch elf Fahrer innerhalb von sieben Minuten, darunter neun die auf der Favoritenliste gestanden hatten. Einzige „Überraschungen“ sind jetzt noch Bauke Mollema und Jan Polanc, wobei Letztgenannter noch immer von den gut sieben Minuten zehrt, die er den Anderen als Ausreißer auf der 12. Etappe abnehmen durfte. Von den restlichen Vor-Giro-Favoriten liegt einzig Bob Jungels (Deceuninck-Quick Step) als 25. mit über einer halben Stunde Rückstand weit hinter den Erwartungen zurück – Tom Dumoulin, Sam Oomen (beide Sunweb) und Tao Geoghegan Hart (Ineos) sind jeweils nach Stürzen ausgeschieden.

Unter den Top8 der Gesamtwertung ist Leader Richard Carapaz übrigens der Jüngste, wird am Mittwoch bei der Bergankunft in Anterselva/Antholz 26 Jahre alt. Der Ecuadorianer ist sicher nicht der Mann, den man als Träger des Rosa Trikots zu Beginn der letzten Woche erwartet hätte, doch mittlerweile hat sich der Etappensieger von Frascati und Courmayeur vielleicht sogar zum ersten Anwärter auf den Gesamtsieg aufgeschwungen. Beim Giro 2018 war er zu Beginn der Schlusswoche im Zeitfahren noch von Rang sechs auf neun zurückgefallen, bevor er sich als Zweiter auf der Finestre-Etappe hinter dem wie entfesselt fahrenden Chris Froome noch auf Rang vier verbessern konnte.

Gesamtwertung
1 Richard Carapaz (Ecu) Movistar Team 64:24:00
2 Primož Roglic (Slo) Team Jumbo - Visma 0:00:47
3 Vincenzo Nibali (Ita) Bahrain Merida 0:01:47
4 Rafal Majka (Pol) Bora - Hansgrohe 0:02:35
5 Mikel Landa Meana (Esp) Movistar Team 0:03:15
6 Bauke Mollema (Ned) Trek - Segafredo 0:03:38
7 Jan Polanc (Slo) UAE Team Emirates 0:04:12
8 Simon Yates (GBr) Mitchelton - Scott 0:05:24
9 Pavel Sivakov (Rus) Team Ineos 0:05:48
10 Miguel Angel Lopez Moreno (Col) Astana Pro Team 0:05:55
11 Ilnur Zakarin (Rus) Team Katusha Alpecin 0:06:57
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Für die Nachwuchswertung ist Carapaz in dieser Saison ein Jahr zu alt, für das Weiße Trikot kommen lediglich noch zwei Fahrer in Frage. Es ist mittlerweile ein ganz enger Zweikampf zwischen dem 21-jährigen Sivakov und dem 25-jährigen Lopez. Der Kolumbianer, der gerade seine fünfte Grand Tour bestreitet und im letzten Jahr beim Giro und bei der Vuelta jeweils Dritter war und dabei auch schon einmal das Weiße Trikot aus Italien mit nach Hause nahm, hat den Vorteil der weitaus größeren Erfahrung auf seiner Seite. Sivakov war dagegen bei seiner GT-Premiere an der Vuelta 2018 auf der 14. Etappe ausgeschieden, hat also noch überhaupt keine Dritte-Woche-Erfahrung.

Nachwuchswertung
1 Pavel Sivakov (Rus) Team Ineos 64:29:48
2 Miguel Angel Lopez Moreno (Col) Astana Pro Team 0:00:07
3 Valentin Madouas (Fra) Groupama - FDJ 0:08:39
4 Hugh Carthy (GBr) EF Education First 0:08:50
5 Giulio Ciccone (Ita) Trek - Segafredo 0:19:49
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Auch die Punktewertung ist zu einem Zweikampf geworden, der sich auf der 18. Etappe entscheiden könnten, auf der als einziger noch ein Massensprint möglich ist. 50 Punkte erhält an diesem Tag der Sieger, 35 Punkte der Zweite, so dass Pascal Ackermann mit einem Etappensieg wieder an Arnaud Démare vorbeiziehen könnte. Selbstverständlich könnten letztlich auch die Zwischensprints das Zünglein an der Waage sein. Damit einer der Bergfahrer noch das Maglia Ciclamino gewinnen kann, müssten Ackermann und Démare schon beide ausscheiden. Denn auf den vier ausstehenden Bergetappen wie auch beim abschließenden Zeitfahren gibt es jeweils nur 15 Punkte für den Sieg.

Punktewertung
1 Arnaud Démare (Fra) Groupama - FDJ 200 Punkte
2 Pascal Ackermann (GER) Bora - Hansgrohe 187
3 Richard Carapaz (Ecu) Movistar Team 78
4 Davide Cimolai (Ita) Israel Cycling Academy 50
5 Primož Roglic (Slo) Team Jumbo - Visma 49
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In der Bergwertung scheint die Entscheidung bereits zu Gunsten von Giulio Ciccone gefallen zu sein, der bei seinen beiden Fluchten auf den Etappen 13 und 14 insgesamt 134 Punkte auf sein Konto buchte. Die meisten Punkte als Ausreißer gibt es noch auf der 20. Etappe zu holen: Die ersten drei Bergwertungen inklusive des zur Cima Coppi aufgewerteten Passo Manghen sind zusammen 86 Punkte wert; an den beiden Anstiegen im unmittelbaren Etappenfinale könnte man nochmals bis zu 58 Punkte sammeln. An allen anderen Tagen gibt es insgesamt nur maximal 115 Punkte zu holen.

Bergwertung
1 Giulio Ciccone (Ita) Trek - Segafredo 171 Punkte
2 Richard Carapaz (Ecu) Movistar Team 66
3 Mattia Cattaneo (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 43
4 Ilnur Zakarin (Rus) Team Katusha Alpecin 42
5 Gianluca Brambilla (Ita) Trek - Segafredo 40
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Die Spezial-Wertungen

An den Spezial-Wertungen hat sich seit der 11. Etappe, als Damiano Cima, Marco Frapporti und Mico Maestri gemeinsam eine lange Flucht unternommen hatten, kaum noch etwas geändert. Von Ausreißversuchen auf den Bergetappen hat das Trio bis jetzt abgesehen, da alle drei nicht gerade super Kletterer sind. Vielleicht kann man sie auf der sehr langen und vor allem flachen 18. Etappe noch einmal in Aktion erleben. Dann könnte Frapporti den Gewinn der Kilometer-Wertung besiegeln. Da es hier nur Punkte für Gruppen von maximal zehn Fahrern gibt, wurden bei den oftmals viel größeren Gruppen auf den letzten Bergetappen kaum Punkte verteilt. Durch die sich ihm jemand hätte nähern können.

Cima muss hinsichtlich der Sprintwertung vielleicht am ehesten noch Fausto Masnada fürchten, dem durchaus zuzutrauen ist, noch einmal als Ausreißer in den Bergen stark zu punkten, wenn Cima längst schon abgeschlagen im Gruppetto steckt. Am wenigsten vorhersehbar ist wohl der Ausgang in der Kämpfer-Wertung, in der die Sprint- und Flucht-Spezialisten noch immer dicht beieinander stehen.

Sprintwertung
1 Damiano Cima (Ita) Nippo - Vini Fantini - Faizanè 67 Punkte
2 Marco Frapporti (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 50
3 Fausto Masnada (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 42
4 Mirco Maestri (Ita) Bardiani CSF 35
5 José Rojas (Esp) Movistar Team 31
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Ausreißerwertung („Classifica Fuga“)
1 Marco Frapporti (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 816 Kilometer
2 Damiano Cima (Ita) Nippo - Vini Fantini - Faizanè 760
3 Mirco Maestri (Ita) Bardiani CSF 570
4 Mattia Cattaneo (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 306
5 Giulio Ciccone (Ita) Trek - Segafredo 278
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Wertung Kämpferischster Fahrer („Classifica Combattività“)
1 Arnaud Démare (Fra) Groupama - FDJ 45 Punkte
2 Damiano Cima (Ita) Nippo - Vini Fantini - Faizanè 42
3 Pascal Ackermann (GER) Bora - Hansgrohe 37
4 Fausto Masnada (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 35
5 Marco Frapporti (Ita) Androni Giocattoli Sidermec 35
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Die Team-Wertungen

Auf der 12. Etappe hatte Movistar die Führung in der Mannschaftswertung vorübergehend an Androni Giocattoli Sidermec verloren, doch auf den folgenden beiden Bergetappen hat sich das spanische Team einen großen Vorsprung erarbeitet. Kaum vorstellbar, dass sie sich die Wiederholung des Erfolgs von 2017 noch nehmen lassen, vor allem wenn die Movistar-Doppelspitze Carapaz/Landa weiterhin so stark sein sollte. Keine andere Mannschaft hat mehr als einen Fahrer unter den Top11 der Einzel-Gesamtwertung.

In der Fair-Play-Wertung sind noch immer 17 von 22 Mannschaften ohne jeglichen Strafpunkt – eine auffällig hohe Zahl, wenn man einmal auf die letzten Jahre schaut: Nach 15 Etappen standen 2018 gerade einmal fünf Teams bei 0 Punkten, 2017 waren es drei und 2016 neun.

Mannschaftswertung
1 Movistar Team 193:29:48
2 Astana Pro Team 0:26:31
3 Team Ineos 0:30:16
4 Bahrain Merida 0:30:56
5 EF Education First 0:36:57
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Fair-Play-Wertung („Classifica Fair Play“)
18 Mitchelton - Scott 5
19 Team Katusha Alpecin 5
20 Israel Cycling Academy 15
21 Team Jumbo - Visma 80
22 Deceuninck - Quick Step 185
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