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Abwechslungsreiche Vuelta - am 1. Ruhetag noch immer völlig offen
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30.08.2011

Abwechslungsreiche Vuelta - am 1. Ruhetag noch immer völlig offen

Info: VUELTA A ESPAÑA 2011
Autor: Felix Griep (Werfel)
Vote: Frage am 1. Ruhetag: Wer gewinnt die Vuelta a España 2011?



30.08.2011 - Nach dem Verlauf der ersten zehn Etappen ist die Vuelta a España 2011 auf Rekordkurs. Sieben verschiedene Fahrer fanden sich schon an der Spitze der Gesamtwertung, nur einmal in der Geschichte waren es mehr. Am ersten Ruhetag ist auch noch nicht abzusehen, wer die Spanien-Rundfahrt gewinnen wird, denn alle Anwärter zeigten bereits Licht und Schatten. Drei Bergankünfte auf den nächsten fünf Etappen könnten die Entscheidung bringen.

10 Tage, 7 Leader
Die ersten eineinhalb Wochen der 66. Spanien-Rundfahrt waren recht unterhaltsam, wofür allein schon die Tatsache als Beleg ausreicht, dass innerhalb von zehn Tagen sieben verschiedene Fahrer bei den Siegerehrungen das Rote Trikot übergestreift bekamen. Jakob Fuglsang war nach dem Sieg von Leopard Trek im Mannschaftszeitfahren der erste Träger, doch reichte es gleich am nächsten Tag an seinen Teamkollegen Daniele Bennati weiter. Auf der 3. Etappe fuhr Ausreißer Pablo Lastras (Movistar) zur Gesamtführung. Tags darauf verlor er Rot an Sylvain Chavanel (Quick Step), der es drei Tage behielt und erst auf der 8. Etappe an Joaquin Rodriguez (Katusha) abgeben musste. Der trug es ebenso nur einen Tag wie sein Nachfolger Bauke Mollema (Rabobank). Nach dem Zeitfahren auf der 10. Etappe ist jetzt Christopher Froome (Sky) der siebte Spitzenreiter - und vielleicht noch nicht der letzte.

Historische Bestmarken
Froomes Teamkollege Bradley Wiggins und Vincenzo Nibali (Liquigas), derzeit auf Rang drei und vier, sind die heißesten Kandidaten, um die Zahl der Fahrer im Leadertrikot noch zu erhöhen und einen Vuelta-Rekord aufzustellen. Sieben verschiedene Leader gab es bei der Vuelta schon 1960, 1964 und 1967 und nur einmal waren es mehr. 2008, als das Trikot noch golden war, trugen es mit Filippo Pozzato, Alejandro Valverde, Daniele Bennati, Levi Leipheimer, Sylvain Chavanel, Alessandro Ballan, Egoi Martínez und Alberto Contador acht Fahrer. Einen anderen Rekord hält das Jahr 1987, als es zwar nur fünf verschiedene Leader gab, das Trikot aber insgesamt neunmal seinen Besitzer wechselte. Den Höhepunkt der Einseitigkeit gab es bei der Vuelta 1977, als Freddy Maertens 13 von 21 Etappen gewann und vom ersten bis zum letzten Tag die Gesamtwertung anführte. Weitere Start-Ziel-Siege gelangen nur Julian Berrendero 1942 und Tony Rominger 1994.

Etappenübersicht aller Wertungsführenden
GesamtPunkteBergKombiTeam
1.Fuglsang (LEO)---LEO
2.Bennati (LEO)Sutton (SKY)Martens (RAB)Rosendo (ACG)LEO
3.Lastras (MOV)Lastras (MOV)Lastras (MOV)Lastras (MOV)MOV
4.Chavanel (QST)Lastras (MOV)Moreno (KAT)Moreno (KAT)RSH
5.Chavanel (QST)Moreno (KAT)Moreno (KAT)Moreno (KAT)RSH
6.Chavanel (QST)Rodriguez (KAT)Moreno (KAT)Moreno (KAT)RSH
7.Chavanel (QST)Sagan (LIQ)Moreno (KAT)Moreno (KAT)RSH
8.Rodriguez (KAT)Rodriguez (KAT)Moreno (KAT)Moreno (KAT)RSH
9.Mollema (RAB)Rodriguez (KAT)Martin (GRM)Mollema (RAB)GEO
10.Froome (SKY)Rodriguez (KAT)Martin (GRM)Mollema (RAB)LEO

Die Zwischenbilanz
Allerlei schwierige Prüfungen liegen schon hinter den Fahrern, für die größten Abstände sorgte aber das gestrige Zeitfahren. So kommt es, dass Sky mit dem eher unerfahrenen Chris Froome und Bradley Wiggins die Plätze eins und drei belegt. Wiggins ist der nominelle Kapitän und die Stärke seines Teamkollegen kann eine große Hilfe sein, sofern dieser nicht anfängt, eigene Ambitionen zu entwickeln. Ein gut platziertes Duo hat auch Leopard Trek mit Jakob Fuglsang auf Rang zwei und Maxime Monfort auf sechs. Beide sind aber eine Wundertüte, da sie noch nie eine Grand Tour auf Sieg fuhren. Zwischen ihnen liegt auf Platz vier Vincenzo Nibali, der Titelverteidiger von Liquigas. Mit nur 31 Sekunden Rückstand ist die Ausgangsposition für ihn sehr gut, zumal er seine mutmaßlich härtesten Gegner schon weit abgehängt hat. Joaquin Rodriguez war an den kurzen, steilen Rampen überragend, rutschte in den letzten Tagen aber auf Platz 14 ab und liegt fast drei Minuten hinter Nibali. Sein Teamkollege Daniel Moreno liegt noch fünf Positionen hinter ihm. Für Euskaltel verläuft die Vuelta bisher arg enttäuschend, Mikel Nieve und Igor Anton findet man erst auf den Plätzen 25 und 32. Fast unbemerkt hat sich dagegen Fredrik Kessiakoff vorne festgebissen. Der Astana-Fahrer, der noch auf keiner Etappe besser als Zehnter war, zeichnet sich durch eine hohe Konstanz aus. Basierend auf früheren Leistungen müssten man ein Duell zwischen Nibali und Wiggins erwarten, doch die Vuelta hält noch allerhand Möglichkeiten für Überraschungen bereit. Besonders die Spanier müssen zurückschlage, ihr Bester, Juan José Cobo von Geox, ist gerade mal Achter.

Die aktuelle Gesamtwertung
1   Christopher Froome  GBR  SKY  38:09:13
2   Jakob Fuglsang      DEN  LEO  +   0:12
3   Bradley Wiggins     GRB  SKY  +   0:20
4   Vincenzo Nibali     ITA  LIQ  +   0:31
5   Fredrik Kessiakoff  SWE  AST  +   0:34
6   Maxime Monfort      BEL  LEO  +   0:59
7   Bauke Mollema       NED  RAB  +   1:07
8   Juan José Cobo      ESP  GEO  +   1:47
9   Janez Brajkovic     SLO  RSH  +   2:04
10  Haimar Zubeldia     ESP  RSH  +   2:13
-> Zur vollständigen Rangliste

Die nächsten Aufgaben
Gleich nach dem Ruhetag folgt auf der 11. Etappe eine Bergankunft in Manzaneda (19,0 km à 6,0%), bei der Sky zeigen muss, wie gut man mit der Führungsrolle umgehen kann und wie stark man im Hochgebirge ist, wenn die Konkurrenz attackiert. Darauf folgen zwei vermeintlich ruhigere Tage, wobei auf der 13. Etappe immerhin einige schwere Berge im mittleren Teil gefahren werden. Am Wochenende fällt dann möglicherweise die Vorentscheidung. Am Samstag auf der 14. Etappe stehen am Ende mit Puerto de San Lorenzo (10,1 km à 8,5%) und der Ankunft in La Farrapona (16,8 km à 6,0% / letzte 5,8 km à 10%) gleich zwei sehr schwere Berge an. Ähnlich wie auf der 15. Etappe am Sonntag, wo erst der Alto del Cordal (5,3 km à 9,6%) und dann der berüchtigte Alto de L'Angliru (12,2 km à 10,2%) erklommen werden müssen. Wenn er es schafft, die hohen Prozente über einen langen Zeitraum zu fahren, wie er es bei den Kilometer-Rampen auf bei seinen Etappensieg tat, dann kann ein Joaquin Rodriguez, 2009 Dritter am Angliru hinter Alberto Contador und Alejandro Valverde, dort doch noch einmal einige Zeit aufholen. Anstiege dieser Schwierigkeitsgrade kann jeden der vor ihm liegenden an einem schlechten Tag auch mehrere Minuten kosten.
In der letzten Woche gibt es nur noch eine einzige Bergankunft auf der 17. Etappe in Peña Cabarga (6,1 km à 8,9%). Die restlichen Etappen sind zwar teils bergig, aber wohl eher nicht für große Abstände unter den Topfahrern gut.

-> Zur Vorschau auf die Etappe 11 bis 15





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