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Horner überragt Nibali am Alto de Hazallanas - ältester Vuelta-Starter zurück im Roten Trikot
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02.09.2013

Horner überragt Nibali am Alto de Hazallanas - ältester Vuelta-Starter zurück im Roten Trikot

Info: VUELTA A ESPAÑA 2013
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Güéjar Sierra, 02.09.2013 – Es war schon verblüffend, als Christopher Horner (RadioShack-Leopard) heute vor genau einer Woche am kurzen Anstieg zum Mirador de Lobeira siegte und das Rote Trikot eroberte. Der Schlussanstieg der Especial-Kategorie auf der 10. Etappe der Spanien-Rundfahrt war weitaus länger und steiler, sein Triumph auf dem Alto de Hazallanas dafür umso deutlicher. Der bald 42-jährige US-Amerikaner düpierte die Konkurrenz. Die 14 Sekunden, welche Vincenzo Nibali (Astana) auf die nächsten Konkurrenten gewann, verblassen im Vergleich zu den 48 Sekunden, die Horner ihm abnahm. Der geht nicht nur wieder im Roten Trikot in den Ruhetag, er muss nun endgültig als einer der größten Favoriten auf den Gesamtsieg angesehen werden.

Folgenreicher Sturz in der Neutralisation und zwei Disqualifikationen
An den ersten neun Tagen der Vuelta a España waren gerade einmal vier Fahrer ausgeschieden (siehe Startliste). Genauso viele musste auf der der 10. Etappe alleine durch die Folgen eines Sturzes aufgeben, der sich während der Neutralisation ereignete. Ironischerweise hatte die Rennorganisation diese extra um insgesamt 19 Kilometer ausgedehnt, um sicher durch die Stadt Jaén zu kommen. Doch diese Vorsichtsmaßnahme konnte nicht verhindern, dass sich trotz breiter Straße ein Massensturz ereignete. Für Bart de Clercq (Lotto Belisol) war sofort Schluss. Guillaume Boivin (Cannondale), Alberto Losada (Katusha) und Barry Markus (Vacansoleil-DCM) fuhren weiter, hielten aber nicht mehr lange durch. Desweiteren endete die Rundfahrt für Andrew Fenn (Omega Pharma-Quick Step) und Thomas de Gendt (Vacansoleil-DCM) vorzeitig, wobei diese beiden von den Kommissären disqualifiziert wurden, weil sie sich zu lange an Begleitwagen festgehalten hatten. Und das noch weit vor Alto de Monachil und Alto de Hazallanas, die auf den letzten 36 der 186,8 Kilometer für die bislang schwerste Etappe der Vuelta 2013 sorgten. Der Beginn des Weges zu den beiden Bergen begann sehr hügelig und nervös. Mehr als eineinhalb Stunden dauerte es, bevor sich eine Ausreißergruppe fand, die vom Feld nicht umgehend ausgelöscht wurde. Es waren 10 Mann: Der Österreicher Georg Preidler (Argos-Shimano), der Schweizer Martin Kohler (BMC Racing Team), Stef Clement (Belkin), Maciej Paterski (Cannondale), Nico Sijmens (Cofidis), Juan Jose Oroz (Euskaltel), Diego Ulissi (Lampre-Merida), Gianni Meersman (Omega Pharma-Quick Step), sowie Juan Antonio Flecha und Tomas Marczynski (beide Vacansoleil-DCM).

Moreno am extrem steilen Schlussanstieg schon früh geschlagen
Der Vorsprung der Ausreißer stieg auf sechs und fiel auf zwei Minuten, bevor der Kategorie-1-Anstieg zum Alto de Monachil sowohl die Spitzengruppe als auch das Feld massiv verkleinerte. Das Peloton verwandelte sich auf den 8,5 Kilometern bis zur Bergwertung in eine Gruppe von circa 40 Fahrern. Sie überquerte den Gipfel 1:15 Minute hinter Ulissi, der nach einem Angriff Marczynskis den Polen überholt und vorübergehend abgehängt hatte. In der Abfahrt wendete sich das Blatt und der Italiener geriet ins Hintertreffen. An ihm zog plötzlich gar Preidler vorbei, der den Führenden zuerst einholte. Diese drei vereinigten sich wieder zu einem Trio, als sie die nächste, fünf Kilometer lange Steigung erreichten, die zwar offiziell zum Schlussanstieg gezählt wurde, von diesem aber durch ein kurzes Flachstück und eine zwischenzeitliche Abfahrt getrennt ist. Dort wurde ein Verfolgertrio mit Oroz, Flecha und David de la Cruz (NetApp-Endura), der dem Feld am Monachil davongefahren war, eingeholt und Marczynski setzte sich abermals von Preidler und Ulissi ab. Alleine kam er zum Fuß des Alto de Hazallanas, der nur am Ende seiner etwas mehr als sieben Kilometer keine zweistelligen Steigungsprozente mehr aufwies. Er verzeichnete immer noch gut eine Minute Vorsprung, die bis zur Fünf-Kilometer-Marke ausreichte. Dort wurde er von einem Dutzend Favoriten überholt, die bereits den Mann in Rot abgehängt hatten. Die Frage, ob Daniel Moreno (Katusha) nach seinen zwei Etappensiegen und mit der Gesamtführung an der Kapitänsrolle seines Teamkollegen Joaquim Rodriguez rütteln könnte, war daher schnell mit einem klaren Nein beantwortet.

Unfassbar starker Horner weist sogar Nibali deutlich in die Schranken
Am Monachil hatte RadioShack-Leopard die Führung gemacht, vor dem Hazallanas Movistar, in dessen ersten Rampen attackierte Igor Anton (Euskaltel). Danach war es Jakob Fuglsang (Astana), der für Vincenzo Nibali die Favoritengruppe stark verkleinerte, bis sie an Marczynski vorbeikam. Dann zog Nibali selbst das Tempo an und befand sich nur noch in Begleitung von Rodriguez, Ivan Basso (Cannondale) und Christopher Horner (RadioShack-Leopard). Gerade als Alejandro Valverde (Movistar) im Begriff war, aufzuschließen, trat Horner an und zog mehr als vier Kilometer vor dem Ziel auf und davon. In Windeseile lag er 25 Sekunden vor seinen Verfolgern zu denen auch wieder Nicolas Roche (Saxo-Tinkoff) und Thibaut Pinot (FDJ) zählten. Basso forcierte mehrfach, konnte aber weder den Rückstand verringern, noch sich von den anderen absetzen. Das gelang erst Nibali, der bei noch gut zwei Kilometern mit einem schwungvollen Antritt die Verfolgung aufnahm. Folgen konnte dem Giro-Sieger und Vuelta-Topfavoriten niemand, doch Horner hielt dem Konter bravourös stand. Im Ziel lagen sage und schreibe 48 Sekunden zwischen dem 41-jährigen US-Amerikaner und dem 13 Jahre jüngeren Italiener. Mit 14 weiteren Sekunden Rückstand gewann Valverde den Spurt um Platz drei und die letzte Zeitbonifikation vor Basso, Rodriguez und Pinot. Roche hatte sich noch acht Sekunden mehr Verlust eingehandelt. Nach 1:25 Minute kamen Anton und Domenico Pozzovivo (AG2R la Mondiale) an, nach 1:52 Minute Rafal Majka, der die Top10 komplettierte. Erst eine halbe Minute darauf finishte Moreno in Gegenwart von Mikel Nieve, Samuel Sanchez (beide Euskaltel) und Eros Capecchi (Movistar).

Roter Horner, angeschlagener König und starker Nerz
Genau eine Woche nach seinem Sieg auf der 3. Etappe wiederholte Horner nicht nur den Tageserfolg, sondern übernahm auch erneut die Führung in der Gesamwertung, die sich durch immer größere Abstände auszeichnet. Nibali, Roche und Valverde liegen 43, 53 und 62 Sekunden zurück, Rodriguez gar schon 1:40 Minute, aber jetzt wieder 24 Sekunden vor Moreno. Basso hält mit 2:20 Minuten Rückstand gerade noch Anschluss an die Spitzengruppe, deren Mitglieder die anderen Klassemente ebenso dominieren. Moreno (97 Punkte) führt weiterhin die Punktewertung an, Valverde (81) und Roche (77) sind Zweiter und Dritter. Im Bergklassement hat Horner (18 Punkte) Roche überholt (15), dem das Gepunktete Trikot trotzdem erhalten bleibt. Auch in der Kombination führt Horner (7 Punkte) vor Roche (8), der Viertlatzierte Valverde trägt aber das weiße Leibchen. Saxo-Tinkoff zog in der Mannschaftswertung an Movistar (+1:47) vorbei. Nicht mehr in den Top10 der Gesamtwertung rangiert der Tscheche Leopold König vom deutschen Team NetApp-Endura. Angeblich gesundheitlich leicht angeschlagen kam er auf den 20. Platz der Etappe und fiel um eine halbe Minute aus den Gesamt-Top10 heraus. Eine gute Leistung lieferte der Deutsche Dominik Nerz (BMC Racing Team) als 15. ab und stieß nach zehn Etappen erstmals in die Top20 des Rankings vor.

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Nach der ersten richtigen Hochgebirgsetappe ist es an der Zeit für einen Ruhetag, so dass sich die Vuelta erst am Mittwoch fortsetzt. Dann aber gleich mit einem weiteren enorm wichtigen Abschnitt, dem einzigen Einzelzeitfahren. 38,8 Kilometer inklusive eines Anstiegs der 3. Kategorie sind auf der 11. Etappe zu bewältigen.





Horner feiert auf dem Alto de Hazallanas seinen zweiten Doppelschlag
Horner feiert auf dem Alto de Hazallanas seinen zweiten Doppelschlag
Foto: Sabine Jacob

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