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Sein 28. Sieg: Cavendish haarscharf vor Greipel im Massensprint der 3. Etappe der Tour de France
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04.07.2016

Sein 28. Sieg: Cavendish haarscharf vor Greipel im Massensprint der 3. Etappe der Tour de France

Info: TOUR DE FRANCE 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Angers, 04.07.2016 – Mit 34 Etappensiegen ist Eddy Merckx der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Tour de France; natürlich der „Kannibale“, wer sonst. Auf Platz zwei diesen Rankings folgt mit 28 Siegen Bernard Hinault … und seit heute auch Mark Cavendish. Der Brite, dessen Erfolgsstory im Jahr 2008 begann, setzte sich am Ende der langen 3. Etappe in Massensprint gegen André Greipel durch, wobei erst das Zielfoto Aufschluss darüber gab, welcher der beiden Konkurrenten die Ziellinie einen Ticken früher passiert hatte. Sein zweiter Etappensieg innerhalb von drei Tagen hat Cavendish in der Punktewertung wieder an die Spitze katapultiert, in der er nun knapp vor Sagan und weit vor den anderen Sprintern führt. Der Weltmeister verteidigte als Etappenvierter zumindest sein Gelbes Trikot souverän.


Tines Tour Talk zur 3. Etappe: Die Tour und die Weltgeschichte

Fonseca begibt sich alleine auf eine lange Flucht
Die drei längsten Etappen haben die Streckenplaner bei dieser Tour de France hintereinander gepackt: 223,5 Kilometer waren auf der 3. Etappe von Granville nach Angers zurückzulegen, an den nächsten beiden Tagen sind es dann 237,5 und 216. Weil das Profil kein anderes Szenario als einen Massensprint erwarten ließ und bei nur einer Bergwertung nicht einmal das Gepunktete Trikot geholt werden konnte, war diese Etappe nicht besonders reizvoll für Ausreißer. Und so ließ man Armindo Fonseca alleine ziehen, als der Franzose gleich nach dem Start attackierte. Der 27-Jährige setzte die Flucht-Serie des Wildcard-Teams Fortuneo-Vital Concept fort, das schon auf der 1. Etappe mit Anthony Delaplace und auf der 2. mit Vegard Breen dabei gewesen war, hatte aber auch einen persönlichen Bezug zur heutigen Strecke, die während rund 70 Kilometern durch sein Heimat-Département Ille-et-Vilaine führte. Besonders eilig hatte er es dabei nicht, während der ersten drei Rennstunden verzeichnete der Solist gerade einmal einen Schnitt von 33,7 km/h und hatte sich in der Anfangsphase doch bis zu elf Minuten vom Feld absetzen können.

Voeckler setzt der Monotonie der Etappe ein Ende
Tinkoff, die Mannschaft mit dem Gelben Trikot, reagierte aber schon recht früh und brachte den Abstand schnell auf etwa die Hälfte seines Maximums, was dem Solisten zugleich unmissverständlich klarmachte, dass er einen zu 99,9% aussichtslosen Kampf führte. Aber schon eine Erfolgsaussicht von 0,1% reicht manchem Fahrer für verrückte Aktionen – Auftritt Thomas Voeckler (Direct Energie). Der trat 90 Kilometer vor dem Ziel einfach mal an und fuhr innerhalb von weniger als zehn Kilometern das zu diesem Zeitpunkt fünfeinhalb Minuten große Loch zu Fonseca zu, der nach 140 einsamen Kilometern nun unerwartete Gesellschaft bekam. Mit diesem erfahrenen Recken auf der Flucht, dessen Stern vor zwölf Jahren während zehn Tagen im Gelben Trikot aufgegangen war, wurden Lotto Soudal und Etixx-Quick Step misstrauisch und versetzten das Peloton, welches die Etappe bis dahin eher im Stile einer Trainingsfahrt bestritten hatte, in einen richtigen Rennmodus. Eingeholt wurden die beiden Ausreißer dann acht Kilometer vor dem Ziel, so dass Voecklers Aktion ihn zwar ins Rampenlicht brachte, sich letztlich aber nur in Form der Ernennung zum kämpferischsten Fahrer auszahlte.

Fotofinish zwischen dem Gorilla und der Manx Missile
Fonseca blieben von seiner langen Flucht die Prämien für die eine Bergwertung und den Zwischensprint, an welchem 52,5 Kilometer vor dem Ziel aus dem Feld wieder einmal ein Deutscher der Schnellste war. Heute allerdings Marcel Kittel (Etixx-Quick Step), während André Greipel (Lotto Soudal) sich diesmal deutlicher zurückhielt und neben seinem Landsmann auch Alexander Kristoff (Katusha), Peter Sagan (Tinkoff) und Mark Cavendish (Dimension Data) den Vortritt ließ. Der viel wichtigere Sprint, auch im Hinblick auf die Punktewertung, kam ja ohnehin am Ende der Etappe, wo eine 300 Meter vor dem Ziel gelegene Kurve weit genug war, um keine gefährlichen Situationen heraufzubeschwören. Lotto Soudal gelang es, Greipel auf der kurzen Zielgeraden für den Endspurt in die erste Position zu bringen. Die meisten Konkurrenten hatten Greipels Antritt nichts entgegenzusetzen – außer Cavendish. Am Hinterrad des deutschen Meisters in hervorragender Position, trat der Brite weniger als hundert Meter vor dem Ende an und kam bis zur Ziellinie auf gleiche Höhe. Wer von beiden nun gewonnen hatte, war mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und auch den Beteiligten selber völlig unklar.

Cavendish und Sagan ziehen im Kampf um Grün davon
Das Zielfoto zeigte es dann: Cavendishs Rad war ein klitzekleines Stückchen vorne und sein zweiter Sieg bei dieser Frankreich-Rundfahrt perfekt. Bryan Coquard (Direct Energie) wurde Dritter, gefolgt von Sagan, Edward Theuns (Trek-Segafredo), Sondre Holst Enger (IAM Cycling) und erst an siebter Position Kittel; auch Kristoff blieb als Elfter weit hinter seinen Möglichkeiten. In der Punktewertung ergibt sich mittlerweile schon ein relativ klares Leistungsbild: Cavendish (123 Punkte) und Sagan (116) dominieren bisher, Greipel (79) und Kittel (77) sind bereits ziemlich weit ins Hintertreffen geratenen und Coquard (52) und Kristoff (40) wohl komplett chancenlos, was das Grüne Trikot betrifft. Das Gelbe bleibt auf den Schultern von Sagan, der unverändert acht Sekunden vor Julian Alaphilippe (Etixx-Quick Step) die Gesamtwertung anführt. Cavendish ist in diesem Klassement kein Konkurrent mehr, seit er gestern fast zwei Minuten verlor. Obwohl das Hauptfeld auf den letzten Kilometern bei höchster Geschwindigkeit mehrfach zu zerreißen drohte, blieben Zeitabstände zwischen den Favoriten aus. Schwere Stürze gab es erfreulicherweise erstmals bei dieser Tour nicht und es sind nach wie vor alle 198 Starter im Rennen.

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Eine Chance zur Revanche könnte sich den heute unterlegenen Sprintern bereits auf der morgigen 4. Etappe bieten, die trotz ihrer enormen Länge ebenfalls ein eher einfaches Profil aufweist. Allerdings steigen die letzten 500 Meter der Zielgeraden mit ca. fünf Prozent an.





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