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Belgier erobern das Zentralmassiv: Van Avermaet holt Etappensieg und Gelb, De Gendt das Bergtrikot
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06.07.2016

Belgier erobern das Zentralmassiv: Van Avermaet holt Etappensieg und Gelb, De Gendt das Bergtrikot

Info: TOUR DE FRANCE 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Le Lioran, 06.07.2016 – Eine Attacke von Romain Bardet versetzte die Favoriten kurz vor dem Ziel der 5. Etappe in Aufregung, Alberto Contador verlor dadurch sogar eine gute halbe Minute Zeit. Doch schon fünf Minuten vor den Topstars hatte Greg Van Avermaet das Ziel dieses ersten bergigen Teilstücks der Tour de France erreicht und nicht nur den Tagessieg errungen, sondern mit großem Vorsprung auch das Gelbe Trikot an sich gerissen. Ein anderer der anfangs neun Ausreißer, Van Avermaets belgischer Landsmann Thomas De Gendt, wurde Etappenzweiter und eroberte das Bergtrikot, so dass auch er sich am Ende dieses schweren Tags im Zentralmassiv als ein Gewinner fühlen konnte.


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Neun Ausreißer hoffen auf Etappensieg, einige auch auf Gelb
Auf dem Weg vom Norden Frankreichs, wo der Grand Départ stattfand, in den Süden, wo ab Freitag die Pyrenäen in Angriff genommen werden, machte die Tour de France am Mittwoch während der 5. Etappe einen Abstecher ins Zentralmassiv, wo die Fahrer auf den letzten 80 der 216 Kilometer, die von Limoges nach Le Lioran zurückzulegen waren, über fünf teils sehr steile Anstiege gescheucht wurden. Eine Bergwertung der 4. Kategorie gab es auch schon kurz nach dem Start und Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) holte sich den Punkt auf der Côte de Saint-Léonard-de-Noblat, bevor sich eine Ausreißergruppe bildete. Da der Belgier dieser dann aber nicht angehörte, war der dritte Tag im Bergtrikot für ihn zugleich der letzte. Der Ukrainer Andriy Grivko (Astana) führte nach etwa 20 Kilometern die Gruppe des Tages herbei. Seinem Angriff schlossen sich acht Fahrer an, darunter mit Greg Van Avermaet (BMC Racing), Serge Pauwels (Dimension Data), Romain Sicard (Direct Energie) und Cyril Gautier (AG2R La Mondiale) gleich vier, die in der Gesamtwertung weniger als 40 Sekunden Rückstand hatten, für die bei einem Etappensieg also auch das Gelbe Trikot möglich war.

Frühe Reduzierung auf das Trio Grivko, Van Avermaet, De Gendt
Dass die Ausreißer von Tinkoff, der Mannschaft des Gelb-Trägers Peter Sagan, keine Gegenwehr zu erwarten hatten, ließ sich früh davon ableiten, dass neben den bereits Erwähnten sowie Bartosz Huzarski (Bora-Argon 18), Florian Vachon (Fortuneo-Vital Concept) und Thomas De Gendt (Lotto Soudal) auch Tinkoffs Rafal Majka Teil der Flucht war. Eine spezielle Situation, die soweit „eskalierte“, dass das Peloton zwischenzeitlich beinahe eine Viertelstunde Rückstand aufwies, bevor Movistar und später Sky etwas Schadensbegrenzung betrieben. Den maximalen Vorsprung von fast 15 Minuten genossen aber tatsächlich nur drei der neun Ausreißer, weil sich die Gruppe nach nur 90 Kilometern geteilt hatte. Grivko und die beiden Belgier Van Avermaet und De Gendt fuhren drei Minuten Vorsprung auf ihre Verfolger heraus, noch bevor der bergige Teil der Etappe begann. Dort stachen zwei Anstiege besonders heraus: zum eine der 31 Kilometer vor dem Ziel gelegene Pas de Peyrol (5,4 km à 8,1%), wo Grivko auf einem 11,9%-igen Abschnitt abreißen ließ und der 14,5 Kilometer vor Schluss überquerte Col du Perthus (4,4 km à 7,9%), an dem De Gendt in einer ähnlich steilen Rampe Van Avermaet ziehen lassen musste.


Der Kampf ums Bergtrikot:
Die wichtigsten Etappen für das maillot blanc à pois rouges der Tour 2016


Van Avermaet im Maillot Jaune, De Gendt bekommt das Bergtrikot
Am Pas de Peyrol und am Perthus trennten sich auch die Wege der übrigen sechs Ausreißer und die meisten wurden am Ende doch noch eingeholt. Ausnahmen bildeten nur Van Avermaet, De Gendt und – nicht Grivko, sondern Majka. Van Avermaet zeigte bis zum Moment seiner Ankunft keinerlei Anzeichen von Schwäche, steckte auch kurz vor Schluss den Col de Font de Cère (3,3 km à 5,8%) locker weg und feierte seinen zweiten Tour-Etappensieg nach dem Erfolg von Rodez 2015, als er Sagan in einem Hügelsprint geschlagen hatte. De Gendt verlor noch 2:34 Minuten auf seinen Landsmann, hatte aber die Wertungen auf dem Peyrol und zwei vorherigen kleineren Steigungen gewonnen und somit wenigstens das Bergtrikot erobert. Mit 13 Punkten führt er zwei Zähler vor Van Avermaet, wurde überdies zum kämpferischsten Fahrer auserkoren. 5:04 Minuten betrug der Rückstand von Majka, der direkt hinter sich die Favoriten angesprintet kommen sah. Der Großteil dieser Hauptgruppe blieb noch drei Sekunden hinter dem Polen, dem aber der energisch sprintende Joaquin Rodriguez (Katusha) fast noch den dritten Etappenplatz abgeluchst hätte. Die großen Abstände spiegeln sich auch in der Gesamtwertung wieder, in der Van Avermaet gut Minuten Vorsprung auf die nächstbesten Fahrer hat.

Später Angriff von Bardet kostet Contador eine gute halbe Minute
Die Gruppe der Favoriten war am Ende der Etappe nur noch zwanzig Fahrer groß, ab dem Pas de Peyrol war das Feld enorm geschrumpft. An diesem Berg war auch Sagan zurückgefallen, der am Ende in einer Gruppe mit 23:45 Minuten Rückstand finishte und nach drei Tagen das Gelbe wieder gegen das Grüne Trikot tauscht. Die Favoriten zeigten trotz einiger schöner Steigungen kein Interesse an einem Kampf untereinander – mit Ausnahme von Romain Bardet (AG2R La Mondiale). Der Franzose attackierte knapp drei Kilometer vor Schluss kurz vor dem Kulminationspunkt des Col de Font de Cère. Nairo Quintana und Alejandro Valverde (beide Movistar) sowie Thibaut Pinot (FDJ) waren aufmerksam und hielten Kontakt zum Angreifer, aber die wichtigsten Konkurrenten konnten recht schnell wieder aufschließen, auch wenn das Movistar-Duo in der Abfahrt weiter aufs Tempo drückte. Ein prominentes Opfer hatte die Aktion dennoch: Der von seinen Stürzen am ersten Tour-Wochenende angeschlagene Alberto Contador (Tinkoff) büßte noch einmal 33 Sekunden ein und weist gesamt jetzt schon 1:21 Minute Rückstand gegenüber Quintana und Chris Froome (Sky) auf. Ähnlich erging es dem Schweizer Mathias Frank (IAM Cycling), der sogar noch acht Sekunden nach Contador ankam.

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Wieder erreichten 198 Fahrer das Ziel, immer noch ist bei dieser Tour niemand ausgeschieden. Die Sprinter dürfen sich morgen auf der 6. Etappe noch einmal um einen Sieg streiten, bevor sie drei Tage in den Pyrenäen über sich ergehen lassen müssen.





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