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Cavendish krönt sich mit drittem Etappensieg und Grünem Trikot zum besten Sprinter der 1. Tour-Woche
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07.07.2016

Cavendish krönt sich mit drittem Etappensieg und Grünem Trikot zum besten Sprinter der 1. Tour-Woche

Info: TOUR DE FRANCE 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Montauban, 07.07.2016 – Manch einer dachte schon, Mark Cavendish habe seine besten Tage lange hinter sich, doch bei der 103. Tour de France blüht der Brite richtig auf und stellt sogar neue Bestmarken für seine ohnehin schon glanzvolle Karriere auf. Drei Etappen in der ersten Tour-Woche hatte er noch nie gewonnen, genau das gelang ihm aber nun, indem er nach der 1. und 3. auch die 6. Etappe für sich entschied. Und dabei zum dritten Mal einen Deutschen auf Rang zwei verwies. Wie am ersten Tag der Rundfahrt war es heute wieder Marcel Kittel, der Cavendish unterlegen war. Der dreifache Etappensieger ist jetzt auch wieder der Punktbeste und wird mit dem Grünen Trikot in die Pyrenäen fahren.


Tines Tour Talk zur 6. Etappe: Debütantenball

Fünfte Fluchtbeteiligung von Bora-Argon 18
Nach ihrem spannenden Ausflug ins Zentralmassiv nahm die Tour de France heute wieder direkten Kurs in Richtung Pyrenäen, ohne aber das Gebirge oder dessen Ausläufer schon zu erreichen. So war die 190,5 Kilometer lange 6. Etappe von Arpajon-sur-Cère nach Montauban noch einmal ein Teilstück für die Sprinter, bevor an den letzten drei Tagen dieser Woche nur noch geklettert wird. Die praktisch nicht existenten Chancen für eine erfolgreiche Flucht hielten Bora-Argon 18 nicht davon, mit Jan Barta trotzdem einen Mann in die Attacke zu schicken. Der Tscheche fuhr gemeinsam mit dem Japaner Yukiya Arashiro (Lampre-Merida) aus dem Feld heraus und sorgte dafür, dass seine deutsche Mannschaft schon zum fünften Mal in einer Ausreißergruppe vertreten war – so oft wie kein anderes Team an den ersten sechs Tagen dieser Tour. Mehr als die Führung in dieser für Wildcard-Starter durchaus interessanten Statistik, Siege an zwei der drei kleinen Bergwertungen des Tages sowie am Zwischensprint sprang am Ende aber nicht heraus, denn schon 22 Kilometer vor dem Ziel wurden Barta und sein Begleiter wieder eingefangen.

Wie auf der 1. Etappe: Cavendish schlägt Kittel
Bis zu fünfeinhalb Minuten hatten sich Barta und Arashiro vom Peloton absetzen können, doch Dimension Data, Etixx-Quick Step und Lotto Soudal ließen nichts anbrennen und hatten die Lage jederzeit unter fester Kontrolle. Auf den letzten Kilometern der Etappe konnte dann aber keine dieser Mannschaften einen wirklich guten Zug aufbauen, weil auch viele andere wie Direct Energie, Katusha, Cofidis, LottoNL-Jumbo und weitere munter mitmischten. So gab es statt einem kontrollierten Finish einmal mehr ein relativ hektisches Durcheinander. Die Etappe entschied sich schließlich auf den letzten 200 Metern in einem Zweikampf zwischen Marcel Kittel (Etixx-Quick Step) und Mark Cavendish (Dimension Data), den der Brite, der sich vorher die begehrte Position am Hinterrad des Deutschen gesichert hatte, für sich entschied, ohne dass dazu wie bei den letzten beiden Sprintankünften ein Zielfoto nötig gewesen wäre. Drei Siege bei einer Tour de France hatte Cavendish zuletzt vor vier Jahren errungen, insgesamt hat er nun schon 29 Siege bei der Frankreich-Rundfahrt in seinem Palmarès. Noch britischer wurde der Tag durch einen starken Sprint von Daniel McLay, der bei dieser Tour zuvor zweimal Neunter und einmal Siebter war und nun bis auf Platz drei vorstieß.

Große Enttäuschung bei Coquard und Greipel
Ab dem vierten Platz folgten Alexander Kristoff (Katusha), Christophe Laporte (Cofidis) und Peter Sagan (Tinkoff), der sein Grünes Trikot als Sechster nicht verteidigen konnte und sogar auf Rang drei der Punktewertung verdrängt wurde. 175 Punkte stehen für den Weltmeister zu Buche, Kittel hat 182 und der dreifache Etappensieger Cavendish schon 204. Somit übernimmt der 31-Jährige wieder das Grüne Trikot, das er in seiner Karriere erst einmal, nämlich 2011, gewinnen konnte. Auf den Dreikampf zwischen Sagan, Kittel und Cavendish – sofern Letzterer nicht wegen Olympia vorzeitig aussteigt – scheint die Punktewertung in diesem Jahr hinauszulaufen, die nächstbesten Fahrer liegen schon zu weit zurück. Bryan Coquard (Direct Energie) bringt es auf 112 Punkte, Greipel (Lotto Soudal) auf 89 und Kristoff auf 74. Coquard erlebte nach seinen letzten starken Ergebnissen, einem dritten und einem zweiten Platz, einen Dämpfer in Form eines neunten Ranges. Dabei war der Franzose am Zwischensprint noch der Schnellste aus dem Feld und hatte auf den letzten 30 Kilometer seine Mannschaft viel arbeiten lassen. Greipel erlebte nach dem 19. Platz von der 4. Etappe seine nächste Enttäuschung, schnitt als 15. diesmal nur unbedeutend besser ab.

Van Avermaets Vorsprung bleibt unverändert groß
Ein kleines Loch entstand bei der Zielankunft hinter den Sprintern, die sich vier Sekunden absetzten, aber keiner der Favoriten auf den Gesamtsieg konnte mit ihnen mithalten, so dass sich die Gesamtwertung daher auch nicht nennenswert verändert hat. Noch immer führt Greg Van Avermaet (BMC Racing) 5:11 Minuten vor dem besten Nachwuchsfahrer Julian Alaphilippe (Etixx-Quick Step), 5:13 vor Alejandro Valverde (Movistar), 5:14 vor Joaquin Rodriguez (Katusha) und 5:17 vor einer größeren Gruppe weiterer Topfahrer wie Chris Froome (Sky) und Nairo Quintana (Movistar). Alberto Contador (Tinkoff) liegt nun aber 6:39 Minuten zurück – eine Sekunde mehr als gestern, weil etwas weiter hinten im Feld nochmal eine winzige Lücke entstanden war und der Spanier somit auf der heutigen Etappe nicht nur vier, sondern fünf Sekunden hinter dem Sieger gewertet wurde.

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Um weitaus mehr als einzelne Sekunden geht es auf der morgigen 7. Etappe, auf der die 103. Tour de France erstmals ins Hochgebirge kommt. Der Col d'Aspin (12,0 km à 6,5%) ist der einzige große Pass an diesem Tag. Mit seiner Lage sieben Kilometer vor dem Ziel werden Anwärtern auf den Etappensieg nicht nur Kletterfähigkeiten abverlangt, sondern auch ein gewisses Talent für Abfahrten.





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