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Froome unschlagbar im Einzelzeitfahren der Vuelta – Kelderman überragt den Rest
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05.09.2017

Froome unschlagbar im Einzelzeitfahren der Vuelta – Kelderman überragt den Rest

Info: VUELTA A ESPAÑA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Logroño, 05.09.2017 – Wie es kaum anders zu erwarten war, hat die Spannung hinsichtlich des Gesamtsieges bei der 72. Vuelta a España mit Beginn ihrer letzten Woche nicht gerade zugenommen. Im einzigen Einzelzeitfahren der Rundfahrt fuhr Chris Froome in einer eigenen Liga und konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung beinahe verdoppeln. Wilco Kelderman konnte dem Briten den Tagessieg zwar auch nicht streitig machen, sich aber selbst ebenfalls recht deutlich von der restlichen Konkurrenz absetzen, was seine Position ihm im Kampf um die restlichen Podiumsplätze stark verbesserte. Er liegt nun vor Ilnur Zakarin, aber noch immer hinter Vincenzo Nibali, wieder auf dem dritten Rang.


Das Profil der 16. Vuelta-Etappe

Krank, gestürzt, ausgeschlossen – 5 Nichtstarter im Zeitfahren
Die letzte Woche der Vuelta a España begann mit einem Einzelzeitfahren, für das Rohan Dennis (BMC Racing) eigentlich zu den Topfavoriten gezählt hätte. Doch auf der Etappe vor dem Ruhetag hat sich der Australier eine Infektion der oberen Atemwege zugezogen, so dass er im Hinblick auf die Weltmeisterschaft die Rundfahrt lieber vorzeitig verlassen hat. Ausgeschieden sind des Weiteren ebenfalls Dennis‘ Schweizer Teamkollege Kilian Frankiny, der sich bei einem Sturz auf der 15. Etappe eine Verletzung am Oberschenkelknochen zugezogen hat, die für ihn das Saisonende bedeutet, und Svein Tuft (Orica-Scott). Außerdem wurden Alexandre Geniez und Nico Denz von ihrer Mannschaft AG2R La Mondiale aus dem Rennen genommen, nachdem am Ruhetag ein Video aufgetaucht war, dass zeigte, wie sie sich im Rennen über längere Zeit am Teamwagen festhielten und sich von diesem eine Steigung hinaufziehen ließen. Somit traten nur noch 164 Fahrer zur 16. Etappe an, die nach dem Start zunächst über die kurvenreiche Motorsport-Rennstrecke Circuito de Navarra, danach aber über weite Strecken schnurgeradeaus nach Logroño führte.

Oss, Kämna und Ludvigsson jeweils für längere Zeit in Führung
Die erste Zeit, die am Ende für einen Platz unter den Top10 der Etappe reichte, betrug 48:49 Minuten und wurde von Daniel Oss (BMC Racing) gefahren. Nur ganz knapp über dieser Marke blieb Alexis Gougeard (AG2R La Mondiale), der sich mit lediglich 1,29 Sekunden auf Rang zwei einordnen musste. Auf den Plätzen dahinter versammelten sich für den Moment drei Fahrer von Quick-Step Floors: Yves Lampaert mit 18, Matteo Trentin mit 23 und Niki Terpstra mit 28 Sekunden Rückstand. Fast eine Dreiviertelstunde blieb Oss in Führung, bis ihn der frühere Junioren-Weltmeister und amtierende U23-Weltmeister Lennard Kämna (Sunweb) um 19 Sekunden unterbot. 40 Minuten lang blieb der junge Deutsche, der in vier Tagen seinen 21. Geburtstag feiert, auf dem „hot seat“, bis er von Tobias Ludvigsson (FDJ) verdrängt wurde. Noch einmal 23 Sekunden schneller als Kämna war der Schwede, der im Kampf gegen die Uhr bei der Vuelta schon einmal als Dritter des Zeitfahrens von 2016 aufgetrumpft hatte. Er blieb solange unangefochten an der Spitze, bis die absoluten Topfahrer der Gesamtwertung das Rennen aufnahmen.

Trotz schnellem Start von Kelderman siegt Froome überlegen
Vier Fahrern gelang es am ersten Messpunkt nach 13,0 Kilometern, Ludvigssons Zwischenzeit zu unterbieten. Den besten Start hatte Wilco Kelderman (Sunweb) hingelegt, der 16 bzw. 18 Sekunden auf Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) und Alberto Contador (Trek-Segafredo) herausgefahren hatte. Sogar 23 Sekunden lag der Niederländer vor dem mit Ludvigsson zeitgleichen Chris Froome (Sky), der in Abwesenheit von Dennis eigentlich als absoluter Favorit auf den Sieg eingestuft worden war. Das Blatt wendete sich jedoch schnell und an der zweiten Zwischenzeit nach 27,9 Kilometern war Froome sieben Sekunden schneller als Kelderman. Zakarin und Contador wiesen nun 26 bzw. 34 Sekunden Rückstand auf, Ludvigsson 38. Im Ziel konnten Contador und Kelderman jeweils kurzzeitig die Führung übernehmen, doch am Ende siegte Froome mit klarer Überlegenheit und einer Zeit von 47:00 Minuten, was auf 40,2 Kilometern einem Schnitt von 51,3 km/h entsprach. Kelderman musste sich um 29 Sekunden geschlagen geben, nahm den nachfolgenden Fahrern seinerseits aber ähnlich viel Zeit ab: Zakarin und Contador hatten letztlich jeweils 59 Sekunden Rückstand. Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) schob sich sogar noch vor diese beiden und wurde mit 57 Sekunden Rückstand Dritter. Ludvigsson (+1:07) wurde somit Sechster, Kämna (+1:30) und Oss (+1:49) Achter und Zehnter.

Kelderman, Contador und Poels machen Plätze in den Top10 gut
Die Auswirkungen dieser Etappe auf die Gesamtwertung waren angesichts der großen Abstände selbst zwischen den besten Zeitfahren enorm. An der Führung von Froome war natürlich nicht zu rütteln – er vergrößerte seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Nibali von 1:01 Minute auf 1:58 Minute. Kelderman war der große Gewinner im Kampf um die beiden Podiumsplätze hinter dem dominanten Froome. Er holte sich den dritten Platz zurück, den er auf der vorherigen Bergetappe an Zakarin verloren hatte und liegt jetzt 27 Sekunden vor dem Russen. Seinen Rückstand auf Nibali hat Kelderman von 1:10 Minute auf 42 Sekunden verkleinert. Den größten Sprung im Spitzenbereich des Klassements machte aber Contador, der sich von Platz neun auf fünf verbesserte. In die genau umgekehrte Richtung, von Platz neun auf fünf, ging es für Esteban Chaves (Orica-Scott), der vier Minuten auf Tagessieger Froome verlor. Miguel Angel Lopez und Fabio Aru (beide Astana) schnitten etwas besser ab und behalten ihre Plätze sechs und sieben. Froomes Teamkollege Wout Poels, der einen starken siebten Etappenplatz einfuhr, tauschte seinen vorherigen zehnten Gesamtrang gegen den achten von Michael Woods (Cannondale Drapac).

-> Zum Resultat

Die morgige 17. Etappe bringt die erste von drei Bergankünften der letzten Vuelta-Woche mit sich. Vor dem Alto de Los Machucos (7,2 km à 8,7%) gibt es innerhalb der letzten 30 Kilometer mit dem Puerto de Alisas (10,0 km à 6,0%) noch einen weiteren schweren Anstieg.

Video des Etappensiegers





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