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Gaviria stellt mit hart erkämpften Sieg gegen Sagan und Greipel erneut seine Klasse unter Beweis
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10.07.2018

Gaviria stellt mit hart erkämpften Sieg gegen Sagan und Greipel erneut seine Klasse unter Beweis

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Sarzeau, 10.07.2018 – Die Tour de France scheint einen neuen Sprintkönig zu haben: Fernando Gaviria, 23 Jahre jung und ein Debütant bei der wichtigsten Rundfahrt des Radsports, hat auf der 4. Etappe seinen zweiten Sieg eingefahren. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden musste sich der Kolumbianer mit zwei wesentlich erfahreneren Gegnern messen, konnte Peter Sagan und André Greipel aber knapp besiegen. Im Kampf um das Grüne Trikot ist Gaviria der einzige ernsthafte Herausforderer Sagans, dessen Vorsprung nur noch vier Zähler beträgt.


Das Profil der 4. Etappe der Tour de France

Sturz im Feld bringt den Ausreißern eineinhalb Minuten
Fast hätte es geklappt mit dem ersten Ausreißercoup der 105. Tour de France, für den Guillaume Van Keirsbulck (Wanty-Groupe Gobert), Jérôme Cousin (Direct Energie) und die beiden Cofidis-Fahrer Anthony Perez und Dimitri Claeys viel Energie investiert hatten. Das Quartett hatte sich gleich bei Kilometer Null abgesetzt und nach einer Rennstunde fast acht Minuten Vorsprung auf das Feld herausgefahren. Doch bis zur exakten Mitte dieser 4. Etappe, wo 97,5 Kilometer nach dem Start und 97,5 Kilometer vor dem Ziel der Zwischensprint lag, war der Abstand schon wieder auf dreieinhalb Minuten gesunken und ging noch weiter zurück bis auf eineinhalb Minuten circa 50 Kilometer vor dem Ziel. Wollte das Feld sie gar vor dem Bonussprint einholen, wo es 38,5 Kilometer vor dem Ziel Zeitgutschriften gab? Doch dann bremste ein plötzlicher Massensturz das Peloton und ließ dessen Rückstand wieder auf beinahe drei Minuten steigen. Quick-Step Floors reagierte jedoch rechtzeitig auf diese Entwicklung, spannte sich nach einer Weile in beinahe kompletter Mannschaftstarke vor das Feld und eröffnete die Jagd auf die Spitzengruppe. Drei der vier Ausreißer wurden dann auf dem vorletzten Kilometer eingeholt und Van Keirsbulck als Letzer wenige Meter nach der Flamme Rouge.


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Haben Kittel und Groenewegen das Zeug zum Sieg?


Anfahrer Richeze wieder ein wichtiger Faktor im Sprint
In dem Massensturz knapp 50 Kilometer vor dem Ziel waren einige namhafte Fahrer wie Daniel Martin (UAE Emirates), Mikel Landa (Movistar), Jakob Fuglsang (Astana) oder Bauke Mollema (Trek-Segafredo) involviert, die aber alle problemlos wieder zum Feld aufschließen konnten, weil dieses eben das Tempo verlangsamte. Weniger Glück hatten die Opfer eines Sturzes, der sich nur fünf Kilometer vor Schluss ereignete. So verlor beispielsweise der ambitionierte Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) 59 Sekunden und Sprinter Christophe Laporte (Cofidis) die Chance, sich im Finale zu beweisen. Im Gegensatz zu Axel Domont (AG2R La Mondiale) konnten sie die Etappe aber wenigstens beenden. Auf der Zielgeraden erwies sich dann Ariel Maximiliano Richeze einmal mehr als aktuell vielleicht bester Anfahrer im Radsport und brachte Fernando Gaviria (Quick Step-Floors) in eine perfekte Position. Als bei noch 250 Metern André Greipel (Lotto Soudal) antrat, nahm schließlich auch Gaviria die Sache selbst in die Hand. Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) sprang vom Hinterrad des Kolumbianers in den Windschatten des Deutschen und lieferte sich mit den beiden am Ende einen packenden Dreikampf, den Gaviria mit einem Vorsprung von etwa einem Raddurchmesser für sich entscheiden konnte. Es war sein zweiter Sieg im zweiten Sprint bei dieser Tour – auf der 2. Etappe hatte ihn ja ein später Massensturz gestoppt.


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Sagan und Gaviria setzen sich im Punkteklassement ab
Greipel, der bis circa 50 Meter vor die Ziellinie die Nase leicht vorne gehabt hatte, wurde ganz knapp noch von Sagan abgefangen, für den der Unterschied zwischen einem dritten und dem zweiten Platz von enormer Wichtigkeit war, weil dieser in der Punktewertung gleich zehn Zähler ausmacht. Als Etappenzweiter konnte Sagan das Grüne Trikot mit vier Punkten Vorsprung auf Gaviria verteidigen, der schon am Zwischensprint vor Greipel und Sagan Erster des Feldes gewesen war. 143 und 139 Punkte weisen Gaviria und Sagan nun auf – die beiden nächstbesten Fahrer, der heutige Siebte Kristoff und Greipel, kommen mit 72 und 65 Punkten nicht einmal zusammen auf so viel. Der Etappenvierte Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) und der -fünfte Marcel Kittel (Katusha Alpecin) kommen gerade einmal auf 32 und 50 Punkte. Für die Gesamtwertung hatte die Etappe weniger Bedeutung, der vorherige 15. Zakarin war der am besten klassierte Fahrer, der heute Zeit verlor. Greg Van Avermaet (BMC Racing) behält das Gelbe Trikot vor seinem zeitgleichen Teamkollege Tejay Van Garderen. Das Bergtrikot bleibt bei Dion Smith (Wanty-Groupe Gobert), dem es egal sein konnte, welcher der vier Ausreißer – es war Perez – die einzige Bergwertung der Etappe gewann und seinen auf der 2. Etappe geholten Punkt egalisierte. Bei Punktgleichheit zählt nämlich die Platzierung in der Gesamtwertung, wo alle vier Ausreißer deutlich hinter ihm lagen und liegen.

-> Zum Resultat

Auf richtige Berge muss man immer noch lange warten, aber auf der 5. Etappe gibt es zumindest erstmals ein sehr hügeliges Profil. Fünf Bergwertungen der Kategorien 4 und 3 und ein mit 4,8% ansteigender letzter Kilometer machen Vorfreude auf ein klassikerähnliches Rennen.

Video der Zielankunft






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