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Eine gegen alle: Sanne Cant holt dritten WM-Titel vor vier Niederländerinnen
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02.02.2019

Eine gegen alle: Sanne Cant holt dritten WM-Titel vor vier Niederländerinnen

Info: RADCROSS-WELTMEISTERSCHAFT 2019 IN BOGENSE
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Bogense, 02.02.2019 - Gegen eine erdrückende Übermacht an niederländischen Fahrerinnen hat die 28-jährige Belgierin Sanne Cant zum dritten Mal in Folge Gold bei der Radcross-WM errungen. Im dänischen Bogense setzte Cant sich wenige Sekunden vor Lucinda Brand durch, der ein unglücklicher Sturz in der Materialzone zum Verhängnis geworden war. Brands Landsfrauen Marianne Vos, Denise Betsema und Annemarie Worst belegten die Plätze 3, 4 und 5. Als Sechste kam die Schweizerin Jolanda Neff ins Ziel, die nach einem fulminanten Start die Hoffnungen nicht ganz erfüllen konnte.


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Enttäuschungen der Saison alle wieder wettgemacht
Für Sanne Cants Verhältnisse war die Saison 2018/2019 bislang keine sonderlich erfolgreiche. Lediglich 7 Siege konnte sie feiern und im Weltcup war sie ein einziges Mal nur auf dem Podium gestanden. Zum Vergleich: In der Saison davor holte sie insgesamt 18 Spitzenresultate und den Gesamtweltcup. Deswegen wurde Cant zum ersten Mal seit Jahren im Vorfeld der WM nicht als absolute Favoritin genannt. Viel wahrscheinlicher war es, dass eine von den im Radcross-Zirkus neuerdings so dominant auftretenden Niederländerinnen den Titel holen würde, entweder Weltcup-Gesamtsiegerin Marianne Vos oder die dreifache Weltcup-Gewinnerin Lucinda Brand oder die zehnfache Saisonsiegerin Denise Betsema oder aber Europameisterin Annemarie Worst. Tatsächlich konnte alle Genannten sich in Bogense in Szene setzen, aber am Ende war es doch Titelverteidigerin Sanne Cant, die den besten, glücklichsten und stärksten Tag erwischte.

Schlechter Start von Brand
Zu Beginn des Frauenrennens fiel noch Regen und der kalte Wind hatte stark aufgefrischt. Nach einer Runde (2,6 km) lagen Worst, Betsema, Vos und Cant in Führung, während Brand aufgrund eines schlechten Starts und eines frühen Sturzes erst einmal hinterherfuhr. Gegen Ende der zweiten von sieben Runden stellte Mountainbike-Star Jolanda Neff, die viele als Dark Horse auf der Rechnung hatten, den Anschluss zur Gruppe her. Mit viel Mühe dockte auch Brand ein wenig später an die Spitzenreiterinnen an, anders als Nikki Brammeier (Großbritannien) und Kaitlin Keough (USA), die zu diesem Zeitpunkt ihre Chance auf eine Medaille einbüßten.

Neff fällt nach einem Sturz zurück
Jolanda Neff war mit der brandneuen SRAM Red AXS 12-fach Gruppe unterwegs, die in wenigen Tagen erst vorgestellt wird, aber das Top-Material brachte ihr kein Glück. Nach einem Sturz auf der 4. Runde verabschiedete die Schweizerin sich ein für allemal aus den vorderen Reihen. Auch Vos wirkte recht angeschlagen, während Betsema und Cant das Rennen schnell machten. Die drei anderen Niederländerinnen folgten und auf einmal übernahm Lucinda Brand das Kommando. Als ob die schwere Anfangsphase sie gar nichts gekostet hätte, betätigte sie nun das Gaspedal. Zunächst schaffte es nur die Titelverteidigerin dranzubleiben, aber bei der nächsten Zielpassage lief die Gruppe wieder zusammen und man sah erneut vier Niederländerinnen und eine Belgierin vorne.


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Nervöser Mechaniker spielt eine Sonderrolle
Nun ereignete sich die Schlüsselszene des Rennens. Brand musste die Wechselzone aufsuchen und wurde dort vom unglücklich agierenden Mechaniker (wie sich herausstellte, ihr eigener Vater) zu Fall gebracht. Cant ergriff ihre Chance und setzte alles auf eine Karte. Die anscheinend stärkste Niederländerin musste sich von ihrem Malheur erst wieder erholen, die anderen wirkten jetzt schon recht ausgepowert. Nur Vos hatte noch ein paar Körner übrig und stellte sich in den Dienst von Brand, um die Landesmeisterin wieder nach vorne bringen. Als auch sie die Kräfte verließen, war Brand auf sich allein gestellt, es fehlten aber immer noch einige Sekunden zu Cant. Die atemberaubende Schlussrunde bot einen Frau-gegen-Frau-Kampf der Extraklasse.

Titel-Hattrick für Sanne Cant
Mit all ihrer Erfahrung, Radbeherrschung und ihrem zurückerlangten Selbstvertrauen schaffte Cant es, sich der Verfolgerin zu erwehren. Es war ihr dritter WM-Sieg in Folge. Eine sichtlich enttäuschte Lucinda Brand kam neun Sekunden hinter der alten und neuen Weltmeisterin ins Ziel. Dann folgten Vos (+0:15), Betsema (+0:25) und Worst (+0:34), Neff (+1:16) sowie Keough, Brammeier und mit Sophie de Boer sowie Ellen van Loy eine weitere Niederländerin bzw. Belgierin. Die deutsche Meisterin Elisabeth Brandau wurde Achtzehnte.

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Eine gegen alle: Sanne Cant holt dritten Titel vor vier Niederländerinnen (Foto: Weltcup Bern, Christine Kroth)
Eine gegen alle: Sanne Cant holt dritten Titel vor vier Niederländerinnen (Foto: Weltcup Bern, Christine Kroth)

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