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Vor der letzten Tour-Woche: Ein enges Rennen zwischen 5 Favoriten hinter Außenseiter Alaphilippe
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22.07.2019

Vor der letzten Tour-Woche: Ein enges Rennen zwischen 5 Favoriten hinter Außenseiter Alaphilippe

Info: TOUR DE FRANCE 2019 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



22.07.2019 – Wer hätte das gedacht: Auch nach dem zweiten Ruhetag der 106. Tour de France trägt Julian Alaphilippe noch immer das Gelbe Trikot, gewann erst das Einzelzeitfahren und verteidigte danach seine Führung bei zwei Bergankünften in den Pyrenäen bravourös. Hinter dem Franzosen, der trotz allem bisher Gezeigten weiterhin nur eine Außenseiterrolle im Kampf um den Gesamtsieg einnimmt, liegen noch fünf Fahrer eng beisammen, die im Vorfeld zum Favoritenkreis gezählt worden waren: unter ihnen der leicht strauchelnde Vorjahressieger Geraint Thomas und der Deutsche Emanuel Buchmann.


Favoriten für die Gesamtwertung der Tour de France 2019


Von 13 Favoriten noch 5 mit Chancen auf den Sieg
Bei unserer Zwischenbilanz am 1. Ruhetag lagen die 13 von uns im Vorfeld als Favoriten ausgemachten Fahrer innerhalb von nur etwas mehr als drei Minuten zueinander, so dass noch völlig offen war, wer tatsächlich das Zeug haben würde, um den Gesamtsieg zu kämpfen. Hoch gehandelte Fahrer wie Nairo Quintana, Romain Bardet und Adam Yates gehören jedenfalls nicht mehr dazu, haben in den Pyrenäen heftige Rückschläge erlitten und liegen plötzlich rund eine halbe Stunde zurück. Es sind wohl nur noch die ersten fünf Fahrer hinter Alaphilippe, die wirklich für den Tour-Gesamtsieg in Frage kommen – der nächste, Mikel Landa, müsste bereits mehr als drei Minuten aufholen, was aber vielleicht gerade dem angriffsfreudigen Spanier noch eher zuzutrauen wäre als allen noch weiter hinter ihm klassierten Fahrern.

Aktuelle Platzierungen und Rückstände der Favoriten

_2. +_1:35 | ***** Geraint Thomas (Team Ineos)
_3. +_1:47 | ***** Steven Kruijswijk (Team Jumbo Visma)
_4. +_1:50 | ***** Thibaut Pinot (Team Groupama FDJ)
_5. +_2:02 | ***** Egan Bernal (Team Ineos)
_6. +_2:14 | ***** Emanuel Buchmann (Team Bora Hansgrohe)
_7. +_4:54 | Dark Horse Mikel Landa (Team Movistar)
_9. +_5:27 | ***** Jakob Fuglsang (Team Astana)
10. +_5:33 | ***** Rigoberto Uran (Team Education First)
11. +_6:30 | ***** Richie Porte (Team Trek Segafredo)
13. +_8:28 | ***** Nairo Quintana (Team Movistar)
19. +27:12 | ***** Romain Bardet (Team AG2R La Mondiale)
24. +33:18 | ***** Adam Yates (Team Mitchelton Scott)
26. +35:18 | ***** Enric Mas (Team Deceuninck Quick Step)


Starker Zeitfahrer Thomas schwächelt an den Bergen
Fünf Etappen lagen in diesem Jahr nur zwischen den beiden Ruhetagen, und die ersten beiden – ein Massensprint und die an Ausreißer abgeschenkte erste Pyrenäen-Etappe – hatten keinerlei Auswirkungen auf die vorderen Plätze der Gesamtwertung. Dann folgte auf der 13. Etappe das Einzelzeitfahren, in welchem Geraint Thomas allen seinen Favoriten-Konkurrenten deutlich Zeit abnehmen konnte. Doch das Blatt wendete sich bei den beiden Bergankünften auf den Etappen 14 und 15, wo Thomas auf einige Gegner mächtig Zeit einbüßte. Eine detaillierte Auflistung aller Abstände pro Etappe findet sich in der folgenden Übersicht ...

Zeitabstände im Vergleich zu Thomas

In der aktuellen Gesamtwertung liegen 13 Fahrer innerhalb von 10 Minuten. Hier sind – immer in Relation zu Titelverteidiger Geraint Thomas! – ihre Abstände an den Ruhetagen und auf den wichtigsten Etappen dazwischen aufgeführt.

Fahrer      Ruhetag 1 Et.13 Et.14 Et.15 Bonus Ruhetag 2
Alaphilippe  1. -1:12 -0:14 -0:30 +0:27 -0:06  1. -1:35
Thomas                                                      
Kruijswijk   4. +0:15 +0:31 -0:30 +0:00 -0:04  3. +0:12
Pinot       11. +1:21 +0:35 -0:36 -0:49 -0:16  4. +0:15
Bernal       3. +0:04 +1:22 -0:28 -0:31 +0:00  5. +0:27
Buchmann     5. +0:33 +1:05 -0:28 -0:31 +0:00  6. +0:39
Landa       21. +3:03 +1:31 -0:22 -0:49 -0:04  7. +3:19
Valverde    14. +2:06 +0:57 +0:22 +0:00 +0:00  8. +3:25
Fuglsang    16. +2:10 +0:53 +0:17 +0:32 +0:00  9. +3:52
Uran        13. +2:06 +0:22 -0:06 +1:36 +0:00 10. +3:58
Porte       20. +2:47 +0:31 +1:29 +0:08 +0:00 11. +4:55
Barguil     17. +2:14 +2:59 +0:02 +0:32 +0:00 12. +5:47
Quintana     8. +0:52 +1:37 +2:48 +1:36 +0:00 13. +6:53


Ausblick auf die Etappen 16-21:
Epische Anstiege zum Galibier, Iseran und nach Val Thorens


Gibt es einen französischen Tour-Sieger?
Der stärkste Fahrer der beiden Pyrenäen-Bergankünfte war wohl zweifelsfrei Thibaut Pinot. Am Tourmalet fuhr er in Manier eines Champions den Sieg ein und war auch tags darauf bei schlechterem Wetter am Prat d'Albis von niemandem zu halten. Sollte er dieses Niveau in den Alpen wieder erreichen und keinen „jour sans“ erleiden, scheint der erste französische Tour-Sieg seit 34 Jahren Realität werden zu können. Dass Pinot die 1:50 Minute Rückstand zu seinem Landsmann Julian Alaphilippe wettmachen kann, wirkt trotz dessen beachtlicher Leistungen immer noch wie eine sichere Sache. Am Tourmalet hatte Alaphilippe noch hervorragend mitgehalten und sich mit dem zweiten Etappenplatz belohnt, doch tags darauf nahm Pinot ihm bereits über eine Minute ab.

Gelingt Thomas doch die Titelverteidigung?
Wie ein Toursieger wirkte Geraint Thomas an Tourmalet und Prat d'Albis zwar nicht wirklich, doch hat der Titelverteidiger noch immer eine gute Ausgangsposition, um sich mit einer Leistungssteigerung in den Alpen das Gelbe Trikot zu holen. Allerdings muss er sich nicht nur mit Konkurrenten à la Pinot beschäftigen, sondern auch auf „den Feind im eigenen Team“ achten. Egan Bernal musste sich bei den Pyrenäen-Bergankünften keiner Teamorder unterwerfen, machte zusammengerechnet 59 Sekunden auf Thomas gut und würde klar vor ihm liegen, hätte ihn das Zeitfahren nicht weit mehr als eine Minute gekostet. Es könnten daher durchaus noch knifflige taktische Entscheidungen auf das Team Ineos zukommen.

Oder jubeln Deutschland oder Niederlande?
Gar nicht abwegig ist momentan aber auch der Gedanke an einen zweiten deutschen Tour-Sieger 22 Jahre nach Jan Ullrich. Emanuel Buchmann zeigte sich in den Pyrenäen enorm stark, sehr agil. Dass es letztlich seine Tempoverschärfung war, die Thomas am Tourmalet den Rest gab, dürfte zusätzliche Motivation freigesetzt haben. Ein kleiner Nachteil Buchmanns ist vielleicht, dass ihm ein schlagkräftiger Edelhelfer fehlt wie ihn bspw. Pinot in David Gaudu hat. Oder auch Steven Kruijswijk in George Bennett und Laurens De Plus. Der Niederländer und seine Teamkollegen waren vor allem am Tourmalet herausragend, doch am Prat d'Albis zählte Kruijswijk zeitgleich mit Thomas schon eher wieder zu den Verlierern. Welches „sein wahres Gesicht“ ist, bleibt daher noch offen.





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