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Lars Boom gewinnt die Eneco Tour - Ballan siegt in Geraardsbergen
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12.08.2012

Lars Boom gewinnt die Eneco Tour - Ballan siegt in Geraardsbergen

Info: ENECO TOUR
Autor: Felix Griep (Werfel)



Geraardsbergen, 12.08.2012 – Nach zwei Zeitfahren und vier eher unspektakulären Flachetappen wurde die achte Austragung der Eneco Tour mit einem Teilstück abgeschlossen, dessen Profil sich an den Frühjahrsklassikern orientierte. Unter anderem ging es dreimal über die berühmte Mauer von Geraardsbergen, wo sich fünf Kilometer vor dem Ziel auch der Tagessieger Alessandro Ballan (BMC Racing Team) absetzen konnte. Zwar holte Lars Boom (Rabobank) den Ex-Weltmeister ein, doch der Niederländer gab sich mit dem Gesamtsieg zufrieden. Svein Tuft (Orica-GreenEdge) verlor nicht nur Rang eins, sondern wegen einer Zeitstrafe auch noch einen Platz auf dem Podium.

Klassiker-Etappe zum Abschluss
Die 7. Etappe war die längste, schwerste und spannendste der Eneco Tour 2012, somit als „Königsetappe“ ein hervorragender Abschluss für die WorldTour-Rundfahrt. Nach flacher Anfahrt aus Maldegem wurden auf den letzten zwei Dritteln der 214,5 Kilometer rund um Geraardsbergen nicht weniger als 16 Anstiege befahren, darunter dreimal die Muur, welche die Stadt in Ostflandern im Radsport zu großer Bekanntheit verholfen hat. Nachdem die Mauer von Geraardsbergen von der Flandern-Rundfahrt „verstoßen“ wurde, nahm die Eneco Tour den bis zu 20% steilen Kopfsteinpflaster-Berg mit offenen Armen auf und wird ihn auch 2013 und 2014 als zentralen Punkt in seine Streckenführung einbauen. Als die unaufhörliche Kletterei begann, lag eine neunköpfige Spitzengruppe drei Minuten vor dem Feld, sie hatte sich jedoch erst nach über 50 extrem schnellen Kilometern ergeben. Die Belgier waren bei der komplett durch ihr Land führenden Etappe mit Gert Steegmans (Omega Pharma-Quick Step), Maarten Neyens und Tosh Van Der Sande (beide Lotto Belisol Team) dreifach darin vertreten, die Deutschen in Person von Linus Gerdemann (RadioShack-Nissan), Danilo Hondo (Lampre) und Marcus Burghardt (BMC Racing Team) ebenso oft. Verstärkt wurden sie noch durch den Niederländer Wouter Mol (Vacansoleil-DCM), den Spanier Pablo Urtasun Perez (Euskaltel) und den Russen Pavel Brutt (Katusha), der sich eine Zeitlang als virtueller Leader fühlen durfte. Der Vorsprung halbierte sich bei der ersten Passage der Muur knapp hundert Kilometer vor dem Ziel auf 1:30 Minute und stieg danach noch einmal auf gut zwei Minuten an.

Contador attackiert an der Muur
Orica GreenEdge für den Zeitfahrsieger und Gesamtführenden Svein Tuft, sowie Rabobank für den nur vier Sekunden hinter dem Kanadier liegenden Lars Boom, verrichteten die Tempoarbeit im Peloton, welche dann, als sich das Rennen langsam der möglichen Vorentscheidung näherte, Saxo Bank-Tinkoff Bank übernahm. Denn 28 Kilometer vor dem Ziel wurde die Muur van Geraardsbergen erneut erreicht und der Kapitän der dänischen Mannschaft hatte einen Leistungstest geplant. Alberto Contador, gestern im Kampf gegen die Uhr guter Siebter, attackierte und fand sich nach dem Anstieg in einer hochkarätigen Gruppe wieder. Greg Van Avermaet (BMC Racing Team), dessen Teamkollege Burghardt als letzter Verbliebener der Ausreißer, Niki Terpstra (Omega Pharma-Quick Step), Daniel Oss (Liquigas), Heinrich Haussler (Garmin-Sharp) und Jürgen Roelandts (Lotto Belisol) waren dem Angriff des Spaniers gefolgt. Rabobank konnte die nicht ungefährliche Situation unter seine Kontrolle bringen und Contador mitsamt Begleitern rasch zurück ins Feld holen. Bei immer noch etwas mehr als 20 Kilometern sorgte Jan Bakelants (RadioShack-Nissan) dafür, dass keine Ruhe einkehrte. Er blieb aber alleine, ein Konterversuch von Roelandts führte nicht zum Erfolg. Der Solist setzte sich bis zu 35 Sekunden ab und wurde doch wieder eingeholt, als zum dritten und letzten Mal die Muur zu erklimmen war. Das BMC Racing Team, seit dem Fiasko im Mannschaftszeitfahren ohne Hoffnungen in der Gesamtwertung, zeigte große Präsenz und Alessandro Ballan machte sich auf die Jagd nach einem Etappensieg, um die Woche für sein Team zu retten.

Ballan und Boom können beide jubeln
Der Antritt des Italieners zeigte gute Wirkung und Ballan erreichte den Gipfel der Mauer als Erster, musste seinen kleinen Vorsprung nur noch fünf Kilometer weit verteidigen. Nach der Abfahrt wurde der Weltmeister von Varese 2008 von einem Fahrer eingeholt, welcher jedoch kein besserer Partner hätte sein können. Der Niederländer Boom hatte kein besonderes Interesse, Ballan den Etappensieg streitig zu machen, wohl aber daran, mit ihm gemeinsam vor den restlichen Fahrern das Ziel zu erreichen, was für den Rabobank-Fahrer seinerseits den sicheren Gesamtsieg bedeuten sollte. So kam es dann auch und Boom gab auf den ansteigenden finalen 500 Metern in Geraardsbergen nicht mehr alles, da allein schon der mit dem zweiten Etappenplatz verbundene Bonus ausreichte, weil Tufts Leadertrikot nicht unter den Fahrern zu erspähen war, die noch um Platz drei kämpften, der schließlich an Francisco Ventoso (Movistar) ging. Ballan, der bei Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix auf dem Podest stand, gelang sein zweiter Saisonsieg nach dem Giro della Toscana, Boom der dritte Gesamtsieg bei einer größeren Rundfahrt nach Tour de Belgique 2009 und Tour of Britain 2011. Rang zwei und drei belegen am Ende die Omega-Teamkollegen Chavanel (+0:26) und Terpstra (+0:49). Tuft (+1:00) fiel hinter Contador, Luke Durbridge (Orica-GreenEdge) und Jonathan Castroviejo (Movistar) gar auf Position sieben zurück. Ohne eine Zeitstrafe von 20 Sekunden, weil er auf den letzten 20 Kilometern unerlaubt eine Trinkflasche entgegennahm, hätte es zu einer Podiumsplatzierung gereicht.

-> Zum Resultat und allen Endständen

Das nächste WorldTour-Rennen findet bereits am Dienstag statt. An der Clasica San Sebastian nehmen auch einige Starter der Eneco Tour teil, u.a. Chavanel und Conrador.





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