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Verdienter Lohn für den Ausreißer des Jahres: Thomas De Gendt gewinnt 19. Etappe der Vuelta
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08.09.2017

Verdienter Lohn für den Ausreißer des Jahres: Thomas De Gendt gewinnt 19. Etappe der Vuelta

Info: VUELTA A ESPAÑA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Gijón, 08.09.2017 – Als er trotz einer vierstelligen Zahl an Fluchtkilometern nicht kämpferischster Fahrer der Tour de France geworden war, hatte das nicht nur ihn selbst, sondern vor allem viele Fans enttäuscht, die ihn im Zuschauervoting klar vorne gesehen hatten. Doch Thomas De Gendt ließ sich davon nicht entmutigen, attackierte auch bei der Vuelta a España wieder an vielen Tagen und holte sich mit seiner wahrscheinlich letzten Chance auf der 19. Etappe einen Sieg, den man wohl auch aus neutraler Sicht mit dem Prädikat „verdient“ versehen kann. Der 30-jährige Belgier, der nach Etappensiegen bei Giro 2012 und Tour 2016 nun seine Grand Tour-Sammlung komplettiert hat, gewann den Sprint einer am Ende neunköpfigen Spitzengruppe, während die Favoriten einmal mehr von Alberto Contador herausgefordert wurden. Für Lotto Soudal war es der zweite Etappensieg in Folge und der vierte insgesamt bei dieser Vuelta.


Das Profil der 19. Vuelta-Etappe

27 Ausreißer mit einer Viertelstunde Vorsprung
Mit Blick auf die Angliru-Ankunft am nächsten Tag wollten es die Anwärter auf den Gesamtsieg und die Podiumsplätze der Vuelta a España auf der 19. Etappe etwas ruhiger angehen lassen und ließen schon vor dem frühen Anstieg der 1. Kategorie auf den Alto de la Colladona (7,0 km à 6,8%) zwei Gruppen davonziehen. Es gab 19 Spitzenreiter mit vielen der „üblichen Verdächtigen“ wie dem Träger des Bergtrikots Davide Villella (Cannondale Drapac) und dem Träger des Grünen Matteo Trentin (Quick-Step Floors) und 9 Verfolger, die am Anstieg mit Christopher Juul-Jensen (Orica-Scott) einen Mann verloren. An der Bergwertung lagen die Verfolger noch gut zwei Minuten zurück, doch nach der Abfahrt schlossen sie 90 Kilometer vor dem Ziel der insgesamt nur 149,7 Kilometer langen Etappe – gerade pünktlich zum Beginn der nächsten Steigung – zur Spitze auf. Besonders für LottoNL-Jumbo hatte sich der Zusammenschluss gelohnt, die niederländische Mannschaft hatte dadurch nämlich neben Floris De Tier und Juan José Lobato mit Antwan Tolhoek und Koen Bouwman noch zwei weitere Fahrer nach vorne gebracht. Das Hauptfeld lag zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Minuten zurück, was es sich erlauben konnte, weil der beste Ausreißer Nicolas Roche (BMC Racing) in der Gesamtwertung 27 Minuten Rückstand aufwies.


Villella kann sich das Bergtrikot noch nicht endgültig sichern
Am Alto de Sto. Emiliano (6,8 km à 4,5%), dem ersten von noch drei Anstiegen der 3. Kategorie, setzte sich Villella ab und fuhr eine Minute Vorsprung heraus, ließ sich anschließend aber wieder einholen. Diese drei Punkte und die zehn vom ersten Berg sollten seine einzigen an diesem Tag bleiben, womit ihm der Gewinn des Bergtrikots noch nicht zu einhundert Prozent sicher ist; sein einziger verbliebener Konkurrent Miguel Angel Lopez (Astana) hat jetzt 20 Punkte Rückstand – maximal 35 gibt es noch zu holen. Am nächsten Anstieg, dem Alto de la Falla de los Lobos (4,3 km à 8,2%) trat Thomas De Gendt (Lotto Soudal) erstmals groß in Erscheinung. Zwar hatten vor ihm schon andere Fahrer für ein einen Anstieg des Tempos gesorgt, doch der Einsatz des Belgiers ließ die große Spitzengruppe endgültig auseinander brechen. De Gendt, Roche, Tolhoek und De Tier, Bob Jungels (Quick-Step Floors), Romain Bardet (AG2R La Mondiale), Rui Costa (UAE Team Emirates) und Daniel Navarro (Cofidis) erreichten die Bergwertung (65,1 km vor dem Ziel) zu acht, allerdings nur mit wenig Vorsprung auf die restlichen Fahrer. So kamen auf den nächsten zwanzig Kilometern immer wieder Fahrer zurück, bis erneut 21 von 27 Ausreißern beisammen waren.

Im Sprint von neun Fahrern setzt sich De Gendt souverän durch
Kurz nachdem sich Trentin 37,5 Kilometer vor dem Ziel am Zwischensprint vier Punkte gesichert hatte, griff mit Ivan Garcia (Bahrain Merida) der drittjüngste Starter dieser Spanien-Rundfahrt an, der rasch eine Minute Vorsprung herausfuhr, diesen aber am Alto San Martín de Güerces (4,5 km à 7,2%) nicht mehr verteidigen konnte. An der Bergwertung dieses letzten Anstiegs (15,2 km vor dem Ziel) fing ihn Bardet ein, während Roche und Costa noch ein paar Kilometer von der Abfahrt benötigten, um diese beiden einzuholen. Knapp drei Kilometer vor Schluss konnten dann De Gendt, De Tier, Jungels, Navarro und Jarlinson Pantano (Trek-Segafredo) zu dem Quartett aufschließen. Nachdem Roche noch einen letzten vergeblichen Versuch unternahm, die Gegner mit einem Angriff abzuschütteln, kam es zum Sprint von neun der 27 Ausreißer: Der junge Garcia ließ die Spanier mit einem starken Antritt kurzzeitig vom ersten Heimerfolg bei dieser Vuelta träumen, doch er war einen Tick zu früh angegangen und wurde am Ende nur Dritter. Souveräner Sieger wurde De Gendt, der Pantano klar auf Platz zwei verwies. Ab Position vier lautete die Reihenfolge Costa, De Tier, Jungels, Bardet, Roche und Navarro. Die nächste Gruppe um den Deutschen Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe) erreichte das Ziel erst 45 Sekunden später.

Contador zieht wieder eine große Show ab – jedoch ohne Erfolg
Am Alto San Martín de Güerces, dem letzten Anstieg der Etappe, hatte sich auch im bis dahin harmonisch dahin rollenden Hauptfeld noch etwas getan. Alberto Contador ließ sich von seinem Teamkollegen Koen De Kort bei einem Angriff assistieren und fuhr anschließend bis zur Bergwertung alleine 45 Sekunden Vorsprung heraus. Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) hatte versucht, diesem Angriff zu folgen, kam aber nie an Contador heran und wurde genau an der Bergwertung eingeholt. Aber auch der Fünfte der Gesamtwertung konnte seinen Vorsprung nicht bis ins Ziel behaupten, auch wenn ihn in der Abfahrt sein Ausreißer-Teamkollege Edward Theuns unterstützte, der auf den Kapitän gewartet hatte. Sunweb unterstützte das Team Sky bei der Nachführarbeit, weil Contador ein Konkurrent für Wilco Keldermans Kampf um den dritten Gesamtrang ist. Contador und Theuns wurden schließlich 2300 Meter vor dem Ziel eingeholt und die Gesamtwertung blieb zumindest auf den ersten 14 Positionen komplett unverändert. Ausreißer Roche, der 12:15 Minuten auf das Hauptfeld gutmachte, verbesserte sich von Rang 17 auf 15. Trentin konnte im Ziel als 14. nur noch zwei Zähler mitnehmen, so dass er in der Punktewertung weiterhin hinter dem Gesamtführenden Chris Froome (Sky) bleibt, auf den er noch zehn Punkte Rückstand hat.

-> Zum Resultat

Die Entscheidung um die Endplatzierungen in der Gesamtwertung fällt am Samstag auf der 117,5 Kilometer kurzen 20. Etappe an den letzten drei großen Bergen dieser Vuelta. Nachdem 38 und 21 Kilometer vor dem Ziel Alto de la Cobertoria (8,1 km à 8,6%) und Alto del Cordal (5,7 km à 8,6%) überquert wurden, wartet zum Anschluss noch der Alto de L'Angliru (12,5 km à 9,8%).

Video der Zielankunft






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