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Toon Aerts brilliert beim Koppenbergcross, Van der Poel erstmals nicht konkurrenzfähig
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01.11.2018

Toon Aerts brilliert beim Koppenbergcross, Van der Poel erstmals nicht konkurrenzfähig

Info: Radcross: DVV verzekeringen trofee - Koppenbergcross Oudenaarde 2018 | Ranglisten DVV verzekeringen trofee 2018/19
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Oudenaarde, 01.11.2018 - Allerheiligen ist Koppenbergcross-Tag. Schon seit 1999 findet das Querfeldein-Rennen am berühmten kopfsteingepflasterten Koppenberg stets am 1. November statt. In diesem Jahr konnte sich ein neuer Sieger in die Palmarès eintragen: der seit Kurzem 25-jährige Belgier Toon Aerts, der mit zwei Weltcup-Erfolgen bereits fulminant in die Saison gestartet war. Hingegen erlebte Mathieu van der Poel, mit bislang sechs Saisonsiegen klar bester Europäer, einen rabenschwarzen Tag.


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Vorjahressieger diesmal nicht ganz fit
Der Koppenbergcross in Oudenaarde, eines der prestigeträchtigsten Rennen der Saison, gehört nicht zu Mathieu van der Poels (Corendon-Circus) Lieblingsevents. Daran hat sich auch durch seinen Sieg im letzten Jahr offenbar nichts geändert. Bei kühleren Temperaturen als zuletzt und auf einem erstaunlich trockenen Untergrund kam der europäische und niederländische Meister erst einmal nicht so gut ins Rollen wie etwa Weltmeister Wout van Aert, Quinten Hermans und Toon Aerts (beide Telenet Fidea Lions). Auch Daan Soete (Pauwels Sauzen-Vastgoedservice) zeigte sich nach einer überstandenen Erkältung zunächst wieder an der Spitze des Rennens.

Thema Titelverteidigung hat sich erledigt
Van der Poel machte zwar Positionen gut und hängte sich ans Ende der Führungsgruppe, zu der neben den schon genannten Fahrern auch Eli Iserbyt (Marlux-Bingoal) und Teamkollege Michael Vanthourenhout gehörten. Doch als er auf der zweiten Runde an einer Bodenwelle hängenblieb, begannen die Probleme. Auf der kopfsteingepflasterten, steilen Zielgerade war er nicht in der Lage, die Tempoverschärfung von Van Aert, Aerts und Vanthourenhout mitzugehen. Zwischenzeitlich bildete Van der Poel eine Verfolgergruppe mit Iserbyt und Hermans, dann aber reichten seine Kräfte selbst dafür nicht mehr aus. Er fuhr das Rennen zwar gewissermaßen als Training für die EM am Sonntag zu Ende, aber mit Platz 21 und über 4 Minuten Rückstand im Ziel hat er schon jetzt keine Chancen mehr auf die Titelverteidigung in der DVV verzekeringen trofee, deren Auftakt der Koppenbergcross darstellte.

Spannendstes Rennen der Saison
Van der Poels "Off-Day" führte dazu, dass sich das spannendste Rennen der bisherigen Saison entwickeln konnte. Zwar waren die Top3-Plätze nach 3 Runden praktisch schon vergeben, weil das Trio Van Aert-Aerts-Vanthourenhout 20 Sekunden Vorsprung hatte und der Weltmeister unerbittlich auf die Tube drückte. Aber es gelang ihm einfach nicht, seine beiden Landsleute abzuschütteln. Als Toon Aerts, Zweiter in Oudenaarde voriges Jahr, dann auch mal Tempo machte, fiel Vanthourenhout etwas zurück, er kämpfte sich aber wieder heran. Bei der vorletzten "Gipfelpassage" schwächelte der Vizeweltmeister erneut, doch auch Van Aert musste in den roten Bereich gehen, um Aerts' Hinterrad zu halten. Überhaupt machte der Mann im Regenbogentrikot den schwächsten Eindruck von den dreien. Vanthourenhout holte Aerts wieder ein, Van Aert blieb in Schlagdistanz. Den Bergaufsprint auf dem Pavé gewann Aerts dann mit elf Sekunden Vorsprung, Vanthourenhout hielt Van Aert in Schach und wurde Zweiter, der dreifache Koppenbergcross-Gewinner (2014-2016) mit 14 Sekunden Rückstand Dritter. In derselben Reihenfolge führen diese drei auch die DVV trofee an, wobei noch die Bonussekunden vom Zwischensprint (im Ziel gibt es keine mehr) hinzukommen. Deswegen ist Van Aert Gesamtzweiter mit 19 Sekunden Rückstand.

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Van de Steene trotz Sturz unaufhaltsam
Während Weltmeisterin Sanne Cant (Corendon-Circus), die am Sonntag ebenfalls ihren Titel als Europameisterin verteidigen muss, nicht so recht in die Saison findet, freuen sich die Belgier über neue Hoffnungsträgerin, auch wenn sie bereits 32 Jahre alt ist: Kim van de Steene (Tarteletto-Isorex), die schon so fulminant das Superprestige-Rennen in Boom gewonnen hatte, trat in Oudenaarde ebenso überzeugend auf. Sie übernahm vom Start weg die Spitze und machte einen zwischenzeitlichen Rückstand, den sie sich durch einen Sturz in einer Kurve einhandelte, im Nu wieder wett. Zu Beginn der dritten von sechs Runden schloss sie die Lücke zu Annemarie Worst und Alice Maria Arzuffi (beide Steylaerts-777), welche sich deutlich abgesetzt hatten. Die nächste Gruppe mit u. a. Ellen van Loy (Telenet Fidea Lions), Geerte Hoeke (Creafin TÜV Süd) und Sanne Cant lag da bereits 22 Sekunden zurück.

Arzuffi stärker als Teamkollegin Worst
Nach einigen Augenblicken zum Ausruhen zog Van de Steene erneut das Tempo an, woraufhin Arzuffi abreißen ließ. Die Belgierin konnte anschließend auch Worst abschütteln und entfernte sich von den beiden Teamkolleginnen, welche sich wieder zu einem Verfolgerduo zusammenschlossen. Am Ende eines mit 47 Minuten ungewöhnlich langen Frauenrennens (normal sind 40 Minuten) blickte sich Van de Steene beim Zieleinlauf ein erstes und letztes Mal um - aber die Konkurrentinnen stellten keine Gefahr mehr dar. Die junge Italienerin, die dann doch mehr Körner übrig hatte als ihre niederländische Kameradin, wurde 21 Sekunden zurück Zweite, Worst finishte mit 27 Sekunden Rückstand. Im Gesamtklassement - das übrigens bei den Frauen nicht mehr Ijsboerke Ladies Trophy, sondern nach dem neuen Sponsor "Sack Zelfbouw Ladies Trophy" heißt - liegt Van de Steene inklusive Zeitboni 11 Sekunden vorne.

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