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Menchov siegt auf dem Mont Ventoux - Leipheimer in Gelb
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08.06.2006

Menchov siegt auf dem Mont Ventoux - Leipheimer in Gelb

Info: Critérium du Dauphiné Libéré

Denis Menchov hat die vierte Etappe der Dauphiné Libéré über 186 km von Tain-l'Hermitage mit der Bergankunft auf dem gefürchteten Mont Ventoux gewonnen. Der Russe vom holländischen Team Rabobank triumphierte auf der mit 1.912 Metern höchsten Erhebung in der Provence hauchdünn vor dem zeitgleichen Franzosen Christophe Moreau (Ag2r) und dem US-Amerikaner Levy Leipheimer (Gerolsteiner/+0:15).

Mit seinem dritten Platz übernahm Leipheimer zugleich das Gelbe Trikot des Führenden in der Gesamtwertung vom jungen Belgier Philippe Gilbert. Der Profi aus dem Team Fdjeux.com erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 5:43 Minuten auf Menchov, der nach 2002 bereits zum zweiten Mal am Mont Ventoux siegte.

Das Rennen seines Lebens lieferte auch T-Mobile-Profi Bernhard Kohl. Der 23 Jahre alte Österreicher belegte hinter Jose Azevedo (Portugal/Discovery Channel) und Sylvain Chavanel (Frankreich/Cofidis) den sechsten Platz und wies dabei einen Rückstand von weniger als einer Minute auf Menchov auf. Im Gesamtklassement rangiert Kohl nun auf dem achten Platz (+2:25).

Ebenfalls gut unterwegs war auf dem fünften Teilstück des 14. ProTour-Rennens der Saison Kohls Teamgefährte Oscar Sevilla als Elfter (+2:10). In der Gesamtwertung ist der Spanier vor den schweren Alpen-Etappen nun auf Platz 15 notiert (+4:25).

Landis bricht völlig ein
Während George Hincapie (Discovery Channel) und Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne-Illes Balears) Seite an Seite mit 3:12 Minuten im Gepäck ins Ziel rollten, brach Floyd Lands völlig ein. Der US-Amerikaner in Diensten des Schweizer Phonak-Rennstalls verlor am Ende neuneinhalb Minuten.

"Das war sensationell. Bernhard hat wohl seine beste Leistung in Magenta gezeigt und auf dieser knüppelharten Etappe Stars wie Hincapie, Valverde oder Landis klar distanziert", sagte der Sportliche Leiter Frans van Looy.

"Bernhard hat schon bei der Österreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr sein Potenzial angedeutet, aber das heute war angesichts der Topleute, die hier am Start stehen absolute Klasse", schilderte der Belgier seine Eindrücke.

Sommerwetter und leichter Wind
Bereits wenige Minuten nach dem Start konnten sich bei herrlichem Sommerwetter und leichtem Wind neun Fahrer um Gerolsteiner-Profi Ronny Scholz und den Franzosen Thomas Voeckler (Bouygues Telecom) vom Feld absetzen. Kontinuierlich gelang es den neun Spitzenfahrern, ihren Vorsprung auf bis zu sechs Minuten auszubauen.

Doch im Peloton wurde es nun langsam ernst. Vor allem die Profis des Schweizer Phonak-Teams drückten aufs Tempo für den Zweitplatzierten Floyd Landis. Der US-Amerikaner konnte in diesem Jahr bereits drei Rundfahrten für sich entscheiden.

In Bedain wurde es dann ernst. Mit lediglich noch 3:07 Minuten Vorsprung flogen die neun Ausreißer in den 21 Kilometer langen Anstieg auf den kahlen und einer Mondlandschaft ähnlichen Gipfel des Mont Ventoux.

Ausreißer müssen Anstrengungen Tribut zollen
Immer mehr Fahrer mussten den Anstrengungen bei einer durchschnittlichen Steigung von 7,6 Prozent Tribut zollen. Als erster konnte der italienische Sprinter Danilo Napolitano (Lampre) dem Tempo seiner Kollegen nicht mehr folgen.

Nicht umsonst hat sich der "windige Berg" auch zu einem der legendärsten Gipfel der Tour de France entwickelt und gehört mit dem Col du Galibier, dem Col du Tourmalet und L'Alpe d'Huez zu den „heiligen Bergen“ der Frankreich-Rundfahrt.

14 Kilometer vor dem Ziel nahm T-Mobile-Profi Oscar Sevilla sein Herz in beide Hände. Schnell war der Spanier zu Voeckler aufgefahren, der sich verzweifelt versuchte, ans Hinterrad des 30-Jährigen zu heften. Unterdessen stemmte sich an der Spitze Cedric Vasseur (Quick Step) alleine gegen den Berg. Doch auch der Franzose musste Sevilla alsbald passieren lassen.

Sevilla fällt wieder zurück
Die Gruppe der Favoriten schmolz nun schnell: Fahrer fielen zurück, ehemalige Ausreißer wurden eingeholt, neue Attacken gestartet. Auch Sevilla blieb an der Spitze nicht lange alleine. Als erster schloss der Portugiese Jose Azevedo vom US-Rennstall Discovery Channel zu dem Spanier auf - und startete sogleich durch.

Doch auch Azevedo sollte seinen Vorsrung nicht über den Zielstrich bringen. Auf den letzten 4.000 Metern nahmen Levy Leipheimer, Christophe Moreau und Denis Menchov den Discovery-Mann ins Visier. Menchov hatte 2002 bereits auf dem "kahlen Riesen" triumphiert. Und auch diesmal sollte er im Finale die größten Kraftreserven haben.

Dahinter lieferte Bernhard Kohl an der Seite des Franzosen Sylvain Chavanel in der Verfolgung des Spitzenquartetts das Rennen seines Lebens. Am Ende belegte der Österreicher den sechsten Platz und war damit bester T-Mobile-Profi.

Scharfrichter Col d'Izoard
Die fünfte Etappe am Freitag beschert dem auf 91 Fahrer reduzierten Peloton auf dem Weg von Sisteron nach Briançon den Anstieg zum Col d'Izoard (2.361 m). Nur wenige Berge sind öfter von der Tour de France passiert worden als der Col d'Izoard. Und auch in diesem Jahr hat die "Große Schleife" den 14,2 km langen Anstieg mit seinen durchschnittlich 6,9 Prozent Steigung wieder im Programm.

Mit entsprechend großem Respekt begegnen die Mannschaften dem Streckenabschnitt. "Der Col d'Izoard wird morgen zum Scharfrichter werden", ist van Looy überzeugt und hofft, dass Sevilla und Kohl " ihre Stärken in den Bergen" erneut werden ausspielen können.

Dann sind auch die Magenta-Profis Daniele Nardello, Eddy Mazzoleni (beide Italien), Jörg Ludewig, Scott Davis (Australien) und Bas Giling (Niederlande) wieder am Start. Das Quintett hatte wie mehr als 60 andere Fahrer das Ziel außerhalb des Zeitlimits erreicht. Die Jury verzichtete nach eingehender Beratung jedoch auf einen Ausschluss der "Nachzügler". (dw/TMO)

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Stark: Bernhard Kohl am Mont Ventoux. (<i>Foto: t-mobile-team.com</i>)


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