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Hinter Chavanel nur noch Chaos – Franzose nach 2. Etappe der Tour de France in Gelb, wieder viele Stürze
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05.07.2010

Hinter Chavanel nur noch Chaos – Franzose nach 2. Etappe der Tour de France in Gelb, wieder viele Stürze

Info: TOUR DE FRANCE 2010
Vorschau: Kampf ums Bergtrikot beginnt in den Ardennen
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)




Spa, 05.07.2010 - Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich erlitt Sylvain Chavanel (Quick Step) in Folge eines schweren Unfalls einen Schädelbruch. Nach zweieinhalb Monaten kam der Franzose in die Ardennen zurück, gewinnt die 2. Etappe der Tour de France und schlüpft ins Gelbe Trikot. Chavanel blieb als Einziger aus einer frühen Spitzengruppe übrig und gewann fast vier Minuten vor dem Hauptfeld, das - teils aus Protest gegen die Streckenführung, teils aus Solidarität für zahlreiche gestürzte Fahrer - nicht mehr um Platz zwei sprintete, was die Tour weiter ins Chaos stürzt.


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Ein Traum für Quick Step: Chavanel und Pineau brillieren beim Heimspiel
Die zweite Etappe führte von Brüssel nach Spa komplett durch Belgien und wurde zu einem perfekten Tag für das heimische Team Quick Step. Mit den beiden Franzosen Jérôme Pineau und Sylvain Chavanel schickte die Mannschaft zwei ihrer stärksten Fahrer in eine achtköpfige Ausreißergruppe, in der auch Marcus Burghardt (BMC Racing Team), der zweifache Etappensieger der Tour de Suisse, dabei war. Die ersten vier der sechs Bergwertungen in der zweiten Hälfte der Etappe entschied Pineau für sich und ist damit erster Träger des Gepunkteten Trikots. Mit 13 Punkten führt er fünf Zähler vor seinem Teamkollegen Chavanel, der an den letzten beiden Anstiegen vorne war. Er setzte sich, als das Feld wieder bedrohlich nahe kam, mit Jurgen Roelandts (Omega Pharma-Lotto) rund 35 Kilometer vor Schluss am Col de Stockeu aus der Gruppe ab und hängte später auch diesen noch ab. In Spa feierte der vor fünf Tagen 31 Jahre alt gewordene Chavanel seinen zweiten Tour-Etappensieg nach Montluçon 2008 und ein fulminantes Comeback nach seinem Schädelbruch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Zudem hatte er so viel Vorsprung herausgeholt, dass er als erster Franzose seit zwei Jahren das Gelbe Trikot eroberte. Wozu neben einer starken eigenen Leistung aber auch dramatische Geschehnisse hinter Chavanel beitrugen.


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Stürze zerreißen Feld, am Ende kein Kampf mehr um Platz zwei
In der Abfahrt der Côte de Stockeu stürzte auf durch zwischenzeitlichen Regen nasser Straße Francesco Gavazzi (Lampre), der vorher auch zur Spitzengruppe gehört hatte. Sein Unglück führte zu Stürzen zahlreicher weiterer Fahrer, darunter die Schleck-Brüder (Saxo Bank), und zerlegte das Hauptfeld in viele Teile. Es dauerte lange, bis sich gut 120 Fahrer wieder zusammenfanden, zwischen denen auf einmal Minutenabstände geherrscht hatten. Verantwortlich dafür war auch das gedrosselte Tempo der ersten Gruppe um Gelb-Träger Fabian Cancellara (Saxo Bank), der damit zum Wohle seiner luxemburgischen Teamkollegen die Verteidigung seiner Gesamtführung aufgab. Niemand wollte Profit aus den chaotischen Umständen ziehen, was natürlich Chavanel zugutekam. Der hatte im Ziel fast vier Minuten Vorsprung auf das Peloton und damit klar Platz eins im Gesamtklassement übernommen. Um Platz zwei wurde nicht mehr gesprintet, das Feld rollte unter dem Kommando Cancellaras kampflos ins Ziel. Nur Maxime Bouet (Ag2r) scherte noch etwas aus, wurde so Tageszweiter. Nach einem Jury-Entscheid wurde die Etappe für die Punktewertung ab Platz zwei neutralisiert, so dass im Ziel nur Chavanel punktete und auch hier die Führung übernahm. Alessandro Petacchi (Lampre) wird als Stellvertreter weiter in Grün fahren.

Kritik an gefährlicher Streckenführung
Der Beginn der Tour de France ist immer sehr hektisch, die Fahrer voller Tatendrang und Erfolgshunger, die Rennen daher sehr nervös. Gemixt mit gefährlichen Strecken, wie viele Fahrer anprangern, führe dies automatisch zu rennentscheidenden Sturzszenarien wie gestern und heute. Die engen Straßen über die Ardennen-Steigungen und die nasse Abfahrt vom Col de Stockeu machten das Rennen gefährlich. Morgen wird es auch nicht besser, wenn auf dem ebenfalls oft kritisierten Kopfsteinpflaster weiter Dramen drohen. Die Tour de France tritt wahrlich in die Fußstapfen des Giro d'Italia, bei dem es auf den ersten Etappen ähnlich chaotisch zuging.

-> Zum Resultat

Die 3. Etappe führt die Tour nicht nur zurück nach Frankreich, sondern auch zum ersten Mal seit 2004 wieder über Kopfsteinpflaster. Insgesamt gibt es 13,15 Kilometer Pavé, der letzte Sektor in Haveluy (2300 Meter) beginnt zehn Kilometer vor dem Ziel in Arenberg.





Sylvain Chavanel gewinnt die 2. Etappe der Tour de France (Foto: www.letour.fr)
Sylvain Chavanel gewinnt die 2. Etappe der Tour de France (Foto: www.letour.fr)



Leser-Kommentare
Feld mit Nichtangriffspakt auf 2. Touretappe - eure Meinung
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