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Katusha übertrumpft Contador und Aru: Giampaolo Caruso gewinnt Milano-Torino
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02.10.2014

Katusha übertrumpft Contador und Aru: Giampaolo Caruso gewinnt Milano-Torino

Info: Milano-Torino 2014 (1.HC)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Turin, 01.10.2014 – Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) und Fabio Aru (Astana) waren die größten Stars bei der 95. Austragung des italienischen Klassikers Milano-Torino. Der Vuelta-Sieger und -Fünfte zeigten an der Basilica di Superga, dass sich ihre Form seit der Spanien-Rundfahrt kaum verschlechtert hat, wurden letztlich aber von einer starken Katusha-Mannschaft geschlagen, welche die Plätze eins, drei, fünf und sieben belegte. Giampaolo Caruso erlebte nach fünf Jahren wieder einmal das Gefühl eines Sieges.

Finale mit zwei schweren Anstiegen
Milano-Torino war 193,5 Kilometer, der Weg von Mailand und Turin aber eigentlich nur 170 Kilometer lang. Nach diesem komplett flachen Auftakt ging es im Zielort auf einen kleinen Rundkurs, wo zweimal eine Steigung zur Wallfahrtskirche Basilica di Superga zu bezwingen war. Gleich zu Beginn des ersten Anstiegs endete eine Flucht des Franzose Jérôme Pineau (IAM Cycling) mit den Italienern Lorenzo Rota (MG KVis Wilier), Nicola Dal Santo (Nankang-Fondriest) und Gianluca Leonardi (Area Zero). Neue Angriffe ließen nicht lange auf sich warten, doch ein Quartett aus Dario Cataldo (Sky), Diego Rosa (Androni Giocattoli), Julian Arredondo (Trek Factory Racing) und Alberto Losada (Katusha) erhielt keine Freigabe für einen Ausreißversuch vom dominanten Tinkoff-Saxo-Team um den Sieger von 2012, Alberto Contador. Rosa schaffte es dennoch, sich alleine abzusetzen und mit knapp 20 Sekunden Vorsprung in die Abfahrt zu starten, wo Fabrice Jeandesboz (Europcar), Fränk Schleck (Trek Factory Racing) und erneut Losada ohne Erfolg eine Konterattacke fuhren. Erst als diese drei wieder zurückfielen, konnte Fabio Felline (Trek Factory Racing) mit einem Angriff zu Rosa aufschließen. Als dann der Schlussanstieg – 4,8 Kilometer lang mit mittlerer Steigung von rund zehn Prozent – erreicht wurde, konnten sich die beiden nicht mehr lange an der Spitze halten.

Contador und Aru attackieren mehrmals
Während Tinkoff-Saxo bestrebt war, die Konkurrenz in Schach zu halten und vor allem der Schweizer Oliver Zaugg sich als wertvoller Helfer für Contador erwies, durfte der vermeintlich weniger gefährliche Sergei Chernetski etwas Vorsprung herausfahren. Dabei war der Russe nur der erste Teil eines Planes vom Team Katusha, welcher perfekt aufgehen sollte. Auch Romain Sicard (Europcar), Janier Acevedo (Garmin-Sharp) und noch einmal Arredondo wollten ausreißen, ihr Vorstoß wurde aber durch Zaugg in Zusammenarbeit mit Hubert Dupont und Alexis Vuillermoz (beide AG2R La Mondiale) vereitelt. Drei Kilometer vor dem Ziel trat erstmals Fabio Aru (Astana) in Erscheinung, seine Tempoverschärfung war jedoch nicht stark genug, um Contador in Verlegenheit zu bringen. Als sich die Situation zwischen den beiden Topfavoriten wieder entspannte, nutzte Rinaldo Nocentini (AG2R La Mondiale) die Gelegenheit für einen Angriff, welchem Katusha-Fahrer Giampaolo Caruso folgte. Dessen Teamkollegen Chernetski holten sie kurz darauf ein und verloren ihn erst an der Flamme Rouge, wo sie 15 Sekunden Vorsprung aufwiesen. Schleck und André Cardoso (Garmin-Sharp) hatten versucht, noch nach vorne zu springen, kamen aber nicht von der kleiner werdenden Verfolgergruppe weg, weil dort Contador und Aru im Wechsel attackierten, den jeweils anderen aber nie distanzieren konnten.

Caruso bezwingt Nocentini im Endspurt
Einen Kilometer vor dem Ziel forcierte Aru wieder, ohne Contador abhängen zu können. Jetzt waren aber nur noch zwei andere Gegner bei ihnen: Joaquin Rodriguez und Daniel Moreno – zwei weitere Katusha-Fahrer, die hätten angreifen können, wären Caruso und Nocentini noch eingeholt worden, wozu es allerdings nicht mehr kam. Die beiden Italiener, mit 34 und 37 Jahren schon im Herbst ihrer Karrieren, hatten seit langem keine Siege mehr gefeiert. Caruso gewann zuletzt 2009 die Brixia Tour, Nocentini 2010 die Mittelmeer-Rundfahrt und eine Etappe der Tour du Haut Var. Über das Ende der langen Wartezeit auf einen Erfolg durfte sich Caruso freuen, der den Endspurt am Berg deutlich gewann und Nocentini um drei Sekunden schlug. Carusos Teamkollegen sorgten über den Sieg hinaus für ein beeindruckendes Manschaftsergebnis: Moreno (+0:09) wurde Dritter, Rodriguez (+0:14) Fünfter und Chernetski (+0:19) Siebter. Die favorisierten Aru (+0:13) und Contador (+0:17) schafften es nur auf die Plätze vier und sechs.

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Das so starke Katusha-Quartett nutzte Milan-Torino genau wie Nocentini, Aru und Contador als Vorbereitung auf die Lombardei-Rundfahrt, welche am Sonntag ausgetragen wird.





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