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Zdenek Stybar schenkt Etixx-Quick Step einen weiteren Sieg auf den Strade Bianche
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07.03.2015

Zdenek Stybar schenkt Etixx-Quick Step einen weiteren Sieg auf den Strade Bianche

Info: Strade Bianche 2015 (1.HC)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Siena, 07.03.2015 - Schon wieder hat sich ein Fahrer der Mannschaft Etixx-Quick Step - die im letzten Jahr bekanntlich noch Omega Pharma-Quick Step hieß - den Sieg auf den Strade Bianche (1.HC) gesichert. Nachfolger seines diesmal abwesenden Teamkollegen Michael Kwiatkowski wurde der ehemalige Radcross-Weltmeister Zdenek Stybar, der somit zum zweiten Mal in seiner Straßenrad-Karriere ein prestigeträchtiges Eintagesrennen für sich entscheidet. Der 29-jährige Tscheche konterte auf den letzten 800 Metern einen Angriff von Greg van Avermaet (BMC Racing) und schaffte es vor dem Belgier über die Ziellinie. Dritter nach genau 200 Kilometern, von denen 45 auf den unasphaltierten, "weißen" Straßen zu absolvieren waren, wurde wie 2014 Alejandro Valverde (Movistar).

Fluchtgruppe mit Pirazzi und Arredondo
Gegenüber dem vergangenen Jahr war das Rennen eine Kategorie hochgestuft worden (1.HC statt 1.1), die Streckenführung aber unverändert geblieben und ebenso wie damals regnete es auch heute nicht. Die schon frühlingshaft anmutende Landschaft der Toskana war in Sonnenlicht getaucht; allerdings fegte ein gnadenlos starker Wind über die befestigten und über die unbefestigten Straßen, sodass der legendäre Staub vielleicht noch mehr aufwirbelte, als es ohnehin der Fall gewesen wäre. Schon kurz nach dem Start kam es zur Bildung einer achtköpfigen Fluchtgruppe, in der sich gleich zwei Gewinner der Giro d'Italia-Bergwertung befanden, nämlich Stefano Pirazzi (Bardiani) und Julian Arredondo (Trek). Ihnen zur Seite fuhren die Italiener Giacomo Berlato, Simone Colli (beide Nippo), Giuseppe Fonzi (Southeast) sowie der Russe Artem Ovechkin (RusVelo) und der Weißrusse Ilia Koshevoy (Lampre). Ihr Vorsprung stieg auf über 7 Minuten, bevor namentlich Movistar an dessen Verkleinerung zu arbeiten begann.

Am Monte Sante Marie reißt das Feld auseinander
Und so verwunderte es nicht, dass Alejandro Valverde, der Drittplatzierte des Vorjahres, am siebten von zehn Naturstraßen-Sektoren seine Ambitionen anmeldete. Dass der Monte Sante Marie, mit 11,5 Kilometern der längste und mit fünf Sternen der schwierigste aller Abschnitte, zu einer Vorentscheidung führen würde, war allgemein angenommen wurden. Tatsächlich lagen am Beginn dieses Sektors nur noch Colli und Ovechkin vorne - Pirazzi war durch einen Sturz vorzeitig zurückgefallen -, doch auch um diese beiden war es geschehen, als es im Peloton zur Sache ging. Valverdes Tempoverschärfung sorgte dafür, dass sich augenblicklich die Spreu vom Weizen trennte. Eine neue Spitzengruppe ging aus dem Monte Sante Marie hervor, in der sich neben Valverde auch der zweimalige Zweitplatzierte Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) und Zdenek Stybar (Etixx) befanden und die sich die kurze Zeit später mit weiteren Klassikerjägern wie Greg van Avermaet (BMC Racing), Fabian Cancellara (Trek) und Sep Vanmarcke (LottoNL-Jumbo) auffüllte. Van Avermaet hatte noch Teamkollege Daniel Oss dabei; außerdem fuhr Diego Rosa (Astana) vorne mit, quasi als Stellvertreter für Kapitän Vincenzo Nibali, welcher im Peloton steckengeblieben war. Obwohl dieses dank einer Kraftanstrengung von Orica-GreenEdge noch einmal bis auf 38 Sekunden herankam, spielte es im weiteren Verlauf doch keine Rolle mehr.

Van Avermaet hängt nur Vanmarcke ab
26 Kilometer vor dem Ziel zog BMC die Teamkarte und ließ Daniel Oss angreifen. Zwar fuhr Vanmarcke die Lücke nach einiger Zeit wieder zu, das Ganze führte aber dazu, dass zunächst Peter Sagan abgehängt wurde - den man daraufhin nie wieder sah - und später auch Oss die Körner ausgingen. Zusammen mit Fabian Cancellara und Diego Rosa bildete er nun die erste Verfolgergruppe; vorne befanden sich nur noch Stybar, Valverde, Vanmarcke und Van Avermaet. 14 Kilometer vor dem Ziel überraschte dieser seine Begleiter und nahm als Solist den letzten unasphaltierten Abschnitt, nämlich Le Tolfe mit 1,1 Kilometern Länge und kolossalen 18% Steigung, in Angriff. Stybar kam, mit Valverde im Schlepptau, aber wieder heran; lediglich Vanmarcke blieb beim Angriff seines belgischen Landsmanns auf der Strecke und befand sich von nun an zwischen den beiden Trios. Die drei Männer an der Spitze arbeiteten gut zusammen, musste nur noch einmal eine Schrecksekunde überstehen, als sie in Siena fast eine Abzweigung verpassten. An der Flamme Rouge war immer noch nicht klar, wer die 9. Austragung des früher "Eroica" genannten Rennen für sich entscheiden würde.

Cancellara fällt noch weit zurück
Nun kam man an die 16-17% steile Rampe, an der sich Peter Sagan 2014 Michael Kwiatkowski endgültig hatte beugen müssen. Diesmal blieb eine Vorentscheidung zunächst aus, dann aber griff Van Avermaet aus dem Hinterhalt an. Valverde platzte weg, doch Stybar blieb dran und übernahm, als es in Richtung Ziel wieder flacher wurde, seinerseits die Führung. In den letzten Kurven entzog er sich dem Zugriff Van Avermaets und fuhr so mit leichtem Vorsprung seinen zweiten Sieg in einem Eintagesrennen - 2014 hatte er Binche-Chimay-Binche für sich entschieden - ein. Man könnte fast sagen, es war der erste Klassikersieg für den früheren Radcross-Spezialisten - wenn man denn vergessen würde, dass die Strade Bianche nicht einmal zehn Jahre alt sind. Valverde traf mit 18 Sekunden Rückstand ein und wiederholte sein Vorjahresresultat, Vanmarcke lag 46 Sekunden zurück, Diego Rosa 56. Dann folgten Fahrer, welche die Oss-Cancellara-Gruppe auf den letzten Kilometern noch überrannt hatten, nämlich Oscar Gatto (Androni), Rigoberto Uran (Etixx), Fabio Felline (Trek), Przemyslaw Niemiec (Lampre) und Giampaolo Caruso (Katusha), um nur die Top10 vollzumachen. Der Sieger von 2008 und 2012 kam letztlich über Platz 19 nicht hinaus.

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Strade Bianche der Frauen: Guarnier Premierensiegerin
Die ersten Strade Bianche der Frauen, welche genauso wie das Männerrennen in San Gimignano gestartet wurden und nach etwa der Hälfte der Distanz in Siena zu Ende gingen, gewann die US-Amerikanerin Megan Guarnier (Boels-Dolmans). Die 29-Jährige setzte sich im Finale aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab und brachte 37 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Schon bei der Tour of New Zealand hatte sie starke Form bewiesen und zeitweilig das Leadertrikot getragen. Zweite wurde ihre eigene Teamkollegin Elizabeth Armitstead, welche im Sprint gegen Elisa Longo-Borghini (Wiggle-Honda) die Oberhand behielt. Es war erst das zweite Spitzenresultat in Guarniers Karriere, zumindest wenn man die internationalen Rennen betrachtet. Die Landesmeisterin von 2012 hatte im Jahr zuvor den Giro della Toscana für sich entschieden.

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