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Rafal Majka gewinnt die erste Especial-Bergankunft der 72. Vuelta a España
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02.09.2017

Rafal Majka gewinnt die erste Especial-Bergankunft der 72. Vuelta a España

Info: VUELTA A ESPAÑA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Sierra de la Pandera, 02.09.2017 – Bei der Tour de France war er durch einen Sturz ausgeschieden und bei der Vuelta a España hatten ihn Magenprobleme früh alle Chancen für eine gute Endplatzierung gekostet. Ein zumindest hinsichtlich der Grand Tours reichlich verkorkstes Jahr hat Rafal Majka jetzt doch noch retten können. Nach dem dritten Platz in Xorret de Catí konnte der Pole seine zweite Flucht bei der Spanien-Rundfahrt erfolgreich zu Ende bringen und rund eine halbe Minute Vorsprung auf die stärksten Favoriten bis ins Ziel verteidigen. Während Leader Chris Froome bei der ersten Especial-Bergankunft des Rennens auf einige gegnerische Angriffe ruhig und souverän reagierte, gab es einen kleinen Rückschlag für den bisherigen Drittplatzierten Esteban Chaves.


Das Profil der 14. Vuelta-Etappe

Bergtrikot-Träger Villella sammelt erneut Punkte
Zwei Ankünfte der Kategorie „Especial“ auf Berggipfeln in Andalusien – das vorletzte Vuelta-Wochenende ist so schwer wie keine anderen zwei aufeinanderfolgenden Tage dieser Spanien-Rundfahrt! Zum Auftakt ging es am Samstag auf der 14. Etappe in die Sierra de la Pandera, wobei der Schlussanstieg (12,0 km à 7,3%) an diesem Tag noch die einzige wirklich harte Prüfung für die Kletterer war. Zuvor gab es auf der 175 Kilometer langen Strecke allerdings noch Bergwertungen der Kategorien 3 und 2, auf denen wieder einmal der fleißige Punktesammler Davide Villella (Cannondale Drapac) zuschlug. Der Italiener bildete mit seinem Teamkollegen Simon Clarke, dem Bora-Hansgrohe Rafal Majka und Patrick Konrad sowie Alexis Gougeard (AG2R La Mondiale), Rui Costa (UAE Team Emirates), Bart De Clercq (Lotto Soudal), Luis Angel Maté (Cofidis), Stefan Denifl (Aqua Blue Sport) und Ricardo Vilela (Manzana Postobón) ab Kilometer zwanzig die Ausreißergruppe des Tages, nachdem der erste Fluchtversuch einer Gruppe mit Rein Taaramäe (Katusha Alpecin), Thomas De Gendt (Lotto Soudal), Pawel Poljanski (Bora-Hansgrohe), Alexandre Geniez (AG2R-La Mondiale), Anthony Roux (FDJ), Jacques Janse Van Rensburg (Dimension Data) und Luis Mas (Caja Rural-Seguros RGA) fehlgeschlagen war.

Nur Majka lässt sich am Schlussanstieg nicht einholen
Nachdem die Hälfte der Strecke absolviert und der Vorsprung der Gruppe auf mehr als sieben Minuten angewachsen war, organisierten im Feld Bahrain Merida, Trek-Segafredo und Astana gemeinsam die Verfolgungsarbeit, welche die Chancen der Ausreißer drastisch sinken ließ. 30 Kilometer vor dem Ziel gingen die Spitzenreiter mit nur noch drei Minuten Vorsprung in den Anstieg zum Alto de Valdepeñas (8,5 km à 4,8%), wo Konrad mit einem Angriff die Gegner seines Kapitäns Majka dazu zwang, die Karten auf den Tisch zu legen. Wenig überraschend wurde der Österreicher noch vor der Bergwertung wieder eingeholt – allerdings nur von Villella, Costa, DeClercq und natürlich Majka. Mit Beginn des Schlussanstieges fielen Viellella und Konrad dann schnell zurück und zehn Kilometer vor dem Ende fuhr Majka auch Costa und De Clercq davon. Costa blieb noch eine ganze Weile an zweiter Position; erst fünf Kilometer vor dem Ziel wurde der Portugiese von den Favoriten überholt. Majka hingegen brachte von den knapp zwei Minuten Vorsprung am Fuß des letzten Berges etwa eine halbe Minute durch und bescherte dem deutschen WorldTeam Bora-Hansgrohe – nach den Erfolgen von Pöstlberger beim Giro und Sagan sowie Bodnar bei der Tour – den vierten GT-Etappensieg der Saison. Bei nur noch 21 Punkten Rückstand auf Villella ist für ihn nun vielleicht sogar das Bergtrikot wieder eine Option.


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Froome zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Bedrängnis
Durch Tempoarbeit von Astana hatte sich im Hauptfeld bereits am Alto de Valdepeñas die Spreu vom Weizen getrennt und lediglich rund 20 Fahrer kamen gemeinsam zum Schlussanstieg, wo es lange relativ ruhig blieb und das Team Sky mit Vuelta-Leader Chris Froome und dessen Helfern Wout Poels und Mikel Nieve das Geschehen kontrollierte. Erst knapp fünf Kilometer vor dem Ziel wagten sich Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Richard Carapaz (Movistar) in die Offensive. Während ein Angriff der Nummern 25 und 46 der Gesamtwertung Sky nicht beunruhigen musste, wurde es kurz darauf ernst, als der Gesamtdritte Esteban Chaves (Orica-Scott) nachzog und dann auch der Neunte Alberto Contador (Trek-Segafredo) und der Zweite Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) hinzukamen. Aus diesem Quintett setzten sich dann Nibali und Contador ab, deren Vorsprung auf die Gruppe um das Rote Trikot aber nie besonders groß wurde. Als Froome schließlich selbst antrat, konnte er die beiden schnell wieder einholen und brachte in seinem Schlepptau noch Miguel Angel Lopez (Astana) mit. Vor der Zwei-Kilometer-Marke schlossen auch Chaves, Wilco Kelderman (Sunweb) und Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) noch einmal auf. Zu jenem Zeitpunkt lagen diese sieben Fahrer noch 45 Sekunden hinter Ausreißer Majka.

Ein Kolumbianer trumpft auf, der andere fällt zurück
Mit einer Aktion ganz ähnlich seinem siegbringenden Angriff auf der 11. Etappe zum Observatorio Astronómico de Calar Alto schoss daraufhin Lopez aus der Favoritengruppe heraus – den Rückstand auf Majka konnte der junge Kolumbianer aber nur noch auf 27 Sekunden verringern. Nibali, der den Sprint um die letzte Bonifikation gewann, sowie Froome, Zakarin und Kelderman nahm Lopez vier Sekunden ab, Contador zehn und seinem Landsmann Chaves sogar dreißig. Chaves war damit der große Verlierer unter den Topfahrern, fiel im Gesamtklassement von Rang drei auf fünf zurück (+2:39), wurde von Kelderman (+2:17) und Zakarin (+2:25) überholt, die ein bzw. zwei Plätze gutmachten. David De La Cruz (Quick-Step Floors) fiel vom fünften auf den siebten und Michael Woods (Cannondale Drapac) vom achten auf den neunten Platz zurück, wodurch sich Fabio Aru (Astana) von sieben auf sechs und Contador von neun auf acht verbessern konnten. Der Gesamtzweite Nibali, dessen Rückstand sich von 59 auf 55 Sekunden verringerte, verdrängte Chaves in der Kombinationswertung vom zweiten Rang, womit also der Italiener auf der nächsten Etappe stellvertretend für den auch in diesem Klassement führenden Froome das Weiße Trikot tragen darf.

-> Zum Resultat

Das 14. Teilstück war nur ein kleiner Vorgeschmack auf die 15. Etappe, die wohl zurecht den Titel „Königsetappe“ für sich beanspruchen darf. Auf 129,4 Kilometern gibt es mit Alto de Hazallanas (16,3 km à 5,5%), Alto del Purche (8,5 km à 8,0%) und Alto Hoya de la Mora (19,3 km à 5,6%) nicht weniger als drei schwere, lange Anstiege.

Video der Zielankunft






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