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Leipheimer krönt sich zum König von Navacerrada und Contador zum Gesamtsieger
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20.09.2008

Leipheimer krönt sich zum König von Navacerrada und Contador zum Gesamtsieger

Info: VUELTA A ESPAÑA
Autor: Henning Witteborg



Alto de Navacerrada, 20.09.2008 - Die letzte große Prüfung der Vuelta 2008, das 17 Kilometer lange Bergzeitfahren, am vorletzten Tag der Rundfahrt wurde zu einer weiteren Demonstration der Übermacht vom Team Astana. Während Levi Leipheimer den Tageserfolg einfuhr, konnte Alberto Contador souverän sein Goldenes Trikot verteidigen und den Gesamterfolg damit fast perfekt machen.


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Letzte Möglichkeit für Verbesserung
Vor Beginn der 63. Spanienrundfahrt war das heutige Bergzeitfahren als wohlmöglich entscheidendes Teilstück eingestuft worden, doch nach drei Wochen erschien es nun äußerst unwahrscheinlich, dass es auf den 17,1 Kilometer zum 1870 Meter hoch gelegenen Alto de Navacerrada nicht zu einer erneuten Stärkedemonstration der kasachischen Mannschaft Astana um den Gesamtzweiten Levi Leipheimer und den in Gold fahrenden Alberto Contador kommen würde. Dass außer den beiden um 1:17min getrennten Astana-Profis jemand anderes die Vuelta am vorletzten Tag für sich entscheiden würde, erwartete niemand mehr, denn der drittplatzierte Toursieger Carlos Sastre wies vor der letzten schweren Prüfung 3:41min Rückstand auf. Der Spanier, der im nächsten Jahr für Cérvelo fahren wird, konnte sich aber gleichzeitig zumindest fast schon des Podiumplatzes sicher sein, denn Ezequiel Mosquera war mit 53 Sekunden Rückstand schon fast zu weit weg um ihm noch gefährlich zu werden. Der wiederrum ging mit fast komfortablen 1:14min Vorsprung auf den Niederländer Robert Gesink ins Rennen, welcher die nur 11 und 16 Sekunden hinter ihm platzierten Caisse-Profis Alejandro Valverde und Joaquin Rodriguez im Nacken sitzen hatte. Auch wenn manche Abstände bereits relativ klar erschienen, versprach das Bergzeitfahren somit dennoch einige Spannung. Von La Granja de San Luis führte die insgesamt gut 17 Kilometer lange Strecke zunächst leicht ansteigend bis zum Kilometer neun, der den Beginn des Alto de Navacerrada markierte. Der als Kategorie eins klassifizierte Berg, auf dem sich ein gleichnamiges Skigebiet befindet, wartete mit 7,5% Durchschnittssteigung auf, eine zum Ende einer so langen Rundfahrt nicht zu unterschätzende Schwierigkeit.

Um Viertel vor drei und eine Minute später eröffneten die beiden Kasachen Dmitriy Muravyev und Assan Bazayev das Zeitfahren, doch es dauerte einige Zeit bis eine Richtzeit bei den Zwischenzeiten nach neun und zwölf Kilometern, so wie im Ziel eine Orientierung bot. Jene erste Orientierungsmarke bot der Bergwertungszweite Christophe Kern, der mit einer Fahrzeit von 36 Minuten und 20 Sekunden als 19. ins Rennen gegangen war und zum Abschluss der Rundfahrt nochmal seine gute Leistung bestätigte. Der 27-jährige Franzose vom in der nächsten Saison nicht mehr existierenden Crédit Agricole-Rennstall hatte bei den Zwischenzeiten nach neun und zwölf Kilometern noch weit zurückgelegen, mobilisierte dann jedoch im eigentlichen Anstieg seine Reserven und katapultierte sich an die Spitze. Der deutsche Zeitfahrspezialist Sebastien Lang (Gerolsteiner) ordnete sich dahinter als Fünfter ein, wobei angesichts des Profils ohnehin keine Spitzenleistung vom zukünftigen Silence-Lotto-Profi zu erwartet worden war. Überraschend stark präsentierte sich dagegen der Tscheche Martin Velits vom Team Milram, der mit Pavel Brutt (Tinkoff ) einen von zwei hinter Kern platzierten Russen verdrängte um Platz drei einzunehmen. So dauerte es bis zum 75. von 131 Startern bis diese Bestzeit angegriffen werden konnte. Dieses gelang Nikita Eskov vom mannschaftlichen starken Team Tinkoff Credit Systems mit einer sieben Sekunden schnelleren Zeit. Lange hielt seine Marke allerdings nicht, denn ein weiterer Fahrer eines per Wild-Card zugelassenes Team, nämlich José Ruiz Sánchez von Andalucia-Cajasur, schob sich um eine Sekunde an ihm vorbei auf Rang eins. Nun ging es Schlag auf Schlag, denn während die besten 20 Fahrer des Gesamtklassements die Strecke in Angriff nahmen, übernahm Dominque Cornu von Silence-Lotto nach guten Zwischenzeiten auch im Ziel die Spitze und verbesserte die Bestzeit um elf Sekunden. Der nächste Fahrer, der diese Zeit umgehend angriff war nicht wenig überraschend mit Evgeni Petrov ein weiterer Tinkoff-Profi, welcher Cornus Zeit um 26 Sekunden pulverisierte. Daran nahm sich auch Ruben Perez Moreno von Euskaltel ein Beispiel, indem er um weitere 20 Sekunden die Bestmarke verbesserte.

Kampf der Favoriten
Der als 21. des Gesamtklassement weit vom Goldenen Trikot entfernte Andreas Klöden war der erste Favorit auf den Tagessieg, der in die vorderen Ränge stieß. Der Deutsche vom Team Astana, der während der Rundfahrt viel Arbeit für Alberto Contador hatte verrichten müssen, setzte sich nach guten Zwischenzeiten mit zwölf Sekunden an die Spitze, doch Marzio Bruseghin (Lampre) und wenig später der Bergkönig David Moncoutie (Cofidis) ließen die Hoffnungen des Tour de Romandie-Siegers platzen. Auch wenn so zumindest nicht Klöden um den Sieg mitfuhr, zeichnete sich währenddessen bei der ersten Zwischenzeit eine Astana-Dominanz ab, denn Levi Leipheimer, stellvertretend für Contador im Kombinationstrikot fahrend, hatte auf den ersten noch relativ flachen Kilometern einen guten Rhythmus gefunden und eine Zeit aufgestellt, an der auch Alberto Contador um elf Sekunden scheiterte. Somit war die Doppelführung der kasachischen Mannschaft im Gesamtklassement zunächst weiter gefestigt, doch dahinter setzte Alejandro Valverde mit einer guten Zwischenmarke dazu an Robert Gesink zu überflügeln. Der Spanier von Caisse d'Epargne steigerte sich sogar auf den nächsten drei Kilometern noch und hatte sich bis zur zweiten Zwischenzeit auf Rang drei gesetzt. Obwohl er damit vor Carlos Sastre (CSC-Saxo Bank) und Ezequiel Mosquera (Xacobeo-Galicia) lag, waren seine beiden Landsmänner weiterhin unerreichbar, wenngleich im zumindest ein Platzgewinn so gut wie sicher war. Etwas mehr als fünf Kilometer vor dem Ziel hatte sich indes nichts an der Übermacht von Astana geändert und es hatte ganz den Anschein, als würde Levi Leipheimer seinem zweiten Zeitfahrsieg bei dieser Spanienrundfahrt entgegenfahren. Im Ziel übernahm jedoch zunächst, nachdem Mosquera um sechs Sekunden an Moncoutie gescheitert war, Valverde die Führung, welche ihm auch nicht Carlos Sastre abzujagen vermochte. Damit waren nur noch zwei Fahrer auf der Strecke, jene sollten aber am Ende auch Platz eins und zwei belegen. Der Amerikaner Leipheimer setzte in einer Zeit von 33:06min als Erster eine neue Vorgabe, die sein spanischer Teamkollege und Kapitän Contador nicht mehr erreichen konnte, sich aber seines Gesamtsieges gewiss zeitgleich mit Valverde auf den zweiten Platz setzte.

Astanas Übermacht erdrückend
Das Zeitfahren hatte damit wieder ein Mal ein eindeutiges Beispiel für die Übermacht von Astana erbracht, welche sich auch im wohl endgültigen Gesamtklassement der Vuelta a Espana 2008 ausdrücken dürfte. Contador steht dabei unmittelbar vor seinem dritten großen Rundfahrtssieg und dem zweiten in dieser Saison. Mit diesem Triple bzw. Double bestätigte er seine Position als unbestritten bester Rundfahrer zur Zeit, was seiner Mannschaft gute Argumente für eine Teilnahme an der nächsten Tour de France liefert. Der zweite Gesamtrang von Levi Leipheimer, der während der Rundfahrt oft zurück hatte stecken müssen, unterstrich diese Ausnahmestellung. Der Abstand von 42 Sekunden in der Gesamtwertung erscheint dabei minimal, angesichts der 4:12min Rückstand des Toursiegers Carlos Sastre. Sollte morgen auf dem abschließenden Teilstück in Madrid nichts mehr passieren, kann sich dahinter Xacobeo-Galicia über den vierten Gesamtrang von Ezequiel Mosquera freuen und damit eine gute Bilanz ziehen, ganz im Gegensatz zu Alejandro Valverde, der sich zwar heute noch auf den fünften Platz schob, allerdings hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb.

Mit dem Verpassen des Etappensieges von Contador fiel nach den fest stehenden Siegern der Berg- und Kombinationswertung auch in der Punktewertung eine Vorentscheidung, sodass Greg Van Avermaet, vorausgesetzt die hinter ihm platzierten Contador und Valverde halten sich aus dem Kampf um die Punkte zurück, nicht zwingend auf der letzten Etappe punkten muss um das blaue Trikot zu gewinnen.

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Levi Leipheimer lässt sich nach dem Sieg des Bergzeitfahrens auf den Alto de Navacerrada feiern (Foto: www.lavuelta.com)
Levi Leipheimer lässt sich nach dem Sieg des Bergzeitfahrens auf den Alto de Navacerrada feiern (Foto: www.lavuelta.com)

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