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Adventskalender am 8. Dezember: Hirschi und Mäder ragen 2018 im Schweizer Straßenradsport heraus
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08.12.2018

Adventskalender am 8. Dezember: Hirschi und Mäder ragen 2018 im Schweizer Straßenradsport heraus

Info: Bildergalerie
Autor: Felix Griep (Werfel)
Fotos: Christine Kroth (Cofitine)



  08.12.  
Deutsche und Österreicher hatten wir in dieser Woche im Adventskalender bereits behandelt – dann darf eine Saisonbilanz der Schweizer Straßenradfahrer natürlich auch nicht fehlen. Neben den guten Leistungen etablierter Fahrer wie Stefan Küng, Silvan Dillier oder Sébastien Reichenbach bleiben aus dem Jahr 2018 vor allem die Erfolge der jungen U23-Fahrer Marc Hirschi und Gino Mäder in Erinnerung, die 2019 den Schritt in die WorldTour wagen.


Der LiVE-Radsport.com Adventskalender 2018
Bis Weihnachten präsentieren wir euch täglich einen besonderen Beitrag, um in der an Radrennen ärmeren Adventszeit keine Langeweile aufkommen zu lassen.


Die WorldTour-Fahrer

Stefan Küng (BMC Racing/25 Jahre)
Die einzigen Schweizer WorldTour-Siege des Jahres gingen auf das Konto von Stefan Küng, der die Einzelzeitfahren bei der Tour de Suisse und der Binck Bank Tour für sich entschied. Bei beiden Rundfahrten trug er zudem das Leadertrikot – in seiner Heimat nach einem Sieg im Mannschaftszeitfahren zum Auftakt gar vier Tage lang. Mit BMC gewann Küng auch das Mannschaftszeitfahren der Tour de France, während er im Einzelzeitfahren am vorletzten Tag mit Platz zwölf weniger zufrieden war. Auch bei EM (7. EZF) und WM (3. MZF, 12. EZF) hatte er sich bessere Ergebnisse erhofft, konnte aber wenigsten seinen Landesmeistertitel im Zeitfahren verteidigen. Neben seinem bekannten Zeitfahrtalent überraschte Küng als Vierter bei der Hügelankunft am Alto do Malhão bei der Volta ao Algarve. 2019 wechselt er zu Groupama-FDJ, verlässt nach sechs Jahren den BMC-Rennstall.

Silvan Dillier (AG2R La Mondiale/28)
Für einen der größten Schweizer Momente der Saison sorgte zweifellos Silvan Dillier, der sich mit der Motivation eines frühen Erfolges bei der Route Adélie de Vitré im Rücken bei Paris-Roubaix ins Rampenlicht fuhr. Von den Mitgliedern der Ausreißergruppe konnte nur Dillier mithalten, als im Finale Peter Sagan die restlichen Favoriten hinter sich ließ, und kam so im Velodrom zu einem sensationellen zweiten Platz. Ein ähnlicher Coup gelang ihm bei Tour de Suisse und Tour de France nicht noch einmal, erst zum Saisonabschluss bei der Tour of Guangxi konnte er als mehrfacher Ausreißer mit dem Gewinn des Bergtrikot wieder auf sich aufmerksam machen.

Sébastien Reichenbach (Groupama-FDJ/29)
Seinen Ruf als einer der wertvollsten Edelhelfer des Pelotons hat Sébastien Reichenbach 2018 weiter gestärkt, wofür vor allem der Giro d’Italia verantwortlich war. Mit einer besonders starken Leistung auf der von Chris Froome dominierten Königsetappe verhalf er seinem Kapitän Thibaut Pinot gar zwischenzeitlich aufs Podium der Gesamtwertung – und blieb bei dessen großem Einbruch tags darauf loyal an seiner Seite. Dass er selbst sich von Rang 17 auf 23 verschlechterte, war für Reichenbach weitaus weniger ärgerlich als der Absturz des Teamkollegen. Bei der Route d'Occitanie konnte Reichenbach erstmals auf eigene Rechnung fahren und einen guten vierten Gesamtrang erzielen. Brüche in Schlüsselbein und Schulterblatt aus einem Trainingssturz in seiner Sommerpause warfen Reichenbach in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte zurück, so dass er letztlich den vorgesehenen Vuelta-Start absagen musste. Immerhin konnte er – wieder als Helfer Pinots – bei den italienischen Klassikern noch mehrmals gut abschneiden, wurde u.a. Fünfter bei Milano-Torino.

Mathias Frank (AG2R La Mondiale/31)
Einen ähnlichen Weg wie Reichenbach hatte Mathias Frank 2017 mit seinem Wechsel ins Team von Romain Bardet eingeschlagen, den er auch dieses Jahr wieder bei der Tour de France unterstützte, wo er selbst nach Platz 30 im Vorjahr diesmal 55. wurde. Abseits des Saisonhöhepunktes konnte Frank einige bessere, wenn auch nicht herausragende Rundfahrtergebnisse verzeichnen, kam bei Abu Dhabi Tour (11.), Volta a Catalunya (14.), Tour of California (10.) und Tour de Suisse (17.) jeweils unter die Top20. Seine besten Tagesergebnisse sammelte er als jeweils Vierter einer Etappe in Katalonien und der Schweizermeisterschaft sowie als Fünfter beim italienischen Klassiker Tre Valli Varesine.

Steve Morabito (Groupama-FDJ/35)
Gewissermaßen ein One-Hit-Wonder war Reichenbachs Teamkollege Steve Morabito, der seine weitaus weniger spektakulären Helferdienste unter anderem ebenfalls beim Giro d’Italia verrichtete. Seinen großen Tag erlebte der Routinier bei der Schweizermeisterschaft in Schneisingen, wo er sich nach langer Flucht den Sieg erkämpfte. Das Meistertrikot trug er anschließend bei den WorldTour-Rennen in San Sebastian und Kanada, bei der Tour de Limousin sowie einigen italienischen Eintagesrennen, wo er sich jedoch wieder in seine gewohnte Helferrolle einfügte.

Michael Albasini (Mitchelton-Scott/37)
Für Michael Albasini, der wie Morabito noch nicht ans Aufhören denkt und auch 2019 weiterhin aktiv sein wird, lief es in dieser Saison ausgerechnet bei seinen Lieblingsrennen im Frühjahr nicht gut. Bei den Ardennenklassikern, die er 2017 noch alle unter den Top10 beendet hatte, stand dreimal ein „dnf“ neben seinem Namen. Es kamen aber auch wieder bessere Zeiten für Albasini, der in Norwegen bei der Tour des Fjords eine Etappe und die Gesamtwertung gewann. Bei Tour de Romandie und Tour de Suisse konnte er allerdings auch nicht so auftrumpfen wie noch in den letzten Jahren – mehr als ein neunter respektive vierter Etappenplatz waren diesmal nicht drin.

Noch etwas älter als Morabito und Albasini ist Grégory Rast (Trek-Segafredo/38), für den 2018 das letzte aktive Jahr war. Im Oktober verabschiedet er sich bei der Tour of Guangxi vom Profidasein. Für Reto Hollenstein (Katusha Alpecin/33) geht es dagegen ebenso weiter wie für vier weitere Schweizer aus dem BMC-Renstall, wobei einzig Michael Schär (32) dem Nachfolgeteam CCC angehört. Der Siebte der Tour de Savoie Mont Blanc und Elfte der Tour of Turkey Kilian Frankiny (24) wechselt wie Küng zu Groupama-FDJ, während es den Vierten des Arctic Race of Norway Danilo Wyss (33) zu Dimension Data und den Prolog-Zweiten der Tour de Romandie Tom Bohli (24) zu UAE Emirates zieht.


Rast, Hollenstein, Schär, Frankiny, Wyss, Bohli

Die Erfolgreichsten

Die erfolgreichsten Schweizer Radsportler des Jahres 2018 gehörten keinen WorldTour-Teams, sondern wesentlich kleineren Mannschaften an, wobei ein besonders starkes Trio zusammen für mehr als die Hälfte (14 von 26) der Schweizer Saisonsiege verantwortlich zeichnete!

Marc Hirschi (Development Team Sunweb/20)
Beeindruckend liest sich die Saisonbilanz eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente, Marc Hirschi, der aus dem von den Schweizern dominierten U23-Straßenrennen bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck als Sieger hervorging und 2019 in die Profiabteilung des Teams Sunweb wechselt. Auch der EM-Titel im U23-Straßenrennen ging auf das Konto Hirschis, der überdies bei vielen Rundfahrten gute Ergebnisse erzielte. Nicht nur im U23-Bereich wie beim Course de la Paix (3. + Etappensieg), sondern auch gegen ältere und erfahrenere Konkurrenz wie bei Istrian Spring Trophy (5. + Etappensieg), Tour de l’Ain (4.), Tour de Savoie Mont Blanc (10.) und Tour Alsace (2. + Etappensieg). Einen kleinen Knick hatte Hirschis Formkurve nur bei der Tour de l’Avenir, die er auf Platz 24 beendete.

Gino Mäder (IAM Excelsior/21)
Fünf Siege gingen ebenfalls auf das Konto von Gino Mäder, der nicht einmal einem UCI-registrierten Team angehörte, sich durch seine starken Leistungen aber einen Profi-Vertrag bei Dimension Data für 2019 angelte. Zu den wichtigsten U23-Terminen des Jahres zeigte sich Mäder in Topform, gewann zwei Bergetappen bei der Tour de l’Avenir, die er auf Gesamtrang drei beendete, und verpasste im WM-Straßenrennen als Vierter nur knapp eine weitere Medaille für den Schweizer Nachwuchs. Weitere Siege feierte Mäder auf Etappen von Ronde de l’Isard, Tour Alsace und der Tour of Hainan, bei der er den Gesamtsieg als Zweitplatzierter lediglich um zwei Sekunden verpasste.

Patrick Schelling (Vorarlberg Santic/28)
Dritterfolgreichster Schweizer der Saison mit vier Siegen ist Patrick Schelling, der nach einem bereits guten Frühjahr im Sommer richtig aufdrehte. Los ging es mit Gesamtrang drei bei der Oberösterreichrundfahrt, gefolgt von zwei Etappensiegen bei der Tour de Savoie Mont Blanc, einem im Zeitfahren und einem bei einer Bergankunft. Den Meistertitel verpasste Schelling anschließend als Zweiter hinter Morabito nur um eine Sekunde. Weitere gute Rundfahrt-Ergebnisse umfassten danach jeweils vierte Plätze bei Österreich Rundfahrt, Tour de Hongrie und Tour of Hainan. Nach seinem Prolog-Sieg in Ungarn gewann Schelling auch noch das Zeitfahren der Tour of South Bohemia.

Weitere Schweizer

Für einen erfreulichen Saisonabschluss aus Schweizer Sicht sorgte Simon Pellaud (Illuminate/26) am 31. Oktober mit seinem Ausreißersieg auf der Schlussetappe der Tour of Hainan. Mit diesem Erfolg krönte er eine starke zweite Saisonhälfte, in der er des Weiteren Gesamtvierter bei Turul Romaniei und Zweiter bei der Tour of Almaty wurde. Nicht im letzten, sondern gleich im ersten Saisoneinsatz war Dylan Page (Sapura Cycling/25) bei der Tour of Indonesia zu einem Sieg gesprintet. Er sammelte über das Jahr hinweg insgesamt 25 Top10-Platzierungen, darunter einen vierten Etappenplatz bei der Tour de l’Ain und drei Top3-Ergebnisse in Folge zu Beginn der Tour of Hainan. Auch Fabian Lienhard (Holowesko-Citadel/25) war bei der Tour de Normandie gleich in seinem ersten Saisoneinsatz erfolgreich und ließ noch einige weitere gute Ergebnisse folgen, stand beispielsweise beim Winston Salem Classic auf dem Podium und wurde Siebter bei Rund um Köln. Lienhard wechselt 2019 zu IAM Excelsior, das eine Continental-Lizenz bekommt.


Pellaud, Page, Lienhard

Weitere Schweizer Siege gingen auf die Konten der Bahnspezialisten Tristan Marguet (31) bei der Tour of Black Sea und Cyrille Thièry (28) bei Rás Tailteann. Thièry führte in Irland sogar lange die Gesamtwertung an, wurde erst am letzten Tag von Position eins auf zwei verdrängt. Matteo Badilatti (Vorarlberg Santic/26) machte durch gute Ergebnisse bei Tour de l’Ain (7.), Tour de Savoie Mont Blanc (2.), Österreich Rundfahrt (9.) und Tour of Hainan (8.) das Team Israel Cycling Academy auf sich aufmerksam, bei dem er einige Rennen als Stagiaire bestreiten durfte und einen Vertrag für 2019 erhielt. Roland Thalmann (Vorarlberg Santic/25), der u.a. bei Trofeo Laigueglia (8.), Oberösterreichrundfahrt (6.) und Tour of Hainan (10.) zu überzeugen wusste, bleibt dagegen ebenso bei Vorarlberg wie der Dritte der Tour de Vendée Gian Friesecke (Vorarlberg Santic/24). Die Zukunft des Schweizer U23-Meisters Lukas Rüegg (Vorarlberg Santic/22) ist noch ungewiss, wohingegen auch Lukas Spengler (WB Aqua Protect Veranclassic/24) und der Neunte der U23-WM Patrick Müller (Vital Concept/22) bei ihren Teams bleiben.


Thalmann, Friesecke, Spengler, Müller





Stefan Küng - Tour de Suisse 2018
Stefan Küng - Tour de Suisse 2018

Silvan Dillier - Tour de Suisse 2018
Silvan Dillier - Tour de Suisse 2018

Sébastien Reichenbach - Schweizer Meisterschaft 2018
Sébastien Reichenbach - Schweizer Meisterschaft 2018

Mathias Frank - Tour de Suisse 2018
Mathias Frank - Tour de Suisse 2018


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